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Sicherheitskonzept für Londoner Stadion

Tief in die Szene eintauchen

In London setzt das Twickenham-Stadion einen stufenweisen Wachstumsplan um. Die Sicherheit wird verbessert und vereinheitlicht, die Aufgaben für die Betreiber vereinfacht. Den Besuchern der berühmten Rugby-Spielstätte soll so eine positive Erfahrung garantiert werden.

Das Twickenham-Stadion liegt circa 16 Kilometer südwestlich vom Londoner Stadtkern und ist das Zuhause der Rugby Football Union (RFU). Mit einer Kapazität von 82.500 Plätzen ist es das zweitgrößte Stadion Englands, das viertgrößte in Europa sowie die weltweit größte nur für den Rugbysport entworfene Spielstätte. Das Stadion ist Austragungsort für hochkarätige Rugby-Spiele und alle Partien der englischen Rugby-Nationalmannschaft und wird als Location für internationale Top-Events sowie Konzerte international bekannter Künstler gebucht.

Ernennung zum Austragungsort der Rugby-Weltmeisterschaft 2015 veranlasste das Management dazu, das gesamte Stadion auf den Prüfstand zu stellen. Nach einer detaillierten Analyse entschied Twickenham, die Video- und Zutrittskontrollsysteme zu modernisieren. Das neue System sollte den Bedienkomfort für das Sicherheitspersonal verbessern und flexibel sowie herstellerunabhängig erweiterbar sein. Darüber hinaus musste das neue System eine zuverlässige Videoqualität bieten, um mögliche Verdächtige identifizieren zu können und das Geschehen rund um das Stadion im Auge zu behalten.

Ausschreibung für eine möglichst offene Systemplattform

Unter der Leitung von Phil Parker, Sicherheitschef der RFU, suchte Twickenham nach einer Sicherheitsplattform, die sowohl einen großen Funktionsumfang bietet, gleichzeitig aber auch einfach zu bedienen ist. „Ich wollte die RFU nicht auf einen Anbieter beschränken. Daher war eine offene Plattform unerlässlich. Wichtiger noch, wir wollten nicht mehr ständig zwischen verschiedenen Programmen wechseln müssen. Ich wollte meinen Mitarbeitern die Arbeit erleichtern, indem alle unsere Systeme auf einer einheitlichen Plattform abgebildet werden sollten“, erklärt Parker. Im Anschluss an die Ausschreibung wertete das Einkaufsteam Demos aus, führte Marktrecherchen durch und traf sich mit Anbietern von Sicherheitslösungen, die ihre Anforderungen zu einhundert Prozent erfüllten.

Nach einer detaillierten Auswertung aller angebotenen Lösungen entschied sich das Twickenham-Team für den Systemintegrator Vindex Systems und für deren Vorschlag, den „Genetec Security Center“. Dabei handelt es sich um eine einheitliche Sicherheitsplattform, die Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, automatische Nummernschilderkennung und weitere wichtige Systeme in einer intuitiven Lösung vereint. „Während des Kaufprozesses sahen wir uns mehr und mehr in unserer Entscheidung bestätigt“, sagt Parker. „Wir waren beeindruckt von den Möglichkeiten der Plattform und dem hohen Integrationsgrad mit anderen Systemen. Wir sind, im Falle neuer auf dem Markt verfügbarer Technologien zuversichtlich, dass Genetec diese problemlos integrieren kann. Das war eines der größten Verkaufsargumente für unser Team.“

Einheitliche Sicherheit Schritt für Schritt implementieren

Im Vorfeld der Weltmeisterschaft entschied sich Twickenham für eine schrittweise Implementierung. Als erstes wurde das bestehende Videoüberwachungssystem in die Genetec-Plattform integriert. Heute verwaltet Security Center 110 Kameras mit „Genetec Omnicast“, der integrierten IP- Videoüberwachungslösung. Da das System ausgesprochen flexibel ist, konnten die bereits installierten analogen Kameras mit angeschlossenen IP-Encodern weiter genutzt werden. Zudem wurden PTZ-Dome„AXIS Q60“ sowie 360-Grad-Kamera „AXIS M3007“ von Axis Communications installiert, um die Abdeckung rund um das Stadion auszuweiten. Durch die Möglichkeit, vorhandene Geräte weiter zu nutzen, konnte Twickenham sowohl Zeit als auch Kosten sparen.

Kurz nach der Installation der neuen Plattform entdeckte das Sicherheitsteam des Stadions zwei Männer, die versuchten, Bankkartenscanner an einem nahegelegenen Geldautomaten außerhalb des Stadiongeländes anzubringen. Sie konnten die Bank und die Polizei rechtzeitig informieren, hochauflösendes Bildmaterial als Beweismittel zur Verfügung stellen und so dazu beitragen, einen Betrugsversuch zu vereiteln, dem vermutlich auch die Stadionbesucher zum Opfer gefallen wären. „Die Qualität unserer Videoaufnahmen ist sehr viel höher als vorher. Wir können jetzt Videos anhalten, in Bildausschnitte hineinzoomen und damit tiefer in die Szene eintauchen. Das eröffnet uns eine viel bessere Perspektive“, sagt Parker. Im ersten Schritt wurden neben dem Videoüberwachungssystem auch zehn Türen auf dem Stadiongelände in das in Security Center integrierte Zutrittskontrollsystem „Genetec Synergis“ integriert.

Im zweiten Schritt werden künftig alle vorhandenen Zutrittskontrollpunkte in der einheitlichen Plattform abgebildet. Darüber hinaus installierte Twickenham auch ein Analysesystem für digitale Barrieren und fügte virtuelle Stolperdrähte entlang des eingezäunten Perimeters hinzu. „Unser Team kann mit Security Center noch besser auf Sicherheitsverstöße reagieren. Sie sehen sofort, wenn jemand unerlaubt über einen Zaun klettern oder eine Tür öffnen möchte. Darüber hinaus müssen sie nun nicht mehr verschiedene Anwendungen gleichzeitig im Auge behalten. Der entsprechende Alarm läuft samt dazugehörigem Video direkt auf einer Plattform, was den gesamten Reaktionsprozess effizienter macht“, erklärt Parker.

Mehr Vertrauen durch intuitive Funktionen

Das Personal behält das riesige Stadion dank einer in „Genetec Plan Manager“ integrierten Übersichtskarte stets im Blick. Die in Security Center integrierte Kartenschnittstelle ermöglicht es ihnen, Kameras schnell zu lokalisieren, auf einen Alarm zu reagieren und den Status aller Türen im Blick zu behalten. Das macht die Plattform laut Parker sehr benutzerfreundlich. „Einige frühere Systeme waren so umständlich, dass unsere Mitarbeiter nicht souverän und effizient arbeiten konnten, was beim Betrieb eines Stadions inakzeptabel ist. Security Center ist eine sehr intuitive Plattform, die unsere Mitarbeiter dazu befähigt, schnellere Entscheidungen zu treffen.“ Während eines Spieltags arbeitet das Sicherheitspersonal von zwei Kontrollräumen aus. Dazu nutzt das Team das Gefahren-Level-Management von Security Center. Es wurde speziell für Spieltage programmiert und ermöglicht den Zugriff auf spezifische Tools, mit denen das Stadion überwacht und auf Ereignisse reagiert werden kann. Darüber hinaus behält das Team die Besucherströme im Auge und kann betriebliche Probleme wie lange Warteschlangen erkennen oder dem Stadionpersonal mitteilen, wenn an einem Ort gereinigt werden muss. Die RFU ist mit dem Fortschritt in Twickenham sehr zufrieden. „Ich kann Vindex Systems und Genetec nur wärmstens empfehlen. Beide Unternehmen haben uns sehr bei der Migration unserer Systeme geholfen. Das Vorgehen war immer offen, freundlich und hilfsbereit. Wir freuen uns darauf, das volle Potenzial von Security Center nutzen zu können, sobald die zweite Implementierungsphase abgeschlossen ist“, sagt Parker.

Foto: Genetec

Olympiaparkstadion Lyon

La Grande Sécurité

Das Olympiaparkstadion in Lyon, auch bekannt als Grand Stade de Lyon, schützt seine über 59.000 Zuschauer mit einer besonderen Sicherheitslösung. Die Verantwortlichen suchten ein System, das neben hoher Sicherheit auch ein effizientes Besuchermanagement ermöglicht.

Genetec

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Foto: Genetec

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Foto: Bosch Building Technologies

Videosicherheit

Wie Bosch das Großprojekt des VTB Arena Parks sichert

Von Sportanlagen über Büros bis Unterhaltung: Bosch liefert diese Systeme zur Videosicherheit und Zutrittskontrolle für das Großprojekt des VTB Arena Parks.