Image
qwant_google_privatsphaere.jpeg
Foto: Qwant
Die Suchmaschine Qwant zeigt im Vergleich zu Google, dass ein ethisches, trackingfreies Internet und der Schutz der Privatsphäre möglich sind.

Märkte

So dringt Google ungebremst in unser Privatleben ein

Das Ende von Drittanbieter-Cookies und damit der personalisierten Werbung naht. Doch Suchmaschinen wie Google, umgehen weiter den Schutz der Privatsphäre.

Bedroht durch die zunehmende Ablehnung von Drittanbieter-Cookies durch private Internetnutzer, die sich zunehmend mit dem Thema Datenschutz beschäftigen, umgehen einige Suchmaschinenbetreiber, wie Google, das, was sie für ein Problem halten: Die Wahlfreiheit des Users und den Schutz seiner Privatsphäre.

Der Trick: „Floc“, kurz für Federated Learning of Cohorts, ist eine neue Art der Nutzung von Browsing-Daten – und damit unserer Privatsphäre. Durch künstliche Intelligenz werden Nutzerdaten in Kohorten zusammengeschlossen und auf diese Weise untersucht.

Diese Technologie ordnet einen Internetnutzer einer Gruppe von Personen zu, die seine Gewohnheiten und Interessen teilen. Demnach wird nicht das Verhalten einer einzelnen Person untersucht und für diese individuelle Anzeigen erstellt, sondern das Verhalten einer Gruppe von Personen, die sich ähnlich sind. Floc stellt also das Verhalten der Gruppe dar und gleicht die entsprechenden Attribute ab, wodurch Websites mit einer Kohorten-ID versehen werden. Je mehr Kohorten-IDs es gibt, die nur wenige unterschiedliche Personen enthalten, desto genauer ist das Targeting.

Coronakrise: So bereichert sich Google mit Steuergeldern

In der Corona-Krise besteht Google gegenüber Reiseanbietern auf Rechnungen in Millionenhöhe. Hilfskredite aus Steuergeldern landen so beim Internetriesen.
Artikel lesen

Warum ist Floc kein Fortschritt für die Privatsphäre?

Floc wurde durch eine Kombination von zwei Faktoren möglich gemacht: Auf der einen Seite die Motivation, Nutzer weiterhin zu verfolgen und anzusprechen. Auf der anderen Seite die Möglichkeit, auf einen ausreichend großen Pool von Profilen zurückzugreifen, um Gruppen mit ähnlichen Verhaltensweisen herauszufiltern.

Während immer mehr Internetnutzer sensibel auf die Verwendung ihrer persönlichen Daten reagieren, ist die Absicht des amerikanischen Riesen ganz klar: Das Unternehmen will weiter im Bereich der Datensammlung und des Werbe-Targetings tätig sein. Daran, dass Nutzerdaten durch die Analyse gesammelt werden, ändert sich nicht viel: Es wird einfach sein, durch die ID des Internetnutzers seine Kohorte herauszufinden und die Attribute abzuleiten, die ihm zugeordnet sind. Der Besuch bestimmter Seiten, das Interesse für bestimmte Artikel, der Kauf bestimmter Produkte - alles wird verwendet, um das Profil zu verfeinern. Außerdem wird die Kennung der Nutzer, die Elemente der Persönlichkeit offenbart, ohne erforderliche Zustimmung an alle Websites gesendet, die sie anfordern.

Dadurch, dass das Targeting durch die Kategorisierung einer sehr großen Anzahl von Nutzern funktioniert, bietet es für den Suchmaschinen-Monopolist die Möglichkeit, eben jenes Monopol noch weiter auszubauen. Die von einer Technologie wie Floc gewonnenen Informationen sind nämlich nur dann relevant, wenn sie von einer besonders großen Stichprobe stammen. Es wird also für die Konkurrenz viel komplizierter sein, eine Alternative anzubieten und die Marktpreise zu regulieren. Das neue System hat bereits die Aufmerksamkeit einiger Kartellbehörden in den USA auf sich gezogen.

Die falsche Debatte und die richtige Alternative zu Google

Viele Internetnutzer fragen sich nun, welche Tracking-Methode zwischen Cookies und Floc die am wenigsten aufdringliche ist. Aber es ist eine Wahl zwischen zwei schlechten Lösungen. Gerade das Tracking als Ganzes müssen wir ablehnen, weil es darauf abzielt, unsere Entscheidungen zu beeinflussen.

Die Alternative ist natürlich, Dienste zu finden, die die User mögen und die ihre Freiheit, ihre Privatsphäre und ihre Gedankenfreiheit respektieren. Die Suchmaschine Qwant zeigt, dass ein ethisches und trackingfreies Internet möglich ist. Werbetreibende müssen davon überzeugt werden, dass ethische Werbung funktioniert. Qwant ermöglicht ein frei nutzbares Internet und stellt die Mittel zur Finanzierung von Gehältern und Infrastrukturen, wie zum Beispiel Servern, bereit.

Über die Frage des Werbemodells hinaus wirft dies große Fragen in Bezug auf das Gesellschaftsmodell, die individuelle Freiheit und die Demokratie auf. Insbesondere die Frage, ob man weiterhin ein Internet möchte, das auf der Profilerstellung von Internetnutzern basiert und Nutzern damit die Möglichkeit nimmt, eine ganzheitliche und neutrale Sicht auf das Web zu haben. Durch die „Personalisierung“ oder die Klassifizierung, die auf vorherigem Browsing basiert, werden dem User Inhalte aufgezwungen, die seinen Interessen entsprechen sollen und ihm die Möglichkeit genommen, andere Sichtweisen zu entdecken. Kurz gesagt, um sich eine fundierte Meinung bilden und Überzeugungen bilden zu können.

Qwant richtet sich an genau diese Anwender mit der Botschaft: Die Privatsphäre der User soll vollständig privat bleiben. Nutzer sollen frei in ihren Gedanken sein und sich nicht vorschreiben lassen, was sie zu denken haben. Ob durch Cookies oder Floc, ihre Daten sollten nicht verwendet werden, um das Web, auf das sie täglich zugreifen, vorzuformatieren. Sie sollen nicht durch Inhaltsvorschläge eingeschränkt werden.

Foto: Fasctom Technology

Vereinzelung verhindert Doppelzutritte

Den Hintermann ausbremsen

Nicht zuletzt die Forderung des „TÜV-IT: Level3“ nach Vereinzelung im Rechenzentrum, motiviert viele RZ-Betreiber, effektive Vereinzelungen als physische Ergänzung ihrer Firewalls einzusetzen.

Google besteht in der Coronakrise gegenüber Reiseanbietern auf Rechnungen in Millionenhöhe. Hilfskredite aus Steuergeldern landen so direkt beim Internetriesen.
Foto: Pixabay

Märkte

Coronakrise: So bereichert sich Google mit Steuergeldern

In der Corona-Krise besteht Google gegenüber Reiseanbietern auf Rechnungen in Millionenhöhe. Hilfskredite aus Steuergeldern landen so beim Internetriesen.

Foto: Amazon

Amazon Echo Sprachsteuerung

„Alexa“ beim Online-Shopping ausbremsen

Was tun, wenn Amazons „Alexa“ via sprachgesteuertem Echo-Lautsprecher Produkte bestellt, die man nicht kaufen möchte? Der Security-Software-Hersteller Eset hat für diesen Fall Tipps zusammengestellt, denn Einkäufe abbrechen kann die Sprachassistentin bislang nicht

Foto: Schraner

Schraner

Branddetektion im Güterverkehrszentrum Bremen

Die Bremer Lagerhaus Gesellschaft setzt für ihre Großprojekte im Güterverkehrszentrum Bremen, das im Verbund mit dem neuen Jade Weser Port steht, auf die linearen Rauchmelder „Thefirebeam“ der Firma Schraner.