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Umfrage zur Schulsicherheit

Unsicherheit macht Schule

Gewalt- und Krisenfälle an Schulen sorgen bei Lehrern zunehmend für Verunsicherung. Eine aktuelle Erhebung des Erkrather Sicherheits- und Kommunikations-Spezialisten Schneider Intercom zeigt, dass sich bereits ein Drittel der Pädagogen am Arbeitsplatz gefährdet fühlt. Kein Wunder, fehlt es an vielen Schulen doch immer noch an verlässlicher und leistungsstarker Sicherheitstechnik.

Schneider Intercom hat auf der diesjährigen Didacta die Gelegenheit genutzt, einmal einen genaueren Blick auf die Risikoprävention an deutschen Schulen zu werfen. Im Rahmen einer anonymen Umfrage wurden auf der Bildungsmesse insgesamt 316 Lehrer gebeten, ihr aktuelles Arbeitsumfeld nach relevanten Sicherheitsaspekten zu bewerten. Auf die Frage „Wie sicher fühlen Sie sich in Ihrer Schule“, antworteten dabei mehr als 35 Prozent mit „relativ unsicher“ oder „unsicher“.

Lehrer erleben Krisensituationen

Im Vergleich der unterschiedlichen Schulformen beurteilen vor allem Hauptschullehrer ihre Lage kritisch: Zwei Drittel von ihnen glauben, in der eigenen Schule kaum geschützt zu sein. Bei ihren Kollegen an Realschulen (38 Prozent) sowie an Gymnasien (rund 30 Prozent) sind die Bedenken ebenfalls verhältnismäßig hoch, wirklich geringe Sorgen machen sich lediglich die Grundschullehrer. Dort sehen nur sieben Prozent ihren Arbeitsplatz als nicht sicher an.

Die alarmierenden Einschätzungen beruhen oftmals auf eigenen Erfahrungen: „Mehr als 60 Prozent der Befragten waren schon einmal mit mindestens einer Krisensituation konfrontiert“, erklärt Schneider Intercom-Vertriebsleiter Michael Schenkelberg. Die häufigsten Vorfälle stellen dabei Beleidigungen, Sachbeschädigungen, Mobbing, Schlägereien, Unfälle oder das Eindringen fremder Personen auf das Schulgelände dar. Fünf der 316 befragten Lehrer gaben zudem an, bereits mit einer Amokdrohung konfrontiert worden zu sein.

Unzureichende Ausstattung

Die prekäre Sicherheitslage rund um den Unterricht wird durch die mangelhafte technische Ausrüstung mancher Schule noch verschärft. 33 Prozent der Lehrer beklagen bei der Umfrage von Schneider Intercom, dass ihre Schulen keine funktionierenden Alarmsysteme hätten. „Bei einem Brand, einem Unfall mit Gefahrenstoffen oder einem Amoklauf kann weder über ein zentrales System ein Notruf abgesetzt noch eine Notfalldurchsage gemacht werden“, erklärt Schenkelberg.

Wie groß das präventive Potenzial von modernen Notruf-Systemen ist, untermauerte bereits 2011 die Studie „School-shooting: Amokdrohungen an deutschen Schulen“ der Universität Köln. Darin nennt die Diplom-Psychologin Sarah Neuhäuser neben den verschiedene Ursachen für die zunehmende Gewaltbereitschaft an Schulen auch deeskalierende Vorbeugemaßnahmen. Ein zentraler Begriff ist für Neuhäuser dabei die Handlungssicherheit. Diese könne unter anderem durch den routinierten Umgang mit bedarfsgerechter Alarm- und Sicherheitstechnik hergestellt werden.

Gründliche Planung notwendig

Wer in Schulen ein passendes Sicherheitskonzept umsetzen möchte, braucht vor allem die richtige Technik. Schließlich ist Alarmsystem ist nicht gleich Alarmsystem. Für die Auswahl von Notruf-Sprechstellen heißt das etwa: Es muss in einer Schule immer die Möglichkeit zur direkten Kommunikation zwischen dem Notrufenden und der Leitstelle geben. Nur wenn ein um Hilfe bittender Lehrer oder Schüler seine Lage erklären kann und auch gehört wird, kann der Sicherheitsdienstleister die richtigen Maßnahmen einleiten und teure Fehlalarme verhindern.

Eine solche exakte Alarmbestimmung gilt heute unter Fachleuten als unverzichtbar. Deshalb hält die so genannte „Alarmverifizierung“ auch Einzug in eine neue Norm, die aktuell von der DEK (Deutsche Kommission Elektrotechnik) sowie dem VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik e.V.) erarbeitet wird. Schneider Intercom, dessen Sicherheits- und Kommunikationslösungen bereits heute die Möglichkeit bieten, jeden Schulalarm richtig zu bewerten, unterstützt diese Initiative. Michael Schenkelberg: „Die Norm soll insbesondere Schulplanern bei der Auswahl des richtigen Gefahren-Reaktionssystems eine wichtige Entscheidungshilfe sein. Denn was bringt die beste Technik, wenn Sie den Bedürfnissen des jeweiligen Anwenders nicht entspricht?“

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Schul-Notrufsystem

Das Unplanbare planbarer machen

Eine Studie zum Thema „Amok“ („‘Leaking’ Früherkennungen des School Shootings“, Köln 2011) besagt: Jährlich gibt es bis zu 400 ernstzunehmende Amokdrohungen. Eine wichtige Maßnahme zur Prävention sind Schul-Notrufsysteme.

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Schulsicherheit

Lernen, auf Gefahrensituationen zu reagieren

"Notfall- und Gefahren-Reaktionssysteme (NGRS)" lautet der Titel der neuen Norm DIN V VDE V 0827, deren Teil 1 "Grundlegende Anforderungen, Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Aktivitäten" Anfang 2015 veröffentlicht wird. Die Norm soll die Sicherheit an Schulen erhöhen.

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Video-Sicherheitslösungen an Schulen

In Sicherheit lernen

Immer wieder geschehen an deutschen Schulen Vorfälle von Vandalismus, Gewalt und Kriminalität. Ein unsicheres Umfeld für die Kinder, Jugendliche und Lehrer, beunruhigte Eltern sowie unerwünschte Kosten für die Schulleitung sind mögliche Folgen davon.

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Neue Notrufsystem- Norm tritt in Kraft

Besser 0827 als 08/15

Am 1. Juli 2016 wurde eine neue technische Norm für Notruf- und Gefahren-Reaktionssysteme in öffentlichen Gebäuden wie Behörden oder Schulen und Kitas veröffentlicht. Die Richtlinie beschreibt ganz konkret die Anforderungen, die neue Kommunikationsanlagen in Not- und Gefahrenfällen künftig erfüllen sollten.