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Studie von Unisys

Staat soll vor Hackerangriffen schützen

Die deutsche Bevölkerung wünscht mehr Einsatz, um Malware, Datenspionage und Hackerangriffe zu verhindern, so das Ergebnis des diesjährigen Security Index von Unisys. 77 Prozent der Studienteilnehmer sind dafür, dass staatliche Einrichtungen Überwachungswerkzeuge gegen Malware- und Hackerattacken einsetzen.

Der Security Index (SI) ist eine weltweite Studie zu Verbraucherein-stellungen hinsichtlich Sicherheitsbedenken. Liebermann Research führt die Umfrage in Lateinamerika, Europa, Malaysia und den USA durch, Newspoll in Australien und Neuseeland. Im Rahmen des SI werden weit über 11.000 Personen weltweit befragt. Im März 2013 wurde der aktuelle SI durchgeführt, bei dem auch ungefähr 1.000 deutsche Teilnehmer zu Wort kamen.

Kontrollen gefordert

Die Mehrheit der Deutschen fordert strenge Kontrollen beim Einsatz von Hackern in öffentlichen Institutionen, die Cyber-Angriffen entgegenwirken sowie IT-Sicherheitslücken, Netzwerk-Anfälligkeiten oder etwa illegale Aktivitäten innerhalb der Organisation aufdecken sollen. 62 Prozent verlangen strenge gesetzliche Richtlinien, und 76 Prozent wollen eine unabhängige Prüfinstanz, welche den Einsatz von Hackern in öffentlichen Institutionen überwacht.

Wie jüngst zu lesen war, antworten Regierungen und Strafverfolgungsbehörden auf die IT-Sicherheitslücken, indem sie Hacker einstellen, um gegen Cyber-Terrorismus zu kämpfen. Die Forderung nach verstärkter Prävention gegen Malware- und Hacker-Angriffen durch die Öffentlichkeit geht auch mit den Bestrebungen von Enisa, der European Network and Information Security Agency des Europäischen Parlaments, einher. Damit soll der Fokus mehr auf Prävention und Vorbeugung im Bereich Cyber-Sicherheit gelegt werden, was auch ein häufig diskutiertes Thema innerhalb der deutschen Bevölkerung darstellt.

Wachsendes Sicherheitsbedürfnis

Seit der letzten Erhebung im Frühjahr 2012 ist der Gesamtwert des SI, der neben der persönlichen Sicherheit nationale, finanzielle und Internet-Sicherheit untersucht, in Deutschland signifikant von 135 (insgesamt moderate Sicherheitsbedenken) um 18 Punkte auf einen Wert von 153 - auf einer Skala bis 300 - gestiegen (insgesamt ernsthafte Sicherheitsbedenken).

Der Indexwert für Internetsicherheit ist mit 165 relativ am höchsten, für nationale Sicherheit mit 135 am niedrigsten. Wie auch schon in den Jahren zuvor bleibt die Sorge Nummer eins der befragten Deutschen das Thema Identitätsdiebstahl. 73 Prozent sind extrem oder sehr besorgt darüber, dass ihre persönlichen Daten gestohlen oder missbraucht werden. An zweiter Stelle folgt Kreditkartenbetrug (65 Prozent haben extreme beziehungsweise hohe Bedenken) und an dritter Stelle Computersicherheit (Viren und Spam-Attacken; 60 Prozent haben hier extreme beziehungsweise hohe Bedenken).

Man befragte die deutschen Verbraucher auch hinsichtlich ihrer Bedenken zu der Sicherheit ihrer persönlichen Daten in verschiedenen Branchen. Am schlechtesten schneiden Banken ab. 81 Prozent sind sehr besorgt, dass hier die Datensicherheit verletzt werden könnte und ihre persönlichen Daten gefährdet sein könnten. 78 Prozent haben ähnliche Bedenken in Bezug auf Telekommunikations- und Internet-Service-Provider. Hingegen sehen 69 Prozent ihre Datensicherheit im Gesundheitswesen gefährdet. Gegenüber Einrichtungen der öffentlichen Hand sind zwei Drittel der Befragten in puncto Datensicherheitsverletzungen sehr besorgt.

Zusamengefasst lässt sich sagen, dass die Mehrheit der Bürger hierzulande Schutzmaßnahmen vor Malware- und Hackerattacken verlangt. Gleichzeitig lehnt sie uneingeschränkte Einsätze von Hackern im Dienste des Staates ab. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen müssen noch viel tun, um mehr Vertrauen zu schaffen und Verbraucher davon zu überzeugen, dass ihre Daten in Sicherheit sind.

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