Integrierte und kosteneffektive Lösungen zur Branderkennung, -kontrolle und -meldung sind für Unternehmen von besonderem Interesse, denn sie tragen zum Schutz der Belegschaft und der materiellen Güter bei.
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Integrierte und kosteneffektive Lösungen zur Branderkennung, -kontrolle und -meldung sind für Unternehmen von besonderem Interesse, denn sie tragen zum Schutz der Belegschaft und der materiellen Güter bei.

Brandschutz

Technologische Trends im Brandschutz

Welche aktuellen Trends gibt es im Brandschutz, und wie können integrierte Sicherheitssysteme zum Schutz von Menschen, Gebäuden und Prozessen beitragen? 

Der durch eine einzigartige und herausfordernde globale Gesamtsituation getriebene Kostendruck stellt fast alle Unternehmen vor schwierig zu lösende Aufgaben. Diese betreffen häufig Gebäudebetreiber und das produzierende Gewerbe. Ein Hebel, der helfen kann, ist eine Optimierung der Gebäudetechnik, um Ausfallzeiten zu minimieren. Sicherheitssystemen für den Brandschutz kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Das Ziel ist es, eine bessere Kontrolle und Überwachung sensibler Bereiche auf verschiedenen Ebenen zu schaffen – beispielsweise Schutz gegen digitale Attacken, unbefugten Zutritt, Umweltkatastrophen, Feuer, Diebstahl oder Gesundheitsrisiken.

Integrierte und kosteneffektive Lösungen zur Branderkennung, -kontrolle und -meldung sind für Unternehmen von besonderem Interesse, denn sie tragen zum Schutz der Belegschaft und der materiellen Güter bei. Brandschutzexperten stehen entsprechend vor der Herausforderung, eine Antwort auf die Frage zu finden, wie das gesamte Gebäude sicherer gemacht werden kann – und nicht nur ein einzelnes Büro oder der Serverraum.

Digitalisierung und vernetzte Gebäude

Ein Brand- und Lebensschutzsystem – die wohl wichtigste Sicherheitskomponente in einem Gebäude – ist die Einzige, die nicht täglich benutzt wird. Daher wird sie bei der Modernisierung eines Gebäudes leicht übersehen. Während die Digitalisierung im Zeitalter der zunehmend intelligenten Gebäude zahlreiche Systeme verändert hat, bleibt die digitale Brandschutztechnik oft das fehlende Glied auf dem Weg zu einem wirklich vernetzten Gebäude.

Die Digitalisierung kann vollständig vernetzte Gebäude Wirklichkeit werden lassen, indem sie das kritischste System im Gebäude mithilfe des Internets der Dinge (IoT), Cloud-Computing und mobilen Datenanwendungen online bringt. Die Integration von IoT-basierten Tools in ein Brandmeldesystem bietet zahlreiche Vorteile: sie können sicherstellen, dass Wartungsprüfungen wie von den örtlichen Behörden vorgeschrieben durchgeführt werden, oder dass aktuelle Echtzeit-Informationen für Ersthelfer bereitgestellt werden, die deren Reaktionszeit verkürzt und mehr Details über die Situation liefert, bevor sie bei einem Notfall vor Ort eintreffen.

Mehr Sensoren, mehr Brandschutz

In den letzten Jahren hat sich die Branche hin zu Brandmeldern entwickelt, die nicht mehr lediglich einen einzigen traditionellen photoelektrischen Sensor einsetzen, sondern mehr als einen Sensortyp verwenden, um einen Brand zu erkennen. So ist eine Kombination von Hitzesensoren, CO2-Sensoren und Infrarotsensoren mittlerweile üblich. Zusätzlich sind inzwischen auch mit Kameras ausgestattete Melder zur Rauchbilderkennung in großen, offenen Räumen verfügbar.

Die Kombination mehrerer Sensoren in einem Melder erlaubt es dem Gerät, eine Mischung von Elementen zur Erkennung eines Feuers zu verwenden, was die Entdeckung und die Eindämmung beschleunigt und dabei hilft, die Gefahr von Fehlalarmen zu verringern. Dies ist wichtig, da damit Zeit zur Evakuierung gewonnen wird und sich in Unternehmen Ausfallzeiten, etwa durch das präventive Herunterfahren von Maschinen, minimieren lassen. Zudem kann die Technologie dabei helfen die Gefahr zu minimieren, dass Menschen durch häufige Falschwarnungen desensibilisiert sind und in einen sorglosen Umgang mit Alarmen verfallen. Der Automatisierung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da die Menge der von modernen Systemlösungen gelieferten Daten deutlich angestiegen ist.

Erweiterung des Spektrums bei der Branderkennung

Ein wichtiges Argument für den Einsatz multipler Sensoren ist die Erweiterung des Spektrums bei der Branderkennung. Da unsere Gebäude immer mehr synthetische Materialien enthalten, müssen wir in der Lage sein, diese Brände schnell zu erkennen, um so viel Vorwarnzeit wie möglich zu geben. Ein gutes Beispiel hierfür liefert Polyurethan, das unter anderen zur Herstellung von Schaumstoffen, Lacken, Wärmedämmplatten und sogar von Kleidung verwendet wird. Dieses Material wird sehr heiß und verbrennt äußerst sauber mit minimaler Rauchentwicklung. Diese hat zu einer Veränderung der Anforderungen geführt und spiegelt sich unter anderem in neuen Brandschutzvorschriften wider. So schreibt die aktuelle Fassung der Europäischen Standards EN54, Teile 29, 30 und 31 für Multi-Sensorik-Brand- und Rauchmelder und Alarme ein breiteres Erkennungsspektrum von Bränden vor, explizit wurden in das Anforderungsprofil Polyurethanbrände aufgenommen.

Dass mehr Funktionalität und damit einhergehend ein Plus an Sensoren nicht mit zusätzlicher Hardware einhergehen muss, zeigt die Kombination von Kohlenmonoxid- und Branddetektoren. Da das Bewusstsein für die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung wächst, erkennen immer mehr Gebäudemanager die Vorteile solcher Melder in allen Räumen, in denen Brennstoff nutzende Geräte betrieben werden - von Privaträumen bis hin zu Parkhäusern. Hier bieten die Kombigeräte aus CO2- und Brandmelder eine nicht nur platzsparende, sondern meist auch preisgünstigere Alternative zu zwei Einzeldetektoren.

Gewährleistung von Sicherheit 

Vernetzte Detektorsysteme weisen im Gegensatz zu einer Installation von Stand-Alone-Meldern einen weiteren Vorteil auf: Sie können besser vor Vandalismus oder Manipulationen durch Dritte geschützt werden, was gerade in öffentlich zugänglichen Bereichen wie dem Einzelhandel oder im Gesundheitswesen von zunehmender Bedeutung ist. Falls sich jemand an einem Rauchmelder zu schaffen macht, der in ein Gesamtsystem integriert ist, kann man davon ausgehen, dass eine Warnmeldung an die zentrale Überwachung erfolgt, die den Gebäudeverwalter darüber informiert.

Es ist wichtig, sich für ein System zu entscheiden, das bereits im Grunddesign auf Datenschutz und Privatsphäre eine zentrale Rolle spielen, unter anderem durch den Einsatz von sicheren Passwörtern, aber auch von Firewalls, IDS (Intrusion Detection Systeme) und starken Cybersicherheitsprotokollen. Dieser Ansatz wird von den seriösen Anbietern solcher Lösungen meist schon in der Entwicklung konsequent verfolgt.

Schutzfunktion trifft Effizienz

Insgesamt lässt sich feststellen, dass integrierte Lösungen für Gebäude nicht nur maßgeblich zur Sicherheit von Menschen beitragen, sondern auch zu einem besseren Schutz von physikalischen Ressourcen und Arbeitsprozessen. Die dadurch erreichbaren Effizienzsteigerungen wiederum unterstützen dabei, den allgemeinen Kostendruck zu senken. Dies scheinen auch viele Gebäudebetreiber erkannt zu haben. So weist eine Studie von Mordor Intelligence zum Markt für Brandschutzsysteme für den Prognosezeitraum 2021 bis 2026 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 7,5 % auf 16,76 Mrd. US-Dollar aus.

Ein wichtiges Argument für den Einsatz multipler Sensoren ist die Erweiterung des Spektrums bei der Branderkennung.