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Foto: Adobe Stock, Schraner GmbH
Das virtuelle Branchentreffen Feuerteufel-Brunch, organisiert von der Schraner Group, zeigte deutlich die Chancen der Brandmeldebranche im Zuge der Digitalisierung auf.

Brandschutz

So profitiert die Brandmeldebranche von der Digitalisierung

Die Digitalisierung der Brandmeldebranche hat sich 2020 noch einmal beschleunigt. Dies zeigte unter anderem der virtuelle Branchentreff „Feuerteufel-Brunch“ der Schraner Group deutlich.

Bereits 2018 veröffentlichte die Schraner Group eine Studie, die sich mit den Entwicklungstendenzen und Herausforderungen der elektronischen Sicherheitstechnik, und speziell mit der Digitalisierung der Brandmeldebranche beschäftigte. Die Errichterbetriebe sahen damals im technologischen Wandel und dem Marktumfeld sowie der Marktnachfrage nach der Sicherheit die wesentlichen externen Herausforderungen, wie Studienleiter Professor Frank Reinhardt berichtete. Er ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen und leitet das Steinbeis-Beratungszentrum Corporate Governance und Wirtschaftsprüfung. In seinem Vortrag beim digitalen Feuerteufel-Brunch Ende Oktober 2020 beleuchtete er das Spannungsfeld der Branche zwischen Regulierung und sich stetig ändernden Kundenanforderungen.

Die digitale Transformation erlaubt wirtschaftlichere Arbeitsweise

„Regulierung kann auch träge machen“, sagt der Professor. „Notwendige Innovationen und technischer Fortschritt werden in regulierten Branchen sehr spät erkannt.“ Der Grund sei ein geringerer Veränderungsruck von außen. Häufig mangele es auch an der Kundenfokussierung. Durch die Digitalisierung verändern sich vor allem die Kundenanforderungen: So wünsche sich der Kunde mehr Transparenz. „Er erwartet kürzere Reaktionszeiten bei Anfragen und digitale Zugangswege zum Unternehmen. – Insgesamt haben wir es mit informierteren Kunden zu tun, die auch eine höhere Preis-Sensibilität haben.“ Diese Aspekte müssten die Unternehmen berücksichtigen.

Insgesamt blickt Professor Frank Reinhardt optimistisch in die Zukunft. So lautet sein Resümee: „Die Bedeutung der digitalen Transformation ist in der Brandmeldebranche erkannt. Es müssen aber noch weitere Anstrengungen unternommen werden, zur Nutzung und Erschließung von den Potenzialen, die die Digitalisierung mit sich bringt.“ Denn der Digitalisierungsgrad der Branche sei insgesamt noch zu gering. Er fordert deshalb eine stärkere Ausrichtung der Akteure auf die Kundenanforderungen, auf Marketing und Vertrieb.

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Dem Fachkräftemangel erfolgreich mit Digitalisierung begegnen

 „Die Branche der Brandmeldetechnik ist durch die Regulierung stark strukturiert“, weiß Stefan Schraner. Der Geschäftsführer der Schraner GmbH kennt die Branche seit rund 30 Jahren. „Ich erlebe jedoch täglich und vor allem habe ich das 2020 erfahren, dass die digitale Transformation bereits begonnen hat und auch durch Corona eine zunehmende Dynamik bekommt.“ Als Unternehmer und erfahrener Kaufmann sieht er hauptsächlich Chancen für die Akteure im Bereich der Brandmeldetechnik, wie er bei der Podiumsdiskussion erläuterte. „Wir können als Branche durch die digitale Transformation insgesamt wirtschaftlicher arbeiten.“ Das erhöhe die Deckungsbeiträge. „Losgelöst davon, sehen wir eine Nachfrage nach spezifischen Gesamtlösungen der Kunden im Bereich der Alarmierung und dem Lifecycle einer Brandmeldeanlage“, so Schraner.

Neben Stefan Schraner nahmen Klaus Hirzel, Geschäftsführer der Novar und Notifier Sicherheitssysteme, beides Unternehmen von Honeywell Building Technologies (HBT), an der Podiumsdiskussion teil und Professor Frank Reinhardt. Sie waren sich einig, dass ein grundlegender Wandel notwendig sei, um insgesamt als Branche attraktiver zu werden, vor allem auch als Arbeitgeber. Die Forderung, gemeinsam ein Paket gegen den Fachkräftemangel zu schnüren, stieß auf breite Unterstützung. Eine Umfrage unter den Teilnehmenden des Feuerteufel-Brunchs zeigte, dass für 81 Prozent das Thema Fachkräftemangel die mit Abstand größte Herausforderung darstellt. Doch auch hier kann der digitale Wandel wesentlich dazu beitragen, um beispielsweise Arbeitsabläufe zu optimieren, um schneller zu werden und produktiver. Dies sei mit neuen Technologien möglich, die bereits am Markt existieren oder in naher Zukunft kommen.

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Stefan Schraner sieht, wie viele Branchenkenner und Experten, im Building Information Modelling, kurz BIM, eines der Kernthemen, das neben dem Generationenwechsel innerhalb der Betriebe die Digitalisierung der Brandmeldebranche vorantreiben wird. Er hat deshalb mit Jens Gruneberg einen Experten eingeladen, der das Projektgeschäft und damit den digitalen Wandel der Branche seit zwei Jahrzehnten aus der täglichen Praxis kennt. Eine seiner zentralen Forderungen lautet: Um die Fachplanungen im Detail auf der Baustelle umsetzen zu können, müssten sie detaillierter sein. Building Information Modelling kann hier Abhilfe schaffen. Derzeit werde BIM selten in der Praxis eingesetzt. Gleichzeitig warnt er vor den wirtschaftlichen Folgen, die die Einführung von BIM für Facherrichterbetriebe haben kann: „BIM wird unbestritten eine Vielzahl an Erleichterungen mit sich bringen, wenn es einmal läuft. Aber der Weg dorthin, die Einführung der Methode, die wird steinig werden.“ Vor allem, wenn sich die Einführung nicht auf der monetären Seite widerspiegele.

Den digitalen Wandel als Branche gemeinsam gestalten

Um den digitalen Wandel als Branche gemeinsam erfolgreich zu gestalten, ist für Stefan Schraner ein regelmäßiger Austausch zwischen den Akteuren, den Facherrichterbetrieben, den Herstellern und auch der Feuerwehr unerlässlich. „In enger Kooperation mit Errichtern, Herstellern und Betreibern wollen wir neue Wege beschreiten, um den Alltag und die Welt sicherer zu machen.“ Mit dem digitalen Feuerteufel-Frühstück gibt die Schraner Gruppe monatlich Impulse. „Das wollen wir dauerhaft anbieten“, sagt Stefan Schraner und ergänzt: „Wir haben in den letzten Jahren einige digitale Wege zur Vernetzung gestartet und bedingt durch Corona auch digitale Events.“ Außerdem entwickle das jüngste Start-Up der Schraner Group, die Datolution GmbH, gerade eine neue Plattform, bei dem der Lerngewinn aus vielen tausend Projekten einfließt.

Foto: Pixabay

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