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Intelligentes Gebäude

Trend zu offenen Systemen

Das Internet der Dinge ist in aller Munde. Diese Entwicklung wird sich auch auf Zutrittskontrollsysteme auswirken. Nach Schätzungen des Analysten IHS wird der Markt für Zutrittskontrolle bis 2017 auf einen Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar ansteigen. Dabei wird die Zutrittskontrolle zunehmend auch in die Videoüberwachung integriert.

Bereits heute sind mehr als die Hälfte der im Unter-nehmensumfeld eingesetzten Zutrittskontroll-systeme in die Videoüberwachung integriert. Die durchschnittliche Installation deckt zehn Türen und 128 Benutzer ab.

Bei vielen heute erhältlichen analogen, hybriden oder IP-Lösungen besteht jedoch das Problem, dass es sich dabei um proprietäre Systeme mit einer sehr eingeschränkten Flexibilität handelt. Eine Integration von Produkten von Drittanbietern ist so nicht möglich. Anwender sind daher darauf angewiesen, alle Systemerweiterungen vom selben Hersteller zu erwerben. Aktualisierungen oder Aufrüstungen zur Ergänzung von Videotechnologien oder zusätzlichen Funktionen sind häufig eine komplexe, teure und zeitaufwendige Angelegenheit. Doch die Branche verändert sich.

Einfache Handhabung

Das Internet der Dinge ist in aller Munde. Diese Entwicklung wird sich auch auf Zutrittskontrollsysteme auswirken. In einer zunehmend vernetzten Welt sind einfach bedienbare, flexible und offene Alternativen gefragt. Die Alternative: offene IPLösungen. Mit offenen IP-Systemen können die Zutrittskontrolleinheiten die vorhandenen Netzwerkinfrastrukturen nutzen. Elektrische Zentralverriegelungen, Leser und andere Vorrichtungen an den Türen stehen nun mit Power over Ethernet (PoE) zur Verfügung. Somit kann sowohl die Datenverbindung als auch die Stromversorgung über ein einziges Kabel laufen. Der Vorteil: Die Verkabelung wird stark vereinfacht. Diese mit einer offenen API (Application Programming Interface) und konfigurierbaren Ports ausgestatteten Systeme nutzen die normalen Internet- und Verbindungsprotokolle. Sie lassen sich problemlos in andere IP-basierte Geräte integrieren, wie beispielsweise Überwachungskameras und Einbruchmeldesensoren oder Klimaanlagen.

Unbegrenzte Flexibilität

Mit einem IP-basierten System wird jede Zutrittskontrolleinheit zu einem intelligenten, unabhängigen Gerät, das an jeder Tür installiert ist. Zu den Einheiten gehören eine integrierte Software für die grundlegende Zutrittsverwaltung sowie eine komplexere Software, die in andere Systeme im Netzwerk integriert ist und mit diesen kommuniziert. Eine derartige Lösung ist nicht nur flexibel hinsichtlich der Integration in andere angeschlossene Systeme, sondern auch frei skalierbar. Zutrittskontrollsysteme auf Basis dieser Einheiten können in beliebiger Größe ausgebaut werden, von kleinen bis zu erweiterten Installationen.

Da jede Einheit in der Installation ein intelligentes, in sich selbst verbundenes Gerät ist, bedarf es keines zentralen Servers. Die gesamte Kommunikation von und zu den Geräten läuft über das IP-Netzwerk. Daher kann die Verwaltung mit einer webbasierten Software praktisch von überall aus erfolgen.

Alle Anforderungen – von der Verwaltung der Karteninhaber, Rechte und Benutzergruppen, dem Verschließen von Türen aus der Ferne oder der Verfolgung von Ereignissen bis zum Versenden automatischer SMS-Bestätigungen bei Unregelmäßigkeiten – lassen sich problemlos in die Verwaltungssoftware programmieren und von jedem autorisierten Computer oder einem mobilen Endgerät aus steuern, das mit dem kabellosen Netzwerk verbunden ist.

Gemeinsam genutzte Informationen wie Systemdaten, Zugangsdaten der Benutzer und Konfigurationseinstellungen werden automatisch zwischen sämtlichen intelligenten Einheiten im System synchronisiert. Das Hinzufügen neuer Geräte und die Erweiterung der Installation gelingen dadurch äußerst einfach.

Unkomplizierte Integration

Da IP-basierte Zutrittskontrolleinheiten mit offener API eine integrationsfreundliche offene Plattform darstellen, können mehrere Arten von Software parallel laufen. Ein Beispiel ist eine mit flexiblen Funktionen ausgestattete Zutrittskontrollsoftware. Eine Videoverwaltungssoftware lässt die zusätzliche, einfache Integration von Türgeräten und Netzwerk-Videokameras für eine bessere Bedienbarkeit und mehr Sicherheit zu. Mit ihr können für die Zutrittskontrolle relevante Ereignisse automatisch eine Videoaufzeichnung auslösen: beispielsweise dann, wenn der Zutritt durch eine Tür verweigert oder eine ungültige Karte verwendet wird. Darüber hinaus kann mit einer Plattform für die Verwaltung der Integration physischer Sicherheit eine ganze Palette an verschiedenen Sicherheitssystemen wie Video, Zutrittskontrolle, Eindring- und Bewegungserkennung über eine gemeinsame Benutzerschnittstelle verwaltet werden.

Weitere Szenarien sind möglich, wie etwa die Integration in das Facility Management, wodurch Beleuchtung und Klimatisierung in einem Raum eingeschaltet werden, sobald Mitarbeiter das Gebäude betreten oder auch wenn die Überwachung von Temperatur, Feuchtigkeit und Raumklima durch die Steuersensoren der Türgeräte gesteuert wird. Theoretisch können Sensoren jeder Art hinzugefügt werden. Die Türgeräte bilden in diesem Fall – als Module für eine einfachere Kommunikation zwischen all diesen Geräten – die intelligente Basis für ein intelligentes Gebäudesystem.

Innovationen haben sich auf dem Markt für Zutrittskontrolle bisher nur langsam entwickelt. Die Branche für Videoinstallationen dagegen hat seit dem Übergang von analogen zu Netzwerk-Kameras zahlreiche bedeutende Innovationen erlebt. Nun wird es Zeit, dass der Markt für Zutrittskontrolle aufholt.

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Siemens

Webgestützte Zutrittskontrolle für KMU

Das Zutrittskontollsystem Aliro aus dem Bereich Security Products von Siemens bietet webgestützte Zutrittskontrolle für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

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Vernetzung von Zutrittskontrolle und Videoüberwachung

Trend zur Offenheit

Proprietäre Schnittstellen blockierten bisher die Integration unterschiedlicher Zutrittskontroll- und Videosysteme. Mit der zunehmenden Standardisierung bricht jetzt aber ein neues Zeitalter an: Es verspricht hohe Sicherheit, niedrige Kosten und minimalen Administrationsaufwand.

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IP-basierte Systeme

Traditionell zukunftsfähig

In vielen öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen erreichen analoge Systeme für die physische Zutrittskontrolle das Ende ihrer Lebenszeit. Proprietäre Komponenten lassen sich nur noch schwer ersetzen. Der Umstieg auf ein IP-basiertes System hingegen bietet eine in vielerlei Hinsicht vorteilhafte Lösung.

Sinnvoll ist es, veraltete Zutrittskontrollsysteme schrittweise auszutauschen und sie mit weiteren Sicherheitssystemen zu verknüpfen.
Foto: Genetec

Zutrittskontroll-Systeme

Schrittweiser Austausch von Zutrittskontrollsystemen

Das Sprichwort „Wenn es nicht kaputt ist, repariere es nicht“ passt bei Zutrittskontrollsystemen nicht immer. Hier kann ein schrittweiser Austausch sinnvoll sein.