Foto: Olafur Eliasson

Brandvermeidung im Museum

Sicherheit für Kandinsky & Co.

Bereits seit 1929 fungiert das Lenbachpalais in München als Kunstmuseum. Anfang 2009 schloss die Galerie für umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen ihre Pforten. Ein optimaler Zeitpunkt, um auch den Brandschutz auf den aktuellen Stand zu bringen.

Rund 59,4 Millionen Euro kosteten die Kernsanierung der alten Villa und die Errichtung eines modernen Neubaus. Seit der Wiedereröffnung am 8. Mai 2013 können die Besucher nun nicht nur von 2.800 Quadratmetern modernisierter Ausstellungsfläche, sondern auch von neuen Service-Einrichtungen profitieren.

Viele bauliche Veränderungen bleiben dem Besucher jedoch verborgen: Um die im Lenbachhaus aufbewahrten kostbaren Sammlungen vor den Auswirkungen eines möglichen Feuers zu schützen, wurde in den Archiven im Untergeschoss eine umfassende Brandschutzlösung installiert.

Archive umfassend schützen

Der zuverlässige Schutz der eingelagerten Kunstgegenstände war die oberste Zielsetzung bei der Planung der Brandschutzlösung für die Archive des Lenbachhauses. Selbst Schäden durch Feuer, Ruß und Rauch sollten vermieden werden. Aufgrund der Empfindlichkeit und des hohen Wertes der eingelagerten Kunstwerke schied ein konventionelles Löschsystem bei der Planung einer geeigneten Brandschutzlösung aus. Die Exponate sollten so umfassend wie möglich vor den Auswirkungen eines Feuers geschützt werden.

Daher fiel die Entscheidung auf ein Brandschutzkonzept von Wagner, bestehend aus dem Brandvermeidungssystem Oxyreduct mit Schnellabsenkung und einer Brandfrühesterkennung mit Titanus-Ansaugrauchmeldern. Abgerundet wird das Konzept durch das Gefahrenmanagementsystem Visulan.

Vier Depot- und Lagerräume im Untergeschoss der Kunstgalerie, mit einem Volumen von rund 500 Kubikmetern, werden durch die Brandschutzlösung geschützt, denn hier lagern wertvollste Exponate auf engstem Raum. Das Brandvermeidungssystem senkt den Sauerstoffgehalt durch das kontrollierte Einleiten von Stickstoff dauerhaft auf 17 Volumenprozent ab und sorgt so für eine Schutzatmosphäre, in der ein Brandverhalten bereits stark reduziert wird. Die Räume bleiben dabei für das Personal weiterhin begehbar.

Die Sauerstoffkonzentration wird über entsprechende Sensoren dauerhaft überwacht und an eine Steuerzentrale übermittelt. Somit kann eine konstante Aufrechterhaltung der Restsauerstoffmenge gewährleistet werden.

Täuschungsalarmsicher

Um einen Brand bereits in seiner Entstehungsphase detektieren zu können, werden die Archiv- und Technikräume durch Ansaugrauchmelder Titanus Prosens nach Klasse A der EN 54-20 präzise überwacht. Über ein im Deckenbereich installiertes Rohrsystem werden kontinuierlich Luftproben entnommen, einer Detektionseinheit zugeführt und auf kleinste Rauchpartikel hin überprüft. Der Ansaugrauchmelder ermöglicht auf diese Weise einen entscheidenden Zeitvorteil bei der Branderkennung.

Das System reagiert bis zu 2.000-mal schneller als konventionelle Rauchmelder. Durch die Logic-Sens-Technologie ist das System außerdem besonders täuschungsalarmsicher, so dass Fehlalarme nahezu ausgeschlossen werden können. Im Fall einer Detektion durch die Ansaugrauchmelder wird durch die Steuerzentrale der Brandmeldeanlage umgehend eine Schnellabsenkung eingeleitet. Innerhalb von 240 Sekunden wird die Restsauerstoffmenge von 17 Volumenprozent auf ein Vollschutzniveau von neun Volumenprozent reduziert.

Durch das frühzeitige Einleiten der Brandbekämpfung wird ein Schaden so auf ein Minimum reduziert. Die verringerte Sauerstoffkonzentration kann auch nach der Schnellabsenkung beliebig lange gehalten werden. Die Anlage wurde zudem von VdS geprüft und abgenommen. Die Vernetzung der einzelnen sicherheitstechnischen Anlagen erfolgt im Lenbachhaus durch das Gefahrenmanagementsystem Visulan. So wurden Brandmelde- sowie Einbruchmeldezentrale, Fluchtwegsteuerung, Gebäudeleittechnik und Videoüberwachung sinnvoll in einem System zusammengeführt.

Foto: Wagner

Gefahrenmanagement

Zentral vernetzt

Das zwischen 1887 und 1890 errichtete Lenbachpalais dient als Kunstmuseum der Stadt München. Zum Schutz der ausgestellten Werke setzt die Städtische Galerie im Lenbachhaus auf die Vernetzung aller sicherheitstechnischen Komponenten durch ein Gefahrenmanagementsystem.

Foto: Wagner

Wagner

Brandvermeidung für das Münchner Lenbachhaus

Die „Städtische Galerie im Lenbachhaus“ in München wird durch ein Brandschutzkonzept von Wagner vor den Auswirkungen eines Feuers geschützt.

Foto: Wagner

Brandschutzkonzept für Rechenzentren

Durchdacht statt überdimensioniert

Die brandschutztechnischen Anforderungen moderner Rechenzentren sind hoch: Gefragt sind redundante und energiesparende Systeme, die sensibel und gleichzeitig falschalarmsicher funktionieren.