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In der Wissenschaftswoche der HFT Stuttgart wurden die Transformationsprozesse beleuchtet, die zur intelligenten Stadt führen.

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Transformation: Eine Stadt wird intelligent

Die HFT Stuttgart widmete sich in ihrer Wissenschaftswoche der „intelligenten Stadt“. Um eine Stadt nachhaltig zu machen, sind Transformationsprozesse notwendig.

Wann ist eine Stadt intelligent oder smart und wie kann die Transformation dazu ablaufen? Stadtplaner verwendet den Begriff Smart City, wenn es um die nachhaltige Entwicklung von urbanen Lebensräumen geht wie beispielsweise der Umstieg auf Strom aus regenerativen Energien oder eine CO2-neutrale Mobilität. Die Hochschule für Technik Stuttgart (HFT Stuttgart) lud vor diesem Hintergrund vom 14. Bis 17. September 2021 zur Wissenschaftswoche „intelligente Stadt“ ein. Experten schätzen, dass in 30 Jahren rund 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben werden - eine riesige Herausforderung für die Städte und ihre Bevölkerung. Um diese Herausforderung meistern zu können, müssen heute schon die Weichen gestellt und verschiedene Transformationsprozesse eingeleitet werden.

Transformation von Klima, Mobilität,  Energie und Wohnraum

Eine Stadt ist dann intelligent, wenn es ihr gelingt, die Themenfelder Klima, Mobilität, Energieversorgung und Wohnraum miteinander zu vereinbaren. Im Rahmen dieses Transformationsprozesses ist es notwendig, die Bürger aktiv zu beteiligen, wie Prof. Dr.-Ing. Christina Simon-Philipp, Professorin für Städtebau und Stadtplanung, betont. Denn die Maßnahmen für eine intelligente Stadt werden vor Ort umgesetzt, daher ist die Akzeptanz der Bürger dringend erforderlich. „Wir müssen mit den Menschen vor Ort gemeinsam Lösungen entwickeln.“

Wohnraum muss bezahlbar bleiben

Am Beispiel der Keltersiedlung in Stuttgart-Zuffenhausen machte Dr. Dirk Pietruschka, Institutsleiter des Zentrums für nachhaltige Energietechnik an der HFT Stuttgart, deutlich, wie die energetische Transformation gelingen kann. Der Energieleitplan des Stadtteils, in dem aktuell zahlreiche Gebäude saniert werden müssen, soll energetisch, wirtschaftlich, aber auch ökologisch und sozial verträglich sein. Immer unter der Fragestellung, wie Wohnraum nachhaltig gebaut werden und dabei bezahlbar bleiben kann. Ein von der HFT Stuttgart im Projekt „iCity“ entwickeltes digitales Tool diente hier als Entscheidungsgrundlage für den Bau. Und mit dieser Entscheidungsmatrix können auch andere Kommunen arbeiten.

Ländlichen Raum nicht vernachlässigen

Autostadt Stuttgart – 200.000 Fahrzeuge werden pro Tag in der Stadt registriert, die jeweils nur mit 1,3 Personen besetzt sind. Prof. Dr.-Ing. Lutz Gaspers vom Fachgebiet Mobilität und Verkehr erläuterte, wie der Verkehr in der Stadt „smart“ gemacht wird. Dazu ist es nötig zu verstehen, warum so viele Pendler täglich das Auto benutzen. Ziel sollte sein, die Anzahl der Autos in der Innenstadt zu reduzieren, was aber nur mit einem Ausbau des ÖPNV im Umland gelingen kann. Überhaupt muss der ländliche Raum stärker im Fokus stehen, wie auch Prof. Simon-Philipp unterstrich. Tests in Reallaboren wie Ravensburg würden zeigen, dass die nötige Infrastruktur vorhanden sein muss, um eine Verhaltensänderung beim Bürger zu bewirken.

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Intelligente Stadt liefert zahlreiche Informationen

Der Geoinformatiker Prof. Dr. Volker Coors vom Studienbereich Informatik und Vermessung erläuterte die Funktion eines „digitalen Zwillings“ auf dem Weg zur intelligenten Stadt. Dabei wird die bebaute Stadt digital abgebildet, und der Bürger erhält zahlreiche Informationen zum Beispiel zu Luftqualität, Parkplätzen, Verkehrsbelastung. Je mehr Informationen der einzelne erhält, wenn er zum Beispiel in die Stadt fahren möchte, desto zielgerichteter kann erhandeln. Das Beispiel Weilimdorf zeige, wie man auf diese Weise eine Partizipationsplattform aufgesetzt habe. Dort geben es unterschiedlichste Informationen, interaktiv und visuell hinterlegt, zum Beispiel auch von Vereinen oder über die Flächennutzung.

Der Wunsch aller Wissenschaftler war es, dass Nachhaltigkeit und der schonende Umgang mit Ressourcen auf dem Weg zur intelligenten Stadt den Menschen in positiven Bildern vermittelt werden. Viele Technologien im Energiebereich sind schon vorhanden und müssen lediglich noch miteinander verknüpft werden, immer unter der Fragestellung, wie das Ziel aussehen soll. Auch beim Thema Mobilität soll es bei einer freien Verkehrsmittelwahl bleiben; allerdings sollten die Verkehrsmittel sinnvoller genutzt werden, um auch hier zu einer „intelligenten Mobilität“ zu kommen. Dazu notwendig ist aber auch der politische Mut, entsprechende Maßnahmen einzuleiten - und der wird bei dem Thema leider vermisst.

Das Ziel der Intelligenten Stadt ist allerdings nicht von heute auf morgen zu erreichen. Ein Zeitrahmen von 10-15 Jahren sei realistisch, so Prof. Simon-Philipp. Vorausgesetzt, alle Beteiligten ziehen an einem Strang und der politische Wille ist vorhanden.

Hintere Reihe von links: Manfred Reinhard, Dirk Ostermann, Uwe Gleich, Mike Bussmann, Andreas Albrecht, Wilfried Joswig, Stephan Dörenbach, Martin Scherrer. Vordere Reihe von links: Christof Knobloch, Thomas Fritz, Mike Plötz und Katharina Geutebrück.
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