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Interview mit HID Global

Türen in neue Welten öffnen

Im sich verändernden Sicherheitstechnik-Markt sieht sich HID Global mit multifunktionalen Lösungen, die weit über Zutritts-Funktionen hinaus gehen, gut aufgestellt. Der Eintritt in neue Marktsegmente wird zudem mit mehreren neu eingegangenen Partnerschaften angestrebt, sagt Markus Baba, Area Sales Manager D-A-CH, im PROTECTOR-Gespräch.

PROTECTOR: Herr Baba, welche Ziele verfolgt HID Global im D-A-CH-Markt für Zutrittskontrolle und welche Aufgaben nehmen Sie dabei in Ihrer Position als Area Sales Manager in dieser Region wahr?

Markus Baba: Zentrales Ziel in der D-ACH-Region ist die Fortsetzung des eingeschlagenen Wachstumskurses. Zu meinen primären Aufgaben zählen die Erhöhung unserer Präsenz und Marktdurchdringung in der Region. Im Hinblick hierauf haben wir bereits mit dem Aufbau eines Channels und Key-Managements begonnen sowie mehrere strategische Partnerschaften geschlossen. Distributionsvereinbarungen haben wir beispielsweise mit Videor, Allnet und Ingram Micro getroffen. Das wird uns helfen, neue Marktsegmente zu adressieren.

Mit Videor konnten wir einen führenden Distributor im Bereich Videotechnik und -überwachung gewinnen und mit den IT-Distributoren Allnet und Ingram Micro im Rücken können wir uns ebenfalls einen völlig neuen Kundenkreis erschließen. Mit dem Ausbau und der Erweiterung unseres Distributorennetzes ermöglichen wir Facherrichtern und IT-Resellern künftig ein One-Stop-Shopping im Bereich Sicherheitslösungen. Lösungen von HID Global werden aber natürlich auch weiterhin als OEM-Produkte Bestandteil des Angebots weltweit führender Anbieter in der Gebäudeausrüstung bleiben. Auch an der Zusammenarbeit mit unseren langjährigen Integrationspartnern werden wir festhalten.

Die Grenzen von Zutrittskontrolle und Videoüberwachung verschwimmen immer mehr. Wie positioniert sich HID Global in dieser Entwicklung?

Das ist richtig. Vernetzung ist heute in der Informations- und Kommunikationstechnik ein genereller Trend. Das betrifft auch Sicherheitslösungen, wie die zunehmende Kombination von Zutrittskontrolle und Videoüberwachungssystemen zeigt. HID Global stellt sich dieser Entwicklung und wird künftig verstärkt mit Anbietern in den Bereichen Videoüberwachungsanlagen und Videomanagementsoftware kooperieren.

Beim Zusammenwachsen von Zutrittskontrolle und Videoüberwachung wird es aber nicht bleiben. Wir sehen hier eine Entwicklung, die deutlich weitergeht, und zwar in Richtung einer zunehmenden Verschmelzung von IT und Sicherheitstechnik. Konkret betrifft das die Konvergenz von logischem Zugang und physischem Zutritt. Konvergenz bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Funktionalitäten von Zutritts- und Zugangslösungen wie Schlüssel, Ausweiskarten oder Token auf einer multifunktionalen Smartcard integriert werden, mit der dann Türen geöffnet werden können und gleichzeitig auch ein Zugang zu Rechnern und unterschiedlichsten IT-Anwendungen möglich ist. Multifunktionalität heißt dabei auch, dass nicht nur die Bereiche Zutritt und Datenzugang am Arbeitsplatz abgedeckt werden können, sondern beispielsweise zusätzlich der Fernzugriff oder das sichere Drucken und die digitale Signierung von E-Mails und Dokumenten.

Sie sehen OSDP (Open Supervised Device Protocol) als neuen Standard in der Zutrittskontrolle – vergleichbar mit dem Onvif-Standard in der Videotechnik. Was macht Sie optimistisch, dass sich OSDP durchsetzen wird?

Richtig, wir sehen OSDP als den neuen De-facto-Kommunikations-standard bei Zutrittskontrollsystemen. OSDP basiert auf einer standardisierten RS-485-Schnittstelle und bietet zahlreiche Vorteile wie hohe Interoperabilität, Skalierbarkeit und Flexibilität bei der Lösungsauswahl oder einfache Nutzung im Plug-and-Play-Verfahren. Nicht nur der Integrator und Facherrichter, sondern auch der Endkunde profitiert von offenen, Standard-konformen Zutrittskomponenten wie der OSDP-Schnittstelle in entscheidendem Maße. Der Nutzen reicht von der möglichen Realisierung vollständig integrierter Sicherheitssysteme über den hohen Sicherheitslevel bis hin zum Investitionsschutz.

Warum wird sich OSDP durchsetzen?

Dafür gibt es mehrere Gründe: Anzuführen ist allein schon, dass die Nachfrage vieler Endkunden nach Zutrittslösungen mit offenen und Standard-konformen Zutrittskomponenten kontinuierlich steigt. Und der Markt und die Hersteller reagieren darauf. So hat sich im US-amerikanischen Markt diese Entwicklung hin zu OSDP bereits deutlich abgezeichnet. Und auch immer mehr Hersteller setzen heute auf die OSDP-Schnittstelle, so auch HID Global.

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OSDP als neuer Schnittstellen-Standard

HID Global sieht OSDP (Open Supervised Device Protocol) als den neuen-Kommunikationsstandard bei Zutrittskontrollsystemen im Hinblick auf die Schnittstelle zwischen Controller und Lesegerät.

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Distribution über Allnet

HID Global hat mit Allnet eine Distributionsvereinbarung getroffen. Der IT-Distributor wird künftig IP-basierende Zutrittskontrollsysteme vermarkten, und zwar mit Lesegeräten und Zutrittskarten von HID Global sowie einem Netzwerk-Tür-Controller von Axis Communications.

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Kooperation mit Milestone

HID Global und Milestone Systems gehen in der DACH-Region eine Kooperation ein. Anwender können damit voll integrierte Komplettlösungen nutzen, die die Bereiche Zutrittskontrolle und Videoüberwachung abdecken.

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Standardisierung

Zukunft der Sicherheitstechnik

Vernetzung ist in der Sicherheitstechnik ein zentraler Trend, denn integrierte Sicherheitslösungen bieten eine hohe Kosteneffizienz und einen reduzierten Administrationsaufwand. Voraussetzung für deren Realisierung ist die Nutzung von offenen Plattformen und standardisierten Protokollen.