Das vierte Intersec Forum der Messe Frankfurt bot mit 320 Teilnehmern zwei intensive Konferenztage mit Expertenvorträgen und Diskussionen, die die wachsende Komplexität vernetzter Gebäude praxisnah herausstellten.

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Sicherheit im vernetzten Gebäude

Auf dem von der Messe Frankfurt ausgerichteten Intersec Forum 2019 stand auf der ISH Mitte März die Vernetzung der digitalen Gebäudetechnik im Fokus.

An zwei Tagen referierten parallel zur ISH, der Fachmesse für Wasser, Wärme, Klima, ausgesuchte Experten in etwa 30 Vorträgen zu Themen rund um Interoperabilität von Gewerken, aktuelle Lösungen zum Brandschutz, Sicherheit vernetzter Anlagen gegen Cyber-Attacken und die Anforderungen an die Planung, etwa durch Building Information Modelling.

Knackpunkt Cyber-Sicherheit

Gerade das Thema Cyber-Sicherheit beschäftigt Behörden wie das BSI, Hersteller und Kunden gleichermaßen, denn vernetzte Technik bedeutet heute auch immer das Risiko, dass Kriminelle sich diese Strukturen zunutze machen wollen. Stephan Engel, Head Cyber Security bei Siemens Building Technologies Deutschland, referierte hierzu am ersten Tag des Forums und sah durchaus reale Gefahren für „intelligente“ Gebäude. Firewalls allein reichen nicht, sondern die Sicherheit muss dynamisch konzeptioniert sein, um auf verschiedenen Ebenen reagieren zu können. Systeme müssen passiv vor Hackern geschützt sein, aber auch in der Lage sein, Angriffe zu entdecken und schließlich auch abzuwehren.

„Wichtig ist ein Asset-Management, um eine Inventur der im Gebäude genutzten Infrastruktur durchzuführen und Gewerke zu identifizieren, die eine mögliche Schwachstelle aufweisen könnten“, so Engel. Risiken seien durchaus vorhanden, nicht nur durch Ransomware, die Systeme sperrt und erst vermeintlich gegen die Zahlung eines Lösegeldes wieder freigibt, sondern auch durch „Kryptochecking“, bei dem die IT-Infrastruktur für das Schürfen von Kryptowährungen unauffällig „gekapert“ werde. Ein kontinuierliches Monitoring der Infrastruktur sei notwendig, um mögliche Abweichungen in den Systemen zu erkennen, zu bewerten um zu sehen, ob etwa ein erfolgreicher Angriff vorliegt, der Manipulationen von Komponenten vornimmt. Der Operational Technology (OT) komme hier eine besondere Bedeutung zu, denn sie wird häufig zugunsten der IT vernachlässigt, wie auch Gernot Gadow, Customer Consultant Security – Regional Marketing Leader Germany & Central Europe bei Honeywell Building Solutions in seinem Vortrag feststellte.

Digitaler Brandschutz

Beim Thema Brandschutz, dass zusammen mit BIM am zweiten Tag beleuchtet wurde, zeigten die Referenten die Vorteile moderner digitaler Lösungen, die mit Hilfe intelligenter Algorithmen Brände immer häufiger früher entdecken können. Wichtig sei hierzu auch eine entsprechende Forschung, wie Dr.-Ing. Sebastian Festag, Geschäftsbereichsleiter Marktentwicklung bei Hekatron, in seinem Beitrag betonte. Egal, ob Brandschutz oder andere Gewerke, komplexe Anlagen erfordern eine sorgfältige Planung und im Betrieb effiziente Wartung. Gemeinsame Schnittstellen und Standards erleichtern allen Beteiligten die Arbeit, auch im Hinblick auf BIM, das als Gesamtprozess zu verstehen ist und mit dessen Hilfe künftig Gebäude softwaretechnisch sich einfacher planen und
verwalten ließen.

Das vierte Intersec Forum der Messe Frankfurt bot mit 320 Teilnehmern zwei intensive Konferenztage mit Expertenvorträgen und Diskussionen, die die wachsende Komplexität vernetzter Gebäude praxisnah herausstellten.
Hendrick Lehmann

Messe Frankfurt GmbH:
intersec-forum.messefrankfurt.com