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Foto: Schraner
Um Chancen und Risiken der Vernetzung ging es beim zweiten, digitalen Feuerteufel-Brunch der Schraner Group Mitte Mai 2021.

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Vernetzung der Sicherheitsbranche: Chancen und Risiken

Der zweite digitale Feuerteufel-Brunch von Schraner beschäftigte sich mit der Frage, welche Chancen und Risiken die Vernetzung der Brandschutzbranche bringt.

Nach seiner erfolgreichen Premiere im Herbst vergangenen Jahres ging Mitte Mai das Netzwerk-Event für Brandmeldeexperten in die zweite Runde, und ging der Frage auf den Grund, welche Chancen die Vernetzung der Sicherheitsbranche ergriffen, aber auch welche Risiken beachtet werden sollten. Erneut stand dabei der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Dafür sorgten unter anderem zukunftsweisende Impulse hochkarätiger Experten und eine Podiumsdiskussions-Runde, die sich mit dem Thema Chancen und Risiken einer vernetzten Branche befasste. Klaus Hirzel, Geschäftsführer Honeywell Fire, Norbert Schaaf, Vorstandsvorsitzender des BHE, Stefan Schraner, Geschäftsführer der Schraner GmbH und Michael Ulman vom TÜV Süd nahmen dabei den Aspekt Vernetzung und Datensicherheit in den Fokus.

Chancen und Risiken der Vernetzung: Wohin geht die Reise der Brandmeldetechnik?

Für Stefan Schraner ist klar: Die Vernetzung bringt eine Reihe von Chancen mit sich. Neben der technischen und digitalen betrachtet er auch die organisatorische Vernetzung der Branche als elementar wichtig, wie er sagte. Doch die Vernetzung sei kein Selbstzweck. „Sie dient dazu, damit wir insgesamt eine höhere Qualität der Anlagen bekommen. Letztlich muss die brandmeldetechnische Qualität gesteigert werden.“ Dafür sei der Austausch der Daten wichtig. Zum Beispiel zwischen einer Brandmeldeanlage und der Feuerwehr. „Das hilft nicht nur Ressourcen zu sparen, sondern kann im Ernstfall auch Leben retten“, so Stefan Schraner.

Durch die fortschreitende Vernetzung sieht Klaus Hirzel die Branche im stetigen Wandel. „Früher war eine Brandmeldeanlage eine Ring the bell“, wie er sagte. Heute habe man sich jedoch weiterentwickelt und hochkomplexe Systeme und gekoppelte Anlagen im Markt, die wiederum von Fachleuten bedient und gewartet werden müssten. In dieser Vernetzung und in diesem branchenübergreifenden Wandel sehe er aber auch Chancen. Als ein Beispiel, wie Honeywell diesen technologischen Wandel bereits umgesetzt habe, nannte er die CLSS-Plattform. Die Connected Life Safety Services (kurz: CLSS) Plattform stelle die Konnektivität in den Mittelpunkt des Brandschutzes und biete Transparenz für eine schnelle und gleichzeitig präzise Entscheidungsfindung, sagte er. Dabei verändere die CLSS-Plattform, wie Systeme entworfen, installiert, überwacht und gewartet werden.

Mit diesem System lasse sich die Sicherheit vor Ort optimieren, die Systemleistung verbessern, um Betriebskosten zu senken und nicht zuletzt die Wartung proaktiv gestalten. „Wir sorgen für Sicherheit mit unserer Branche.“ Dabei sei die Branche nachhaltig und innovativ. Gleichzeitig haben aber auch die System- und Datensicherheit in Deutschland die oberste Priorität. Dafür sorgten nicht zuletzt die hohe Qualität der lokalen Normen. „Ich bin mir sicher“, sagte er mit Blick in die Zukunft: „Die Branche macht ihr Ding.“

Digitalisierung hilft, den Fachkräftemangel in der Sicherheitsbranche auszugleichen

Durch den demographischen Wandel sei der Fachkräftemangel nach wie vor ein wichtiges Thema für die gesamte Branche, sagte Michael Ulman, welches es zu lösen gelte. Auch für Norbert Schaaf bleibt der Fachkräftemangel ein zentraler Punkt. Intelligentere Produkte oder auch ein Remote-Service können dabei helfen, diesen einzugrenzen. Doch dafür sei ein Wandel auch im Bewusstsein der Akteure notwendig. „Die Branche erfüllt das Grundbedürfnis nach Sicherheit“, sagte er, „und das machen wir in Deutschland sehr gut. Nun müssen wir dafür sorgen, dass es so bleibt.“ Dabei müsse das Schutzziel bei allem Fortschritt über allem stehen.

„Als Branche müssen wir aber auch mehr auf die Betreiber der Anlagen hören und uns um deren Bedürfnisse kümmern“, so lautete das Fazit von Stefan Schraner. Es gehe darum, die Sicherheitsstandards hoch zu halten, aber vor allem müsse das Parzellendenken der einzelnen Gewerke überwunden werden. „Wir brauchen integrale Wertschöpfungsnetzwerke und wir müssen lernen in Nutzen zu denken.“ In Nutzen für den Kunden, für den Betreiber der Anlagen, der diese bestelle und bezahle. „Insgesamt müssen wir alle mehr zusammenarbeiten und zusammenwirken.“ Genau hierbei könne die Digitalisierung der Brandmeldetechnik einen wertvollen Beitrag leisten.

„Ich denke“, so Stefan Schraner, „unsere Kundinnen und Kunden wünschen sich, die Risiken in eine Hand zu legen und zu bündeln.“ Mit Risiken meinte er die nicht zu unterschätzende hohe Zahl an Täuschungs- und Fehlalarmen, die manche Anlagen produzieren. „Die Zukunft unserer Branche wird darin liegen, dass wir den Betreibern ein Rund-um-Sorglos-Paket bieten.“ Dieser „Full-Service“ müsse von der Montage bis zur regelmäßigen Wartung auch den reibungslosen Betrieb der Brandmeldeanlagen beinhalten.

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Feedback zeigt: Veranstaltung hat den Nerv getroffen

„Wir freuen uns sehr darüber, mit unserem Format erneut eine ortsunabhängige Plattform geschaffen zu haben, die auch diesmal den Nerv der Branche offensichtlich getroffen hat“, sagte Stefan Schraner mit Blick auf das Feedback aus dem Teilnehmendenkreis. „Mit unserer Mischung aus Konferenz und Webinar haben wir mit unserem Netzwerk-Event erneut Planer, Betreiber, Errichter und auch Feuerwehrleute erreicht.“ Dies freue ihn ganz besonders und er sei sich sicher, dass es auch nach Corona eine entsprechende Fortsetzung geben werde. „Wir wollen gemeinsam mit allen Akteuren Impulsgeber für den Fortschritt der Brandmeldetechnik sein.“

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