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Nach vier Jahren Corona-bedingter Pause findet vom 20. bis 23. September mit der Security Essen wieder die größte Messe der Sicherwirtschaft statt.
Foto: Messe Essen
Nach vier Jahren Corona-bedingter Pause findet vom 20. bis 23. September mit der Security Essen wieder die größte Messe der Sicherwirtschaft statt.

Messen

„Sicherheit ist das Thema unserer Zeit“

Julia Jacob, Projektleiterin Security Essen, und Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer Messe Essen zur wachsenden Bedeutung der Sicherheitswirtschaft und der bevorstehenden Weltleitmesse.

Nach der Corona-bedingten Pause 2020 öffnet die Security Essen im September endlich wieder ihre Pforten. Wie wird die Messe im Vergleich zu 2018 aussehen und was können die Besucher von der Messe erwarten?

Oliver P. Kuhrt: Endlich ist das richtige Wort. Wir freuen uns sehr, die Sicherheitsbranche wieder bei uns zu Gast zu haben. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen von Ausstellern, Verbänden und potentiellen Besuchern zeigen uns, wie sehr die Security Essen in den letzten Jahren gefehlt hat und wie groß der Wunsch der Branche nach unserer Präsenzveranstaltung ist. Netzwerken, neue Kontakte knüpfen und Geschäftspartnern wiedersehen, Produkte erleben und vergleichen – das geht vor Ort am besten und auf der Security Essen besonders gut. Denn in unseren Messehallen bilden wir die komplette Sicherheitsbranche ab. Aus allen relevanten Bereichen der Industrie sind Aussteller vertreten, die ihre Lösungen präsentieren. Das macht das Angebot der Messe einzigartig und schafft für unsere Besucher*innen einen besonderen Mehrwert. Sie können Synergien nutzen und sich effizient, kompakt und zeitsparend über alle wichtigen Themen der Industrie und Portfolios der Unternehmen informieren. Im Vergleich zu 2018 haben wir die Hallenaufteilung optimiert und auch das Rahmenprogramm neugestaltet, um so Ausstellern wie Besucher einen noch höheren Mehrwert bieten zu können.

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Nach welchen Kriterien wurden die einzelnen Hallen aufgeteilt, und welche Rolle spielte dabei noch die Gewerke-Trennung?

Julia Jacob: Bei der Hallenaufteilung ist es uns wichtig, eine gute Balance zwischen der Besucherführung und den Wünschen der Aussteller zu schaffen. Denn viele Unternehmen bieten segment-übergreifende Systemlösungen an und sind in einer klassischen Aufteilung nach Gewerken nicht immer einhundertprozentig genau platziert. Daher haben wir die Security Essen 2022 so gegliedert: Direkt am Eingang in der Halle 8 finden unsere Fachbesucher die Bereiche Digital Networking Security und Dienstleistungen. Das ist ein beeindruckender Empfang, denn die Gäste erhalten Zutritt durch unseren neuen Messeeingang Ost. Das lichtdurchflutete Glasfoyer bietet das passende Entree für eine impulsgebende Leitmesse. Gehen die Besucher weiter in die Halle 7, erwarten sie dort Aussteller rund um Brand, Einbruch und Systemlösungen. Zutritt, Mechatronik, Mechanik, Systeme und Perimeter sind die Schwerpunkte in der Halle 6 und einem angrenzenden Teil der Halle 5. Aussteller aus dem Bereich Video zeigen ebenfalls in der Halle 5 ihre Angebote. So ermöglichen wir den Besucher*innen eine einfache und komfortable Orientierung bei gleichzeitig thematisch bestmöglicher Platzierung der Aussteller. Wir planen insgesamt mit rund 500 Ausstellern – das wäre bei den derzeitigen Herausforderungen durch Pandemie, Ukraine-Krise und Lieferkettenschwierigkeiten ein tolles Ergebnis.

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Julia Jacob, Projektleiterin Security Essen
Foto: Messe Essen
Julia Jacob, Projektleiterin Security Essen

Wie kommt das Konzept der Security Essen in der Branche an?

Oliver P. Kuhrt: Wir erhalten großen Zuspruch aus der Sicherheitswirtschaft. Denn die Branche wünscht sich eine Plattform, auf der alle Bereiche dieses wichtigen Industriezweiges vertreten sind. Die Security Essen bietet diesen Überblick, zeigt die vielseitigen Vernetzungen der Gewerke und eröffnet Gelegenheit zum Austausch. Das ist auch für Systemanbieter interessant – wie beispielsweise die Rückkehr von Telenot zeigt. Unsere Fachbesucher schätzen diese Vielfalt. Wer sich über die Welt der zivilen Sicherheit informieren möchte, der ist hier richtig.

Julia Jacob: Darüber hinaus punktet unsere Messe mit zahlreichen Innovationen. Viele Aussteller zeigen hier ihre neuen Entwicklungen. Und auch für Jungunternehmen ist die Security Essen eine begehrte Plattform, um neue Zielgruppen zu erschließen. In der Messehalle 5 bieten wir ihnen mit dem Gemeinschaftsstand Junge Innovative Unternehmen die Möglichkeit, sich der Fachwelt zu präsentieren. Da sind tolle Ideen dabei. Ein Unternehmen präsentiert innovative Robotertechnik, ein weiteres sichere Zutrittslösungen aus der Cloud, und eine dritte Firma erstellt Tresore in Möbeloptik.

Welche sicherheitstechnischen Themen werden auf der Messe Ihrer Einschätzung nach im Vordergrund stehen?

Oliver P. Kuhrt: Sicherheit ist das bestimmende Thema unserer Zeit. Vor der Pandemie war insbesondere physischer Schutz von Großveranstaltungen, wie zum Beispiel Weihnachtsmärkten gefragt. Der Interessensschwerpunkt lag auf Barrieren, Perimeter und Video. Während der Pandemie haben sowohl Unternehmen als auch Verbraucher viel in vernetzte Sicherheit und Smart Home investiert. Hier hat die Technik in den letzten Jahren enorme Entwicklungen vollzogen und bietet nun ein deutlich optimiertes Preis-Leistungs-Paket. Zurzeit herrscht besonders starke Nachfrage nach digitaler Sicherheit, da im Zuge der Ukraine-Krise auch die Hacker-Angriffe stark zugenommen haben. Sie sehen also: Die Themen sind vielseitig und gehen uns so schnell nicht aus.

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Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer Messe Essen.
Foto: Messe Essen
Oliver P. Kuhrt, Geschäftsführer Messe Essen.

Welchen Stellenwert haben die Themen Digitalisierung und Cybersecurity auf der Security Essen 2022?

Julia Jacob: Das ist ganz klar einer unserer Schwerpunkte. Denn sowohl Digitalisierung als auch damit verbundene Schutzmaßnahmen sind Trends der Sicherheitsbranche. Ob Zutritt, Video, Brandschutz oder viele andere Bereiche: Die Digitalisierung hat hier viele Synergien und neue Möglichkeiten für stärkeren Schutz, Effizienz, Kostenreduzierungen und schnellere Reaktionszeiten geschaffen. Genauso wichtig es, digitale Daten vor unbefugtem Zugriff zu bewahren. Durch IOT-Devices und die Internet-Anbindung von Produkten und Dienstleistungen, die bisher rein physisch oder autark funktionierten, ergeben sich neue mögliche Angriffsziele für Cyber-Kriminelle. Auf der Security Essen widmen wir uns gezielt dem IT-Schutz von Sicherheitslösungen. Dafür haben wir die Digital-Networking-Security-Konferenz in Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „kes“ ins Leben gerufen. Hier berichten Expert*innen über aktuelle Vorfälle, wichtige Schnittstellen zwischen der Corporate- und IT-Security, rechtliche Vorgaben und praktische Umsetzungsbeispiele – die Informationen richten sich sowohl an Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen und Behörden als auch an Anbieter und Errichter von Sicherheitstechnik.

Die Digital-Networking-Security-Konferenz wird am ersten und zweiten Messetag stattfinden. Welche Speaker können die Besucher erwarten?

Julia Jacob: Wir haben einen spannenden Mix aus praxisnahen Themen zusammengestellt. Beispielsweise wird Professor Timo Kob von der Hisolutions AG über IT-Grundschutz und Wirtschaftsgrundschutz sprechen. Wie eine erfolgreiche Angriffserkennung gemäß IT-Sicherheitsgesetz 2.0 aussieht, verrät Sascha M. Zaczyk von der EnBW Cyber Security GmbH in seinem Statement. Mittlerweile ist bekannt, dass viele Cyberattacken durch die Unwissenheit der Mitarbeitenden mitverursacht wurden. Daher gibt Alex Wyllie von den IT-Seals Tipps zum Security Awareness Training. Was und was besser nicht im Falle einer Cyber-Krise getan werden sollte, erläutert Dr. Holger Kaschner von der Deutschen Cyber-Sicherheitsorganisation GmbH. Die sichere Nutzung von Cloud-Anwendungen ist der Schwerpunkt des Vortrags von Oliver Dehning von der TeleTrust AG Cloud Security. Das komplette Programm finden Interessenten tagesaktuell auf unserer Website 

Erwartet wird auf der Security Essen 2022 auch eine UN-Delegation. Wie präsent werden politische Themen wie der Ukrainekrieg auf der Messe sein?

Oliver P. Kuhrt: Auf einer Sicherheits-Fachmesse sind politische Themen unterschwellig immer präsent. So hat der Ukraine-Krieg international zu verstärkten Cybersecurity-Attacken geführt, vor denen sich Unternehmen und Verbraucher nun schützen müssen. Die Security Essen ist aber eine Messe für die zivile Sicherheit. Militärische Optionen werden hier nicht gezeigt. Die Teilnehmer der UN-Delegation sind Einkäufer*innen und befinden sich auf einer Informationsreise. Sie wollen sich bei unseren Ausstellern über interessante und innovative Produkte und Dienstleistungen informieren. Das eröffnet den Unternehmen interessante Optionen und möglicherweise sogar den Einstieg in das UN-Beschaffungswesen. Genau dafür sind Messen da: für das Netzwerken, für neue Kontakte und innovative Business-Optionen.

Stichwort Netzwerken: Welche weiteren Möglichkeiten gibt es auf der Messe, um neue Geschäftskontakte zu knüpfen?

Julia Jacob: Zum einen veranstaltet die Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft am zweiten Messetag die Sicherheitslounge der Sicherheitspartnerschaft NRW. Auf dieser Netzwerkplattform tauschen sich Sicherheitsverantwortliche aus – und das auch mit Teilnehmer*innen aus der Politik, aus Behörden und Wissenschaft. Unter anderem sind NRWs Innenminister Herbert Reul sowie Wirtschaftsministerin Neubaur eingeladen. Zum anderen bietet der Behördentag eine hervorragende Gelegenheit, sich zu vernetzen. Dafür haben wir bereits im Vorfeld gezielt relevante Behörden angesprochen und zur Security Essen eingeladen. Am zweiten Messetag informieren sich ihre Vertreter*innen hier auf der Messe. Denn ob physische, digitale oder personelle Sicherheit: Hier gibt es bei vielen Behörden einen großen Bedarf.

Einen großen Bedarf, miteinander ins Gespräch zu kommen, haben auch andere Bereiche der Sicherheitswirtschaft. Was bietet die Security Essen für sie?

Oliver P. Kuhrt: Für Brandschutzexperten haben wir gemeinsam mit dem Essener Haus der Technik ein eigenes Forum am dritten und vierten Messetag organisiert. Themen sind unter anderem der Brandschutz im IT-Grundschutz als Verbindung von Safety und Security, Best Cases zum Brandschutz in der Arena auf Schalke oder die technische Unterstützung durch den Einsatz von Drohnen. Da Drohnen für viele Einsatzzwecke in der Sicherheitsbranche in Frage kommen, bieten wir dazu einen eigenen Drohnenkongress am zweiten Messetag an. Selbstverständlich wird auch das beliebte „security experts forum“ wieder stattfinden. An allen Messetagen gibt es direkt in der Messehalle 6 ein fortlaufendes Programm, in dem Aussteller ihre Innovationen präsentieren und ihre Praxiserfahrungen zu Sicherheitsthemen vorstellen. So erhalten Fachbesucher*innen Informationen und interessante Lösungsansätze aus erster Hand und können nach dem Vortrag direkt Kontakte zu dem Unternehmen knüpfen.

Weiteres wichtiges Thema ist der Fachkräftemangel. Ist die Messe hier auch aktiv, um die Sicherheitsbranche zu unterstützen?

Julia Jacob: Selbstverständlich, denn der Fachkräftemangel in der Sicherheitswirtschaft ist wirklich alarmierend. Uns ist es sehr wichtig, hier zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft BDSW findet am ersten Messetag der Tag der Aus- und Weiterbildung statt. Hier sind Auszubildende, Studierende und Umschüler*innen herzlich eingeladen, sich über die Vielfalt der Sicherheitsbranche zu informieren. Dafür wird für sie ein volles Programm mit Vorträgen, Prämierung der besten Auszubildenden und dem Besuch von Ausstellern vorbereitet. Denn das zeigt die Erfahrung: Am besten ist es, wenn potenzielle Bewerber*innen ihre zukünftigen Arbeitsfelder direkt live näher kennenlernen.

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Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wer Essen noch nicht kennt, was empfehlen Sie ihm für die Zeit nach Messeschluss?

Oliver P. Kuhrt: Auf jeden Fall empfehlen wir einen Besuch im benachbarten Grugapark. Er schließt direkt an das Messegelände an und bietet auf 60 Hektar eine Grüne Lunge zum Durchatmen und Entspannen.

Julia Jacob: Wer es gesellig mag, dem legen wir Essens Ausgehmeile ans Herz. Die „Rü“, wie die Rüttenscheider Straße liebevoll genannt wird, beherbergt eine vielseitige Gastronomie, mit internationaler und regionaler Küche, Bars und Bistros. Auch Kulturliebhaber kommen in Essen auf ihre Kosten: Ob Schauspiel im Grillo-Theater, ein Konzert in der Philharmonie Essen oder Ballett im Aalto-Theater, die Häuser und ihre Ensembles sind international bekannt und geschätzt. Es wird also auch nach Messeschluss nicht langweilig in Essen.

Andreas Albrecht