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Großveranstaltungen sind nach Corona erst vereinzelt wieder möglich. Mit Sicherheitskonzeption und -technologie hätten sie schon deutlich früher wieder stattfinden können.

Videosicherheit

Smarte Technik macht Events in Pandemiezeiten möglich

Wie Großveranstaltungen auch in Pandemiezeiten mittels Technik sicher durchgeführt werden können. Ein Interview mit Ulf Hüther von Milestone Systems.

Ulf Hüther, Sales Manager DACH, Milestone Systems Germany GmbH spricht im Interview über den Einsatz von Video- und Sensortechnologien bei Großveranstaltungen in Pandemiezeiten sowie in verwandten Segmenten.

Die Coronapandemie hat Großveranstaltungen lange unmöglich gemacht, erst jüngst zeichnen sich Lockerung ab. Diese sind jedoch an Voraussetzungen geknüpft. Was können Ihrer Meinung nach Sicherheitskonzeption und -technologie hier beitragen?

Ulf Hüther: Trotz niedriger Inzidenzen und Lockerungen sind Großveranstaltungen erst vereinzelt wieder möglich. Mit Sicherheitskonzeption und -technologie hätten sie schon deutlich früher wieder stattfinden können, denn sie ermöglichen das effektive und tatsächliche Durchsetzen von Regeln, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder bestimmte Abstände zu allen Zeiten einzuhalten. Somit kann die Sicherheit aller Beteiligten gewährleistet werden. In der Veranstaltungsbranche haben sich leider viele technologische Mittel und Wege noch nicht durchgesetzt, auch wenn sich Technologie bisher schon oft als Lösungsweg in Krisen bewiesen hat.

Videotechnik ist seit Langem ein fester Bestandteil von Sicherheitsmaßnahmen im Bereich Events, aber trotzdem ist sie nur eines der Puzzleteile. Wie nutzt man sie im Rahmen eines ganzheitlichen Ansatzes optimal? Wohin entwickeln sich die Systeme?

Ulf Hüther: Es geht hier darum, die einzelnen Puzzlestücke aus Überwachungskameras gepaart mit Sensoren und Videoanalytik so zusammenzusetzen, dass ein System entsteht, dass allen Aspekten des Sicherheitskonzeptes gerecht wird und allen Stakeholdern einer Veranstaltung die nötigen Informationen bereitstellt. Das inkludiert nicht nur die Informationsgewinnung während der Veranstaltung, sondern auch vor und nach den Events. Hier können die mit Videotechnologie gesammelten Informationen ein wichtiger Bestandteil bei der Nachbereitung, aber auch der Vorbereitung von neuen Veranstaltungen sein.

Sinnvolle Verknüpfung von Video und Sensoren bei Events in Pandemiezeiten

Mit welchen anderen Sensoren und Technologien lässt sich Video sinnvoll verknüpfen? Wie sieht es etwa mit Lidar-Sensoren aus, die man hauptsächlich aus dem autonomen Fahren kennt? Was können diese beitragen?

Ulf Hüther: Lidar-Sensoren sind hier schon ein optimales Beispiel, wie man verschiedenste Technologien zu einem ganzheitlichen System vernetzten kann. Lidar-Sensoren arbeiten ähnlich wie ein Echolot, indem sie die Umgebung abtasten und ein dreidimensionales Bild der umgebenden Objekte erzeugen. Zudem erlauben diese Sensoren, Konturen, Entfernungen, Abstände und Geschwindigkeiten von Objekten sowie Personen auf großen Flächen auch in 3D detailliert abzubilden. Durch den Einsatz dieser Laser-Sensoren können einzelne Personen nicht identifiziert werden, aber ein Erfassen und Analysieren größerer Menschenmengen ist trotzdem – auch bei schwierigen Lichtverhältnissen – zuverlässig möglich. In Kombination mit der richtigen Software und weiteren Sensoren kann so ein ganzheitliches System für das Crowdmanagement auf Veranstaltungen geschaffen werden.

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Es geht bei Video- und Sensortechnik ja nicht mehr nur um Sicherheitsaufgaben, sondern um vielerlei Mehrwerte. Wo sehen Sie abseits der reinen Sicherheit den größten Nutzen für Anwender?

Ulf Hüther: Neben dem reinen Sicherheitsaspekt liegen die Vorteile von Videotechnologie ganz klar im Crowdmanagement und der Entwicklung smarter Systeme, die uns helfen, Prozesse zu automatisieren oder in weiten Teilen zu vereinfachen. Auf Veranstaltungen kann ein Video-gestütztes Crowdmanagement dabei helfen zu analysieren, wie viele Menschen sich gerade an einem bestimmten Ort aufhalten. So können Menschenmassen vom Veranstalter entzerrt werden, was letztlich auch für die Besucherinnen und Besucher ein besseres Erlebnis schafft.

Wir haben unsere Softwarelösung Xprotect als offene Plattform gebaut, die es Anwendern erlaubt, durch den Milestone-Marketplace eine Vielzahl von Hardware und mehr als 1.500 Softwareerweiterungen darin  zu integrieren. Dadurch, dass viele Unternehmen an Lösungen arbeiten, die in Xprotect integriert werden können, haben wir über die Jahre ein Ökosystem geschaffen, das einzigartig ist und Produkte aus den Bereichen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Zutrittskontrolle, Hardware, Gebäudemanagement, Sensorik und vieles mehr integriert. Damit sind den Anwendungsfällen und Wünschen unserer Kunden und Kundinnen eigentlich keine Grenzen mehr gesetzt.

Berücksichtigung von Datenschutz auch in Großveranstaltungen

Wie wird bei der zunehmenden Verknüpfung der Daten der Datenschutz sichergestellt und die Privatsphäre aller Beteiligten geschützt?

Ulf Hüther: Bei dem Einsatz von Videotechnologie wird in Deutschland viel Wert auf den Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Daten gelegt. Das ist hier im Vergleich zu vielen anderen Ländern auch sehr genau im Gesetz verankert. Technische Mittel erlauben es heute, Gesichter unkenntlich zu machen und den Zugang zum rohen Videomaterial nur einzelnen autorisierten Personen wie etwa der Strafverfolgungsbehörden zu gewähren. So ist die Nutzung von Videotechnik und -analytik vollständig DSGVO-konform.

Videotechnik und neue Sensortechnologien sind auch abseits von Großveranstaltungen in diversen Szenarien im Einsatz. Bei welchen sehen Sie das größte Potenzial? Welche Anwendungen hat man vielleicht in der Sicherheitsbranche noch gar nicht auf dem Schirm?

Ulf Hüther: Die Einsatzmöglichkeiten von Videotechnologie sind nicht nur an das Veranstaltungsgelände gebunden, sondern können auch auf zahlreiche andere Anwendungen erweitert werden. Sehr spannend finde ich den Einsatz von Videotechnologie im Rahmen von Smart City: Ein gut durchdachtes System kann Menschen in Großstädten dabei helfen, effizienter im Verkehr an ihr Ziel zu kommen und damit Ressourcen zu sparen.

Die Plattformarchitektur von Xprotect und unser Pro-Gerät-Lizenzmodell ermöglicht es frei darüber zu entscheiden, wie viele Geräte in unser System integriert werden sollen. Dadurch sind Projekte mit unserer Software beliebig skalierbar, was gerade beim Finden von Lösungen hilfreich ist, die auch in einem großen und teilweise unübersichtlichen Gelände funktionieren müssen. Durch den Einsatz von Sensoren können so z. B. auch städtische Anlagen überwacht werden, die der Öffentlichkeit zu bestimmten Zeiten nicht zugänglich sein sollen. Die Überwachung mit bestimmten Sensoren kann dabei helfen, weniger Zäune einzusetzen, was sich letztlich positiv auf das Stadtbild auswirkt.

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Foto: Milestone Systems Ulf Hüther, Sales Manager DACH von Milestone Systems im Interview über Events in Pandemiezeiten.
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