Foto: Accellence

Alarmbildempfang

Schnell im Bilde

Im Alarmfall ist entscheidend, dass die Bilder der Überwachungskameras schnell und zuverlässig in der Leitstelle ankommen. Sind Geräte verschiedener Hersteller im Einsatz, muss die Leitstelle einen hohen Aufwand betreiben, wenn sie für die Übertragung der Alarmbilder die jeweiligen Verfahren der einzelnen Hersteller nutzt. Doch es gibt herstellerneutrale Alternativen.

Zwei Verfahren, die auf offenen Standards basieren, seit langem etabliert und weit verbreitet sind, sind FTP-Upload und E-Mail. Um sie erfolgreich einzusetzen, sind einige Grundregeln zu beachten, vor allem bei der Konfiguration und in Fragen der Datensicherheit.

FTP-Upload

Zum Alarmbildempfang per FTP-Upload wird in der Leitstelle ein FTP-Server eingerichtet. Alle Videogeräte können ihre Alarmbilder und Meldungen dorthin senden. Bilder werden im JPEG-Format, Texte als ASCII-Datei übermittelt. Es empfiehlt sich, für jede Alarmquelle ein eigenes Unterverzeichnis auf dem FTP-Server einzurichten und dafür jeweils eigene Zugangsdaten zu konfigurieren. Damit wird sichergestellt, dass nur berechtigte Sender ihre Alarmdaten dort speichern können und dass sich verschiedene Alarmquellen nicht gegenseitig beeinflussen.

Alle Bildquellen, die Alarmdaten an den FTP-Server senden sollen, müssen dafür passend konfiguriert werden. Dazu sind mindestens folgende Einstellungen nötig:

  • IP-Adresse oder DNS-Name des FTP-Servers,
  • Benutzername und Passwort für die Anmeldung beim FTP-Server,
  • Verzeichnis, in dem die Alarmdaten abgelegt werden sollen.

Die auf dem FTP-Server eintreffenden Alarmdaten können mit einem integrativen Videomanagement-System wie beispielsweise Ebüs (Einheitliches Bildübertragungssystem) von Accelence unmittelbar gemeldet und weiterverarbeitet werden.

Im Hinblick auf die Datensicherheit wäre es am besten, wenn alle Verbindungen zwischen Bildquellen und Leitstelle in einem geschlossenen Netz erfolgen. Sollten doch einmal Verbindungen physikalisch über öffentliche Netze geführt werden müssen, etwa um größere Entfernungen zu überbrücken, sollten sie durch VPN-Tunnel vor unbefugten Zugriffen geschützt werden.

E-Mail

Auch beim Übertragen von Alarmbildern per E-Mail löst ein VPN-Tunnel viele der damit verbundenen Probleme:

  • Authentizität: Ist der Absender der E-Mail wirklich der, für den er sich ausgibt?
  • Vertraulichkeit: Können Unbefugte die übertragenen Daten mitlesen?
  • Integrität: Erhalte ich wirklich die Daten, die der Absender gesendet hat, oder wurden die Daten auf ihrem Weg manipuliert?
  • Verfügbarkeit: Wie groß ist das Risiko, dass E-Mails durch technische Störungen, Fehlbedienung oder Eingriffe Unbefugter verloren gehen?
  • Latenz: Wie lange dauert es vom Absenden der E-Mail bis der Empfänger sie wahrnimmt?

Für kurze Reaktionszeiten ist es entscheidend, dass die E-Mails nicht über mehrere Mailserver weitergereicht, sondern direkt in die Leitstelle gesendet und dort unmittelbar gemeldet werden. Dazu muss in der Leitstelle ein spezieller SMTP-Server eingerichtet werden. Der entpackt die in der E-Mail enthaltenen Daten und speichert sie in den Standardformaten auf einem File-Server. Von dort aus können sie in der Leitstelle weiter verarbeitet werden. Der zugehörige Alarm-Server überwacht die Verzeichnisse des File-Servers und meldet eintreffende Alarmdaten unverzüglich an die Arbeitsplätze der Leitstelle. Bei geeigneter Auslegung des Systems lassen sich Alarm-Meldezeiten unterhalb einer Sekunde realisieren.

Damit Konfigurationen und Sicherheitseinstellungen für FTP-Upload oder E-Mails richtig vorgenommen werden, sollten sie durch qualifiziertes und vertrauenswürdiges Fachpersonal erfolgen. Dann stehen Leitstellen schnelle, zuverlässige Übertragungswege für Alarmbilder zu Verfügung, die im Vergleich zu den proprietären Verfahren Aufwand und Kosten deutlich reduzieren.

Dipl.-Ing. Hardo Naumann, Entwicklungsleiter der Accellence Technologies GmbH

Foto: Accellence

Video im Werkschutz

Mehr Durchblick auf dem Werksgelände

Die rasante Entwicklung der Computer- und Netzwerktechnik hat auch die Videoüberwachung revolutioniert: Der Trend geht klar in Richtung Digitalisierung und Vernetzung – spezialisierte Hardware wird durch flexible Software abgelöst. Damit können viele Abläufe in der Werkschutz-Leitstelle optimiert werden.

Foto: Petra Bork/ Pixelio.de

Aimetis

Zusammenarbeit mit Accellence vertieft

Accellence Technologies hat im Auftrag von Aimetis die neueste Softwareschnittstelle, das Aimetis SDK in der Version 6.13, in ihre Videomanagement-Software Ebüs integriert. Somit können ab sofort auch die neuesten Softwarelösungen aus dem Hause Aimetis auf den mit Ebüs ausgestatteten Leitstellen aufgeschaltet werden.

Foto: Ziemann Sicherheit

Videoaufschaltung in Leitstellen

Sofort im Bilde

Professionelle Leitstellen reagieren rund um die Uhr zeitnah und gezielt auf Ereignisse. Eine Aufschaltung von Videobildern ermöglicht dabei ein unmittelbares Einschätzen der Situation vor Ort und in der Folge eine schnellere Hilfe im Notfall.

Foto: Accellence Technologies

Videoüberwachung integrieren

CCTV meets IT

Die dynamische Entwicklung im Bereich der Informationstechnologien (IT) setzt auch für die Sicherheitsbranche ein enormes Innovationspotenzial frei. Der Übergang von analoger auf digitale Technik war dabei nur der erste Schritt.