Das Backup-Rechenzentrum von ACO.
Foto: Joerg Wohlfromm

Rechenzentren

Verfügbarkeit ist das A und O im Rechenzentrum

Ein Back-Up-Rechenzentrum der Prior1 sorgt für maximale Redundanz.

Die familiengeführte, international tätige ACO Gruppe mit 5.000 Mitarbeitern gehört zu den Weltmarktführern in der Entwässerungstechnik. An 50 Standorten, wovon 30 Produktionsstandorte in 15 verschiedenen Ländern liegen, verfolgt ACO einen ganzheitlichen Ansatz für professionelle Entwässerung, wirtschaftliche Reinigung und kontrollierte Ableitung beziehungsweise Wiederverwendung von Wasser. Nicht nur die 1.650 Mitarbeiter der sieben deutschen Produktionsstandorte, sondern auch zunehmend die der globalen ACO Niederlassungen greifen auf die zentralen IT-Systeme zu. Vor diesem Hintergrund ist es das erklärte Ziel, einen Ausfall der IT unter Einsatz aller technischen, logischen und physikalischen Sicherheitsmaßnahmen zu verhindern.

Sicherheit liegt in den eigenen Händen

Dafür betreibt das Unternehmen bereits seit vielen Jahren ein eigenes Rechenzentrum, welches einen hohen Sicherheitslevel aufweist. Bei kritischer Betrachtung und während eigens festgelegten routinemäßigen Tests konnten aber Ausfallszenarien identifiziert werden, die nur mit einem zweiten Standort zu vermeiden sind. Aus diesem Grund entschieden sich die Verantwortlichen Walter Hintz, CIO, und Michael Käcker, Leiter Rechenzentrum bei der ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG, für die Nutzung eines Back-Up-Rechenzentrums.

„Sicherheit und Professionalität stehen für uns an oberster Stelle. Denn nicht nur wir greifen auf das ACO Rechenzentrum zu, sondern wir bieten in diesem Rechenzentrum gleichzeitig eine Colocation zur sicheren Unterbringung von Servern externer Unternehmen an. Diese Flächen basieren auf der gleichen Sicherheitsinfrastruktur wie die selbstgenutzten, und somit profitieren unsere Kunden automatisch von jeder Optimierung, wären aber ebenso von einem Ausfall betroffen“, erklärt Hintz.

Da die Zufriedenheit der Mitarbeiter und der externen Kunden an oberster Stelle steht, wogen die beiden IT-Verantwortlichen das Für und Wider einer Auslagerung des Back-Up-RZs sowie alternativ dessen Betrieb in Eigenregie ab und entschieden sich für die Inhouse Lösung. „Wir haben uns aus zwei Gründen für den eigenen Betrieb entschieden. Auf der einen Seite möchte ich zu jeder Zeit die Kontrolle haben. Auf der anderen Seite hat die Familie Ahlmann ausreichend entfernt vom Standort des ersten Rechenzentrums eine Liegenschaft, mit der wir die optimalen Nutzungsmöglichkeiten für das zweite Rechenzentrum gefunden haben“, erklärt Hintz die Entscheidung. Käcker ergänzt, dass auch die Forderung nach einer synchronen Datenspiegelung Einfluss auf die Entfernung zum neuen Standort genommen hat. Ebenso wurde im Vorfeld eine Risikobewertung durchgeführt, die alle relevanten Gefahrenquellen (wie zum Beispiel Umwelteinflüsse) in Bezug auf die Lage beider RZ-Standorte zum Inhalt hatte.

Für die geforderte Raum-in-Raum Lösung wurde anschließend ein Generalunternehmen gesucht, das alles aus einer Hand liefert. In persönlichen Gesprächen erläuterte Käcker den potentiellen Auftragnehmern die Vorgaben: So sollte unter anderem größtmöglich gebaut werden, Komponenten wie Racks, Klima und USV aber bei Bedarf modular erweiterbar sein. Ziel war die Erarbeitung einer detaillierten technischen Gesamtlösung. Aufgrund ihrer hohen fachlichen Expertise, gepaart mit Flexibilität und ausgeprägtem Servicegedanken fiel die Entscheidung schließlich zugunsten der Prior1 GmbH.

Raum für Wachstum

Für die Errichtung des Backup-Rechenzentrums, aufgeteilt in Server- und Technikraum, stand zwar mit knapp 60 Quadratmetern ausreichend Fläche zur Verfügung, jedoch lagen erschwerende Umgebungsbedingungen vor, für die passende Lösungen gefunden werden mussten. So war unter anderem der Verzicht auf einen für RZ-Räume üblichen Doppelboden aufgrund einer begrenzten Raumhöhe notwendig. Für die Klimatisierung wurde deshalb ein Seitenkühler-System gewählt, bei dem die Kühleinheiten zwischen den Racks platziert sind und so die hochempfindlichen Anlagen zuverlässig kühlen.

Es war zu Beginn mit einer relativ geringen Wärmelast zu rechnen, jedoch ist zukünftig mit schrittweisem Wachstum zu kalkulieren. Für die derzeit fünf Serverracks kommen zwei Klimaeinheiten zum Einsatz, wovon eine aktiv und eine redundant ist. „Wir haben uns für kleine Module mit zehn Kilowatt entschieden, um wirtschaftlich und energieeffizient zu agieren. Sollten die zehn Kilowatt überschritten werden, integrieren wir das nächste Modul“, erklärt Käcker. Darin zeigt sich der große Vorteil der modularen Bauweise, denn so kann bei Bedarf nicht nur auf bis zu elf Racks, sondern ebenso auf sechs Klimaeinheiten erhöht werden. Idealerweise wurde die Klimaverrohrung und Stromversorgung schon für alle Racks und Klimageräte vorbereitet, so dass zukünftig die jeweilige hinzukommende Komponente einfach nur eingebracht und an die vorhandene Struktur angeschlossen werden muss.

Auch die realisierte Warmgangeinhausung kann schrittweise erweitert werden. Eine redundante unterbrechungsfreie Stromversorgung wird durch zwei USV-Anlagen und einen Dieselgenerator gewährleistet. Dabei kann die Leistung der USV-Anlage bei Bedarf durch Einschub weiterer Powermodule erhöht werden. „Für unsere aktuellen Bedürfnisse sind wir optimal ausgestattet und können die einzelnen Komponenten bei steigendem Bedarf jederzeit über Prior1 erweitern lassen“, sagt Käcker. Zusätzlich sorgen Brandschutztüren und -wände, Rauchansauganlagen sowie Rauchmelder für die Erfüllung der brandschutzrechtlichen Vorgaben. Ebenso werden alle relevanten Sicherheitskomponenten über ein Monitoringsystem dauerhaft überwacht, und bei Störungen wird automatisch über redundante Meldewege der RZ-Bereitschaftsdienst alarmiert. Das Sicherheitskonzept wird mit einer Zutrittsregelung inklusive Videoüberwachung abgerundet, die nur autorisierten Personen von ACO den Zutritt gestattet. Colocation-Mieter, die ebenfalls eine Zwei-Standort-Strategie in den ACO Rechenzentren umsetzen können, wird der Zutritt zum Backup-Rechenzentrum nur in Begleitung ermöglicht.

Potentielle Kunden fordern Zertifizierung

„Das Rechenzentrum muss jederzeit laufen und aus diesem Grund führen wir in unseren beiden Rechenzentren regelmäßig Wartungen, aber auch Blackout-Tests beziehungsweise Notfallübungen durch, um alle Sicherheitssysteme auf ihre Funktion hin zu prüfen und eventuelle Schwachstellen aufzudecken. Unter realen Bedingungen musste die Back-Up-Lösung aber zum Glück noch nie einspringen“, freut sich der Leiter Rechenzentrum.

Dank der Zwei-Standort-Strategie und des redundanten Aufbaus der IT-Infrastruktur über die beiden RZ-Standorte sollen bei einem Komplettausfall des Hauptrechenzentrums 75 Prozent aller Nutzer innerhalb von drei Stunden wieder auf alle Applikationen zugreifen können. Die geschaffene RZ-Redundanz hat auch die Zertifizierung des ACO Rechenzentrums nach der international anerkannten Sicherheitsnorm ISO 27001 ermöglicht. Die Zertifizierung erfüllt gleichermaßen die Forderungen und Erwartungen potentieller sowie bestehender Kunden. Zum anderen stellen die damit verbundenen regelmäßigen Re-Zertifizierungen und Überwachungsaudits die optimalen Weichen für kontinuierliche Verbesserungsmaßnahmen. An die Planungs- und Umsetzungsphase, in der Prior1 mit Fachwissen und Service überzeugte, schließt sich in logischer Konsequenz ein Wartungsvertrag mit ACO an. „Generell würde ich mich jederzeit und ohne zu zögern bei weiteren Projekten an Prior1 wenden. Das sage ich in der Regel nicht so ohne weiteres, sondern nur dann, wenn mich ein Dienstleister wirklich überzeugt. Wir hängen wie jedes andere Unternehmen von der IT ab und bieten jetzt und in der Zukunft uns und unseren Kunden einen sicheren Rechenzentrumsbetrieb“, schließt Käcker.