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Brandschutzsystem für die neue EZB

Schützende Kanäle im Wolkenkratzer

Damit der Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main auch brandschutztechnisch auf dem neuesten Stand ist, war die Installation eines modernen Brandschutzsystems notwendig. Insgesamt wurden dafür rund 10.000 Meter Elektro-Installationskanal (I-Kanal) in den Flucht- und Rettungswegen der EZB angebracht.

Das neue Quartier der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main besteht aus drei Hauptelementen: Großmarkthalle mit neuem Innendesign, Doppel-Büroturm mit Atrium und einem neuen Eingangsbauwerk. Die denkmalgeschützte Großmarkthalle fungiert als öffentlicher Raum und beinhaltet unter anderem ein Besucherzentrum, eine Bibliothek und ein Mitarbeiterrestaurant. Insgesamt bietet der neue Hauptsitz der Europäischen Zentralbank Raum für bis zu 2.900 Arbeitsplätze.

Um optimale Sicherheit für Menschen und Gebäude zu schaffen, baute die Firma G+H Isolierung ein effektives Brandschutzsystem für Flucht- und Rettungswege ein: den Pyroment IK90 Typ BD. Das ist der erste Elektro-Installationskanal, der Kabelbrände aktiv eindämmt und damit die Folgeschäden und -kosten senkt. Im Ausführungszeitraum von Juli 2013 bis Juni 2015 wurden insgesamt rund 10.000 Meter I-Kanal in allen Flucht- und Rettungswegen in der Europäischen Zentralbank verbaut.

Aktiver Brandschutz

Entwickelt wurde der I-Kanal bereits 2007 von G+H Isolierung. Er besteht aus verzinktem Blech oder alternativ aus Edelstahl. Auf der Innenseite des I-Kanals ist ein Dämmschichtbildner aufgebracht. Der Installationskanal ist für die Verwendung als feuerwiderstandsfähiger Installationskanal im Inneren von Gebäuden vorgesehen. Im eingebauten Zustand verhindert dieser bei Brandbeanspruchung von innerhalb gemäß dem „Allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnis P-MPA-E-07-027“ die Brandausbreitung von einem Brandabschnitt auf einen anderen. So lassen sich Rettungswege für die Feuerwehr in notwendigen Fluren und Treppenhäusern oder in anderen Flucht- und Rettungswegen wirksam sichern, Menschen einfacher evakuieren und Schäden begrenzen.

Für beengte Stellen

Beim Neubau der Europäischen Zentralbank war es wichtig, dass ein platzsparendes Brandschutzsystem zum Einsatz kam. Der Pyroment IK 90 Typ BD erfüllt diese Anforderung: Mit 1,6 bis drei Millimetern ist er deutlich dünner als herkömmliche Systeme, sodass er auch an schwer zugänglichen und beengten Stellen eingesetzt werden kann.

Erster I-Kanal mit europäischer Zertifizierung G+H Isolierung hat als erster Hersteller vom Deutschen Institut für Bautechnik am 4. Juni 2015 die erste europäische Zulassung ETA-15/0293 für den Pyroment IK 90 Typ BD erhalten. Hier wurde sogar nachgewiesen, dass der Installationskanal im eingebauten Zustand bei Brandbeanspruchung von innerhalb und außerhalb die Brandausbreitung von einem Brandabschnitt auf den anderen verhindert. Der vierseitige Kanal ist nach der europäischen Zulassung in den Abmessungen 600 Millimeter (breit) und 150 Millimeter (hoch) erhältlich und für die Feuerwiderstandsklassen EI 30 bis EI 120 zugelassen. Für die zwei- und dreiseitige Ausführung wurden in den Abmessungen 400 mal 150 Millimeter Feuerwiderstandsklassen von EI 30 bis EI 90 erreicht.
Der I-Kanal kann in Massivwänden sowie in leichten Trennwänden verbaut werden. Die Wände müssen mindestens der Feuerwiderstandsklasse des Installationskanals entsprechen und gemäß EN 13501-2 klassifiziert sein. Er darf mit bis zu 32 Kilogramm pro Meter (Installationen plus Kabelkonstruktionen) belegt werden. Auch die Nachbelegung ist leicht möglich. Der I-Kanal kann mit üblichen Installationen der Haustechnik, wie Kabeln, Kunststoffrohren oder Metallrohren mit einem Nenndurchmesser von maximal 100 Millimetern belegt sein.

Auch das geringe Gewicht des I-Kanals wirkt sich positiv auf die Montage aus. Er wiegt zwischen 6,5 und 10,5 Kilogramm pro Quadratmeter und kann dadurch auch von einer Person leicht transportiert werden. Die Lieferung erfolgt passgenau und ermöglicht so eine einfache und schnelle Montage. Anpassarbeiten lassen sich mit handelsüblichem Blechbearbeitungswerkzeug problemlos auf der Baustelle durchführen.

Auch verwinkelte Leitungsführungen oder beengte Platzverhältnisse vor Ort stellen kein Problem mehr dar. Auf Wunsch kann jede Geometrie hergestellt werden. Insgesamt wird bis zu 80 Prozent weniger Montagezeit benötigt. Da die Verarbeitung und Montage staubfrei erfolgen, ist der Einsatz auch in sensiblen Bereichen und Räumen möglich, zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden, Büros oder Computerzentren. Zudem ist der I-Kanal wartungsfreundlich, formstabil und einfach von außen zu reinigen.

Foto: G+H Isolierung

Feuertrutz 2016

G+H Isolierung stoppt Brandweiterleitung

Der auf der Feuertrutz 2016 präsentierte Pyroment IK90 Typ BD von G+H Isolierung ist ein Elektro-Installationskanal (I-Kanal), der eine Brandweiterleitung innerhalb von Kabelkanälen aktiv stoppt. Für diese innovative Technologie wurde das Unternehmen bereits im Jahr 2013 mit dem Feuertrutz-Award ausgezeichnet.

Foto: G+H

G+H Isolierung

Europäische Zulassung für Installationskanal

Das Deutsche Institut für Bautechnik hat G+H Isolierung die erste europäische Zulassung für den Installationskanal Pyroment-IK 90 Typ BD erteilt. Somit ist der I-Kanal von G+H der erste Elektro-Installationskanal, der europaweit vertrieben und verbaut werden kann.

Foto: G+H Isolierung

Eindämmung von Kabelbränden

Gut aufgehoben im Blechkanal

Die Sicherheit von Menschen in Flucht- und Rettungswegen ist zentraler Bestandteil jeder Brandschutzverordnung. Doch wie steht es um die Sicherheit vor Kabelbränden? Ein innovatives Konzept setzt auf dämmschichtbildende Technologie.

Foto: G+H

G+H Isolierung

Zuverlässig Kabel schützen

Der Pyroment IK90 Typ BD von G+H ist ein Elektro-Installationskanal (I-Kanal), der aktiv Kabelbrände eindämmt und damit mögliche Folgeschäden und -kosten auf ein Minimum reduziert.