Das Team um die VfS-Geschäftsführer Wilfried Joswig (rechts) und Dr. Clemens Gause, organisierte den gelungenen Jahreskongress Mitte Mai 2019 in Potsdam zum 25-jährigen Verbandsjubiläum.

Verbände

VfS-Jahreskongress: Auf dem richtigen Weg

Zum 25-jährigen Jubiläum zeigte sich der Verband für Sicherheitstechnik (VfS) Mitte Mai 2019 in Potsdam voller Tatendrang für die Zukunft.

VfS-Geschäftsführer Wilfried Joswig dankte zur Eröffnung des Jubiläums-Kongresses vor circa 460 Teilnehmern zunächst seinen Mitarbeitern, die eine Veranstaltung in dieser Größenordnung überhaupt erst möglich gemacht hätten, und erinnerte an die Anfänge vor 25 Jahren, als man mit einer Handvoll Mitarbeitern den Verband für Sicherheitstechnik gegründet habe: „Über diese Phase sind wir lange hinaus“, so Joswig. „Der Verband hat sich über die Jahre kontinuierlich weiter entwickelt und ist zu einer interessanten Plattform der Sicherheitsbranche geworden“.

Dies zeigte auch die Zusammensetzung der Teilnehmer, die laut Joswig den Reiz des VfS-Jahreskongresses ausmacht. Erneut waren alle Beteiligten der Sicherheitswirtschaft auf dem Kongress in Potsdam vor Ort. Hersteller und Anwender von Sicherheitstechnik ebenso, wie Sicherheitsberater und Sicherheitsverantwortliche aus Unternehmen, Behörden und Politik.

Blaupause Stromausfall in Berlin-Köpenick

Die Zusammenarbeit mit Sicherheitsdiensten wie dem Bundeskriminalamt (BKA) dem Bundesnachrichtendienst (BND) sowie dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) sei im letzten Jahr weiter intensiviert worden, betonte Wilfried Joswig, was in den anschließenden, hochkarätig besetzten Keynotes auch mehr als deutlich wurde, die unter anderem von BND-Vizepräsident Dr. Ole Diehl und Dr. Burkhard Even vom BfV gehalten wurden.

Der dritte Keynote-Sprecher, der Minister des Innern und Kommunales in Brandenburg sowie Mitglied des Bundesrats, Karl-Heinz Schröter, betonte die Notwendigkeit einer umfassenden, Gewerke- und Behörden übergreifenden Zusammenarbeit, um die öffentliche Sicherheit weiter gewährleisten zu können. Diese These verdeutlichte der Minister am Beispiel des Berliner Stadtteils Köpenick, der Mitte Februar 2019 nach einem Bohrfehler circa 30 Stunden vom Stromnetz abgekoppelt war. Die Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit von Behörden und Sicherheitsdiensten sei vor allem in den ersten Stunden nach dem Vorfall entscheidend gewesen, betonte der Minister: „In dieser Situation war Kommunikation alles.“

Die unmittelbaren Folgen des Vorfalls in Berlin-Köpenick beschrieb konkret Frieder Kircher, Direktionsleiter der Berliner Feuerwehr, der unter anderem das System „TankNotStrom“ erläuterte, mit dem bei einem Blackout die Funktionsfähigkeit der Feuerwehr gewährleistet werden soll: "Der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen, Ampeln funktionierten nicht, Tanken war nicht mehr möglich, Dialyse-Patienten konnten nicht mehr ambulant versorgt werden", zählte Schröter auf. Und es sei reiner Zufall gewesen, dass zum Zeitpunkt des Stromausfalls niemand in einem der Aufzüge in Berlin-Köpenick stecken geblieben sei: „Ich möchte mir nicht vorstellen, was hätte passieren können, wenn die Berliner Innenstadt von einem Stromausfall über einen solch langen Zeitraum betroffen gewesen wäre“.

VfS weitet Seminarprogramm aus

Dr. Clemens Gause, seit Januar 2019 neben Wilfried Joswig Geschäftsführer des VfS, betonte, dass er im Thema Resilienz, der Härtung der Sicherheitssysteme und der übergreifenden Kommunikation aller Beteiligten untereinander, die Hauptaufgaben des Verbandes sehe, und verwies dabei unter anderem auf einen Workshop zum Thema Stromausfall am 14. und 15. Juni 2019 in Hamburg mit dem Untertitel: „Stell dir vor, es geht das Licht aus“. Die Teilnehmer der Veranstaltung, zu der Anmeldungen noch möglich sind, würden dabei in Arbeitsgruppen nach Branchen beziehungsweise öffentlichen Einrichtungen zusammengesetzt und mögliche Krisenszenarien durchspielen. Seminare bietet der VfS noch im Juni zudem zu den Themen Compliance und Vergaberecht an. Anmeldungen sind zudem auch noch für die 17. Sicherheitskonferenz der Donua-Universität Krems am 23. Oktober 2019 möglich.

„Wir werden in Zukunft noch politischer“, kündigte Dr. Clemens Gause an, dessen Handschrift auch bei der erstmals auf dem VfS-Kongress durchgeführten Podiumsdiskussion deutlich zu erkennen war. Politiker von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken diskutierten aktuelle Themen der Sicherheitsbranche, was anschließend zu einem lebhaften Austausch mit den Teilnehmern führte.

Das bewährte Veranstaltungskonzept der letzten Jahre wurde ansonsten beibehalten. In drei parallel laufenden Vortagssträngen konnten sich die Teilnehmer wieder umfassend über aktuelle Themen und die drängenden Fragen der kompletten Sicherheitswirtschaft informieren, und sich auf der begleitenden Hausmesse austauschen, auf der etwa 40 Aussteller wieder Lösungen aus allen Bereichen der Sicherheitstechnik zeigten.