Ludger Voss, Gründer und technischer Ideengeber der Simonsvoss Technologies GmbH.
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Interviews

Symbiose aus Komfort und Sicherheit

Die Geschäftsführer von Simonsvoss, Ludger Voss und Bernhard Sommer, über den scheinbaren Widerspruch der Funktionen Komfort und Sicherheit.

Als Gründer und technischer Ideengeber hat Ludger Voss die digitale Schließtechnik seit Ende der 90er Jahre salonfähig gemacht, und seitdem begleitet ihn auch die Frage nach Komfort und Sicherheit im Baugewerbe.

Elektronische Schließtechnik stellt eine ebenso sinnvolle wie praktikable Ergänzung dar für Hausbesitzer, deren Komfortgedanken nicht bei Rollläden und Markisen oder Heizung enden. Das erläutern Ludger Voss und Bernhard Sommer, ebenfalls Geschäftsführer bei Simonsvoss im Interview am Beispiel des Systems „Mobilekey“.

Was ist Ihre Philosophie, was treibt Sie an?

Ludger Voss: Vor über 20 Jahren haben wir mit einer revolutionären Idee der digitalen Schließtechnik den Weg bereitet. Heute treiben wir immer noch täglich neue Ideen voran und entwickeln unser Angebot kontinuierlich weiter. Unser Herz schlägt für unsere Kunden, Mitarbeiter und Partner. Und für Technologie, mit der wir unsere Vision der schlüssellosen Welt verfolgen.

Was bedeutet das – „schlüssellose Welt“?

Ludger Voss: Sie können das wörtlich nehmen. Die Produkte von Simonsvoss machen mechanische Schließsysteme überflüssig. Wenn ich das grob vereinfacht darstellen darf, dann entspricht dieser Prozess der Entwicklung des Sonnenschutzes auf der Terrasse – immer weniger Hausbesitzer nutzen eine mechanische Kurbel für ihre Markise, die meisten steuern das per Funkfernbedienung.

Bernhard Sommer: Das Ganze ist aus der Sicht des Kunden eine Frage der Integration von Komfort und Sicherheit. Hochwertige Wohnhäuser und Eigentumswohnungen bedürfen einer professionellen, schnellen und einfachen digitalen Schließlösung. Wir stehen in diesem Segment vor einer Marktausweitung in Richtung Smart Home – und ein digitaler Doppelknaufzylinder von Simonsvoss kann problemlos nachgerüstet werden.Es gibt aber auch Bauherrn, die das anders sehen und eine gewisse Skepsis diesem Trend gegenüber an den Tag legen, von den Kosten für ein komplettes Smart Home Konzept ganz zu schweigen.

Ludger Voss: Das ist richtig. Hier gilt es für unseren Bereich zunächst präzise den Bedarf zu ermitteln und dabei das zur Verfügung stehende Budget im Auge zu behalten. Wir haben auch für solche Anforderungen eine hervorragende Lösung.

Bernhard Sommer: Genau – Mobilekey. Dieses System ersetzt den mechanischen Schlüssel durch einen digitalen Transponder, eine Pincode-Tastatur oder Smartphone. Anstelle eines mechanischen wird der digitale Schließzylinder in das Türschloss eingesetzt. Dieser Austausch ist ein „Kinderspiel“. Ohne Kabel und ohne zu Bohren. Tür, Schloss und Zylinder behalten ihre Optik. Mithilfe einer kostenlosen Web-App kann der Kunde das System selbst konfigurieren. Das ist der einfachste Schritt in die SmartHome-Welt.

Mehr Komfort bedeutet nicht weniger Sicherheit

Das klingt ja sehr einfach.

Ludger Voss: Ist es auch. Man kann damit bis zu 20 Türen ausstatten und 100 Nutzer einbeziehen. Es geht aber auch weniger umfangreich. Ich habe Mobilekey gerade bei mir in meine neue Haustür eingebaut, das ist sozusagen die kleinstmögliche Lösung, bestehend aus elektronischem Schließzylinder, Schließmedien und der Pincode-Tastatur, bei mir auf dem zur Haustür gehörenden Glaselement montiert wurde. Durch die Standardmaße, die für jede normale Haustür gelten, kann der Zylinder des mobilen Schlüssels in kürzester Zeit in das Schloss eingesetzt werden.

Bernhard Sommer: Mobilekey wird per kostenloser Web-App eingerichtet und verwaltet. Die App ist auf allen internetfähigen Geräten, wie PCs, Tablets, Mac-Rechnern oder Smartphones, bedienbar. Sie legen als Nutzer mit wenigen Klicks fest, welche Personen welche Zutrittsrechte haben. In der Tat sehr einfach und jederzeit änderbar.

Was passiert, wenn jemand das nicht selbst einbauen möchte?

Bernhard Sommer: Wir arbeiten bei Simonsvoss intensiv mit dem Fachhandel zusammen. Unsere Vertriebspartner sind in allen Systemen bestens geschult, hier kann man als Endkunde die Montage und Einstellung von MobileKey beauftragen.

Doppelknaufzylinder für digitale Schließtechnik

Können Sie etwas zu den Komponenten sagen?

Ludger Voss: Basis ist der freidrehende digitale Doppelknaufzylinder – Mobilekey ist standardmäßig für den Innen- und Außenbereich geeignet und mit der Funktion „Zutrittskontrolle“ für Zeitpläne und die Protokollierung von Zutritten ausgerüstet. Mit den integrierten Knopfzellen lassen sich bis zu 300.000 Schließvorgänge – also bis zu 10 Jahre Nutzungszeit – realisieren. Als Identifikationsmedium nutze ich bei mir im neuen Haus die PinCode-Tastatur. Sie wird kabelfrei montiert – auch auf Glas. Zum Öffnen gebe ich einen selbst festgelegten Code ein, der 4 bis 8 Stellen umfassen sollte. Den Code kann ich bei Bedarf jederzeit ändern. Wir nutzen außerdem Transponder, damit öffnet sich die Tür per Funk auf Knopfdruck.

Bernhard Sommer: Hier zeigt sich auch ein weiterer enormer Vorteil digitaler Schließtechnik: Wenn jemand aus der Familie seinen Transponder verloren hat, kann dieser ganz einfach gesperrt und ein anderer dafür neu aktiviert werden. Damit ist die Tür wieder gesichert und man muss keine Schlösser mehr austauschen. Die Verwaltung des Systems funktioniert mit jedem internetfähigen Gerät von jedem Ort der Welt aus. Sie können aus dem Liegestuhl im Urlaub sozusagen Zutrittsberechtigungen vergeben oder sperren und den Status der mit dem System ausgestatteten Tür abfragen.

Ist das dann eine Zusatzoption?

Ludger Voss: Ja. Man kann Mobilekey außerdem optional mit dem so genannten Door Monitoring aufwerten. Dann überwachen integrierte Sensoren im Elektronikzylinder den Türzustand und registrieren jede Zustandsänderung. Offen, geschlossen, Riegel komplett ein- oder ausgefahren, ein- oder zweimal gesperrt, zu lange offen – die entscheidenden Informationen werden in Echtzeit gemeldet und protokolliert.

Bernhard Sommer: Unsere jüngste Innovation ist Key4Friends – mit diesem Online-Modul lassen sich temporäre Zutrittsberechtigungen, zum Beispiel für externe Dienstleister, Lieferanten oder Gäste, per E-Mail versenden. Key4Friends ist bis zu sechs Monate gültig und kann beliebig oft verlängert werden.

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Interview mit SimonsVoss

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Simonsvoss

Neues aus der schlüssellosen Welt

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Simonsvoss

Zutrittskontrolle für Kleinanlagen

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Offene Behörde

Schließsystem ohne Bart

Seit 2008 rüstet das moderne Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) sukzessive auf das digitale Schließsystem von Simonsvoss um, um auch außerhalb der Öffnungszeiten geordnete Sicherheit und eine vertrauensvolle Atmosphäre im Haus gewährleisten zu können.

Special Zutrittskontrolle: Informieren Sie sich rund um den Themenbereich der Zutrittskontrolle

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