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Teilnehmer am ersten Tag des PROTECTOR Forums Videoüberwachung: Heinz-Joachim Wilke, Michael Knöckel, Michael Meissner, Lars C. Diestel, Wolfgang Wüst, Carsten Eckstein, Stefan Palme, Klaus Ludwig, Stefan Teuber, Friedrich Ippi, Ulrich Dörr, Eduardo Mona

Forum Videoüberwachung

Videosoftware - gratis oder kostenpflichtig?

Nahezu jeder Kamerahersteller legt seinen Produkten kostenlose Software bei. Doch die Leistungsfähigkeit dieser Programme schwankt sehr stark. Wir diskutierten auf dem 4. PROTECTOR Forum Videoüberwachung mit Anbietern und Anwendern aus der Videobranche über die Notwendigkeit dieser Zugabe, ihren Nutzen und welche Konkurrenz sie zu kostenpflichtiger Videosoftware darstellt.

Kein Computer kann ohne Software funktionieren. Und die Welt kommt heute in immer weniger Bereichen noch ohne Computer aus – die Sicherheitstechnik bildet dabei keine Ausnahme. Eine IP-Kamera mit integriertem Webserver, CPU und DSP ist praktisch nur noch ein „PC mit Bildaufnehmer“. Für die Anzeige, Speicherung und Verwaltung ihrer Bilder ist immer ein weiterer Computer nötig. Und auf diesem entscheidet Software über Funktionsumfang und Leistung der Überwachungslösung. Aus dieser Notwendigkeit heraus legen Hersteller ihren Kameras eine Software bei, die zumindest eine Grundfunktion des Systems gewährleistet. Doch die beigelegten Programme unterscheiden sich eklatant; die Bandbreite reicht von einfachen Viewern mit Snapshot-Funktion bis zu recht potenten Recording-Lösungen, die bis zu 16 Kanäle aufzeichnen können sowie Suchfunktion, Dome-Steuerung und Alarm-Management beinhalten. Und das alles für umsonst. Kann das wirklich gut sein? Und wie gelingt es den reinen Software-Herstellern unter diesen Umständen, ihre kostenpflichtigen Videomanagement-Lösungen unters Videovolk zu bringen? Ist die Zugabe-Software vielleicht gar keine ernst zu nehmende Konkurrenz?

Das 4. Forum Videoüberwachung fand am 20. und 21. Februar 2008 in München auf Einladung des PROTECTOR statt. Wie gewohnt wurde das Forum auf zwei Tage aufgeteilt, um die Themen im angemessenen Rahmen beleuchten zu können. Die Moderation übernahm erneut Heinz-Joachim Wilke.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Videosoftware. In der Runde erörterten die Experten Nutzen und Grenzen kostenloser Programme und diskutierten die Unterschiede in Sachen Leistungsfähigkeit und Anwendungsgebiete zu kostenpflichtiger Videomanagement-Software.

Am zweiten Tag ging es zunächst um die Frage, wie intelligent die heutige Sicherheitstechnik ist und was die Videobildanalyse momentan leisten kann. Dies mündete in eine Zukunftsvision von einer Videoanalyse, die sich dynamisch und adaptiv auf ihre Anwendung einstellt.
Der massive Einfluss der Consumer-Elektronik war das zweite große Thema an diesem Tag. Schlagworte wie Megapixel, HDTV und H.264 galt es zu diskutieren und ihren Stellenwert für die Sicherheitstechnik zu bestimmen.

„In der Videoüber- wachungsindustrie wird inzwischen weit mehr als 80 Prozent der Entwicklungs- leistung in Software investiert. Hersteller, aber auch Facherrichterbetriebe, die diese Software installieren und parametrieren, müssen demzufolge mit Software Geld verdienen können. Der Endkunde wird davon ausgehen müssen, dass zukünftig für Software als auch für Softwarefolgekosten, wie etwa Pflege, Wartung oder Updates, Geld berechnet wird.“
Michael Meissner, Geschäftsführer, Heitel Digital Video GmbH

„Bei einer Waren- wirtschafts-Software fragt auch keiner, ob die etwas kostet oder nicht; sie ist dem Kunden soundsoviel wert, weil er damit seine Prozesse effizienter gestalten kann. Mit einer Videomanagement- Lösung verkaufen wir ihm auch ein Sicherheitssystem, das für den Kunden einen bestimmten Wert hat – sonst würde er gar nicht in Sicherheit investieren.“
Lars C. Diestel, Vorstand/CEO, Sanyo Video Vertriebs AG

„Auch eine Integration vonKameras fremder Hersteller in die kostenlose Software ändert nichts daran, dass man an den Hersteller gebunden wird, da die Integration meist nur einfache Funktionen wie Liveanzeige nicht aber eine Kamerasteuerung oder Alarmmanagement beinhaltet.“
Carsten Eckstein, Geschäftsführung, Seetec Communications GmbH & Co. KG

„Es hat überhaupt nichts mit dem Preis zu tun, ob eine Software professionell ist oder nicht. Es gibt sehr viele Freeware- Systeme, die deutlich besser sind als teure Software. Aber umgekehrt bedeutet der Umstand, dass eine Software professionell gemacht ist noch lange nicht, dass der Bedarf des Kunden damit befriedigt wird.“
Ulrich Dörr, Business Development Director, Mobotix AG

„Für mich klingt es so, als ob Firmen die freie Software anbieten, ihr Kerngeschäft in der Entwicklung und im Vertrieb von Hardware sehen, und weniger auf maßgeschneiderte Softwarelösungen. Verfolgt freie Software nicht das Ziel, Kunden durch proprietäre Formate möglichst eng an die hersteller- spezifische Hardware zu binden? Dies würde dann gleichzeitig die Entwicklung von Standards und offene Schnittstellen eher kontraproduktiv beeinflussen.“
Eduardo Monari, Fraunhofer IITB

Jede Software kostet

Zu Beginn erst einmal reinen Wein einschenken: Jede Software kostet etwas – die Frage ist, wen. Friedrich Ippi von der Ippi GmbH ist überzeugt: „Es gibt keine kostenlose Software. Entweder der Hersteller hat es in seinem Hardware-Preis einkalkuliert oder man zahlt es eben getrennt. Das macht letztlich keinen Unterschied.“ Rein rechnerisch mag das stimmen, nur psychologisch gesehen verhält sich das anders. Auch Lars Diestel von Sanyo Video Vertrieb betont deshalb: „Das Entscheidende ist, dass die Hersteller den Kunden vermitteln, was die Leistung und damit auch der Wert einer Software ist – egal ob sie mit Hardware oder separat geliefert wird.“ Mit dieser Tatsache tun sich die Kunden oft schwer, wie auch Markus Schiefer von Netavis weiß: „Man kann Software nicht anfassen, sie ist ein virtuelles Produkt. Es ist daher wichtig in der Preisargumentation den Nutzen für den Kunden zu verdeutlichen.“ Hier liegt nun der Ansatzpunkt für die Hersteller. Es gilt klar zu kommunizieren, wo die Unterschiede, die Vor- und Nachteile und auch die Grenzen der einzelnen Programme liegen. Denn wichtig ist in erster Linie, dass der Kunde versteht, warum er das eine Programm separat bezahlen soll, wenn es auch so viele vermeintlich kostenlose Programme gibt.

Falsche Erwartungen

Dass hier oft falsche Entscheidungen getroffen werden, glaubt Michael Knöckel von Dedicated Micros: „Die Mehrzahl der Anwendungen kann über Standardapplikationen abgedeckt werden, es passiert aber auch häufig, dass jemand in komplexeren Systemen die kostenlose Software verwendet, nach dem Motto: ‚Irgendwie wird es schon gehen‘. Dann stellt man auf einmal fest, dass diese oder jene Schnittstelle oder Funktion nicht vorhanden ist und es kein SDK und keine DLL-Datei gibt. Das ist auch ein Vertriebsthema: Um einen Auftrag zu kriegen, werden zwar die Kameras aber keine Software eingeplant. Später wird versucht, das irgendwie wieder gerade zu biegen – dabei ist Software eigentlich ein ganz empfindliches Thema.“ Auf lange Sicht ist damit keinem geholfen. Gregor Schnitzler von Security-Center appelliert deshalb: „Wie schaffen wir es, dass es für die Handelnden ein lohnender Wertschöpfungsprozess ist? Was müssen wir tun, um die Akzeptanz für kostenpflichtige Software anzuheben?“ Sehr gute Fragen angesichts der Tatsache, dass manche Kunden eine Meinung vertreten, die sich paradoxerweise irgendwo zwischen den Binsenweisheiten „Was nix kostet, ist auch nix!“ und dem Werbeslogan „Geiz ist geil!“ bewegt. Im Klartext heißt das: Es darf möglichst nichts kosten, muss aber genau meine Bedürfnisse erfüllen. Diese Forderung ist für Software genauso wenig zu erfüllen, wie für jedes andere Produkt.

Software als Verkaufsargument

Man kann aber nicht die ganze Verantwortung auf die Kunden abwälzen – ein Teil der Problematik ist hausgemacht. Schließlich sind es auch die Hersteller, die mitgelieferte Software als Verkaufsargument für ihre Geräte benutzen und so den Mythos „kostenlose Software“ am Leben halten. Dass diese Programme in der Entwicklung Geld gekostet haben, registriert der Kunde nicht, übernimmt aber mit dem Hardwarepreis einen Teil dieser Kosten. Carsten Eckstein von Seetec Communications vermutet dahinter Strategie: „Kostenlose Software ist ein „Giveaway“ der Kamera-Hersteller, mit welchem der Kunde an den Hersteller gebunden werden soll. Dem Kunden wird so die Freiheit genommen, sich die besten Produkte für seine jeweilige Problemstellung auf dem Markt zu suchen.“ Ulrich Dörr von der Mobotix AG ist allerdings überzeugt, dass das nicht den Ausschlag gibt: „Dem Nutzer ist es egal, ob er für eine Software etwas bezahlt oder nicht. Er hat ein Problem, für das er er eine Lösung braucht – die Gesamtkosten der Lösung sind für ihn interessant. Ob dort ein teures Programm einkalkuliert ist und wie sich der Lösungspreis zusammensetzt, ist ihm letztlich egal.“ Die Chancen für die kostenpflichtige Software wachsen also mit der Komplexität der Anwendung.

„Unten setzt das Videomanagement an, das Alarmmeldungen aus der Videosensorik speichert und eine effiziente Suche ermöglicht. Darüber sitzt natürlich noch ein übergeordnetes Managementsystem, in dem alle Systeme aus der Haustechnik, Brandmeldeanlage, Einbruchmeldeanlage und natürlich Videoüberwachung zusammengeführt werden. Das wird es auch im Weiteren noch geben müssen, weil dieses Wissen über Abläufe und die Verwaltung von Alarmen in einem reinen Videomanagementsystem nicht einzubringen ist.“
Dr. Andreas Hasenpusch, Geschäftsführer, Ingenieurbüro Rathenow BPS GmbH

„In unserer Vision kommuniziert in Zukunft alles über das Netzwerk - im Internet Protokoll wird der treibende Faktor und der gemeinsame Nenner liegen. Der Mehrwert der IP-Technik liegt doch in der Möglichkeit, Systeme miteinander zu verbinden, die früher getrennt waren. Dann wird die Software zur Kommunikationszentrale – egal, ob sie in der Kamera oder zentral installiert ist.“
Dr. Magnus Ekerot, Geschäftsführer, Axis Communications GmbH

„In einigen Projekten gibt es ein Gebäude- managementsystem, das zehn, zwölf andere Gewerke vereint – da läuft die Videosoftware eigentlich nur im Hintergrund oder als Rückfallebene. Aber wir brauchen schon eine Software, mit der ich speziell Video integrieren kann, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die mir die Hardware bietet.“
Friedrich Ippi, Geschäftsführer, Ippi GmbH

„Letztlich würde eine Standardisierung helfen, um Mindest- anforderungen formulieren zu können. Warum konzentriert man sich nicht auf eine handvoll Kooperationspartner, bei denen man ein Zusammenspiel garantieren kann? Dann hätten es Errichter und Anwender wesentlich leichter.“
Klaus Ludwig, Laborleiter, Testfactory

„Die Mehrzahl der Anwendungen kann über Standard- applikationen abgedeckt werden. Es passiert aber auch häufig, dass jemand in komplexeren Systemen die kostenlose Software verwendet, nach dem Motto: ‚Irgendwie wird es schon gehen‘. Dann stellt man auf einmal fest, dass diese oder jene Schnittstelle oder Funktion nicht vorhanden ist und es kein SDK und keine DLLDatei gibt.“
Michael Knöckel, European Sales Manager, Dedicated Micros Deutschland GmbH

Kriterium Schnittstelle

Die Akzeptanz beim Kunden ist wie so oft ein wichtiger Faktor. Doch ob eine Software nun kosten darf oder nicht, kann er dennoch nicht willkürlich entscheiden. Es hängt auch vom Angebot an Programmen ab – und von der Anwendung, die der Kunde verwirklichen möchte. Jede mitgelieferte Lösung stößt irgendwann an ihre Grenzen, wie Stefan Teuber von Milstone Systems erläutert: „Für eine kleine Vier-Kamera-Lösung kann man nicht erwarten, dass der Anwender eine Überflieger-Software einsetzt. Habe ich aber ein anspruchsvolles Projekt, das wächst, verteilt ist, und bei dem hochintegrative technische Anforderungen herrschen, dann sind leistungsfähige Videomanagement-Lösungen nötig, die natürlich Geld kosten. Die Kosten sind in solchen Fällen auch nicht das Problem. Man kann da gut argumentieren: Schließlich muss sie auch gewartet werden, es gibt einen Support und so weiter.“ Ein K.O.-Kriterium für „kostenlose Software“ sind Schnittstellen, die eine Zusammenarbeit mit anderen Systemen ermöglichen. Das können und wollen die beigelegten Programme nicht leisten. Dr. Magnus Ekerot von Axis Communications erklärt: „Die vertikale Applikation wird künftig immer wichtiger. Dazu zählen etwa Anbindungen an Kassensysteme oder Integration mit Zurittskontrolle und Brandmeldeanlage. Für viele Hardware-Hersteller gilt: Die können das nicht so gut realisieren wie Software-Spezialisten. Darum wird es auch bei der Trennung zwischen Herstellern von Software und Herstellern von Hardware bleiben.“ Eduardo Monari vom Fraunhofer IITB sieht das ähnlich: „Für mich klingt es so, als ob Firmen die freie Software anbieten, ihr Kerngeschäft in der Entwicklung und im Vertrieb von Hardware sehen, und weniger auf maßgeschneiderte Softwarelösungen“ und gibt zu bedenken, „ob freie Software nicht das Ziel verfolgt, Kunden durch proprietäre Formate möglichst eng an die herstellerspezifische Hardware zu binden. Dies würde dann gleichzeitig die Entwicklung von Standards und offene Schnittstellen eher kontraproduktiv beeinflussen.“

Abhängigkeiten

In der Diskussion darf man nicht vergessen, dass der Sicherheitsmarkt aus mehr Beteiligten besteht, als nur Hersteller und Endanwender. Auch Errichter, Systemintegratoren und Dienstleister sind betroffen. Stefan Palme von Erdkreis Video stellt die Sicht aus der Perspektive des Systemintegrators dar: „Free-Software unterstützen wir nur kostenpflichtig, da der Support dafür sehr aufwendig ist. Wir haben drei Leute, die supporten, dieses Geld kann man nicht erwirtschaften, wenn man nicht eine eigene Software hat, die dementsprechend kostenpflichtig ist.“ Auf Errichterseite hat sich offenbar ein gewisser Pragmatismus eingeschlichen, wie Friedrich Ippi erläutert: „Es ist im Prinzip egal, ob Hard- und Software von einer Firma kommen oder von unterschiedlichen. Man bindet sich immer an einen von Beiden, dem man dann ausgeliefert ist. Wenn man heute eine Anlage mit einem bestimmten Managementsystem realisiert, ist der Kunde auf Gedeih und Verderben dem Software-Anbieter ausgeliefert und muss sehen, welche Hardware und Funktionen dieser unterstützt. Wenn Hard- und Software von der selben Firma kommen, kann ich nur die Kameras verbauen, die dieser Hersteller anbietet. Dafür sind sie aber optimal eingebunden. Man muss sich vorher überlegen, ob man mit der Software eine Anlage zehn Jahre lang betreiben kann und ob sie so mächtig ist, dass man zum Beispiel noch 20 Kameras hinzufügen kann, ohne viel zusätzliches Geld zu bezahlen.“ Stefan Palme sieht das kritisch: „Es ist heute definitiv nicht möglich, dem Endkunden eine Investitionssicherheit mit Software zu geben. Bei Erweiterungen ist es für uns ebenso schwierig mit getrennten Anbietern für Soft- und Hardware, wir setzen daher auf einen Anbieter für beides, was uns enormen Integrationsaufwand erspart.“

Leitstellen in der Klemme

Die Tatsache, dass jeder für sich selbst entscheidet und „offene Schnittstellen“ mehr Wunschtraum als Wirklichkeit darstellen, führt mancherorts zu einem Kompatibilitätschaos. Sicherheitsleitstellen sind hier ein Paradebeispiel. Wolfgang Wüst vom Sicherheitsdienstleister BSG Wüst skizziert die Situation: „Wir haben Leitstellen, die nutzen 15 bis 20 unterschiedliche Programme zum Bildempfang – alles von proprietären Herstellern – das verursacht Platz-, Energie- und Ausbildungsprobleme. Eine Devise wäre also, sich einen proprietären Hersteller zu suchen mit dem man sein System umsetzt – egal ob als Bezahllösung oder Giveaway. Das ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung. Eine Standardlösung von einem unabhängigen Systemhaus ist natürlich eine teure Geschichte, bietet dem Betreiber aber die Möglichkeit, mit einer Vielzahl von Sende- und Empfangssystemen draußen umzugehen.“

„Es ist heute definitiv nicht möglich, dem Endkunden eine Investitionssicherheit mit Software zu geben. Bei Erweiterungen ist es für uns ebenso schwierig mit getrennten Anbietern für Soft- und Hardware, wir setzen daher auf einen Anbieter für beides, was uns enormen Integrationsaufwand erspart.“
Stefan Palme, Geschäftsführer, Erdkreis Video GmbH

„Man sollte sich die Kosten genau anschauen, nicht nur den Kaufpreis. Es muss ja auch gewartet werden – es kann durchaus sein, dass eine in der Anschaffung kostenlose Software auf lange Sicht mehr Kosten verursacht als eine Lösung, die ich bei der Anschaffung bezahlen muss.“
Markus Schiefer, COO, Netavis Software GmbH

„Heute ist die Wertschöpfung geregelt: Für die Hersteller von Hard- und Software funktioniert es hervorragend. Die Kernfrage, inwiefern eine Software bezahlbar ist oder nicht, muss weniger auf dieser Seite beantwortet werden, als auf der Seite der Errichter und Systemhäuser dieser Welt.“
Gregor Schnitzler, Bereichsleiter Technik, Security-Center GmbH & Co. KG – Abus Group

„Wir müssen Videomanagement dem Kunden gegenüber als eine Dienstleistung definieren und später natürlich auch berechnen. Hier ist es für uns wichtig, eine durchgängige Software an der Hand zu haben, um in dem gesamten Dienstleistungsprozess wirklich jeden einzelnen Part größenmäßig abbilden zu können. Uns sind die Gesamtkosten einer Software wichtig, wozu auch Platz-, Energie- oder Ausbildungskosten gehören.“
Wolfgang Wüst, Geschäftsführer, BSG Wüst GmbH

„Es bleibt bei der Kunden-Lieferanten- Abhängigkeit, wie wir sie in der Vergangenheit auch hatten. Man wird bei keinem System unabhängig sein, selbst wenn es ein offenes System ist. Entweder ist man vom Software- Anbieter abhängig oder vom Hardware-Hersteller.“
Stefan Teuber, Sales Manager Germany, Milestone Systems

„Es gibt sowohl eine Daseinsberechtigung für mitgelieferte, vermeintlich ‚kostenlose‘ Software, als auch für kostenpflichtige Lösungen. Die Anwendung entscheidet, welche eingesetzt werden sollte. Die große Aufgabe besteht darin, den Kunden zu vermitteln, worin sich diese Software-Typen unterscheiden und warum beide einen Wert darstellen.“
Heinz-Joachim Wilke, Geschäftsführer, ES Consulting GmbH

Einbindung in Gebäudemanagement

Die Entwicklung weg von reinen Videomanagementsystemen hin zu übergeordneten Gebäudemanagementsystemen, bei denen die Videosoftware nur noch im Hintergrund läuft, verschärft die Problematik. Ohne geeignete Schnittstellen wird die Einbindung hier nicht möglich sein. Dr. Andreas Hasenpusch vom Ingenieurbüro Rathenow veranschaulicht die Zusammenhänge: „Unten setzt das Videomanagement an, das Alarmmeldungen aus der Videosensorik speichert und eine effiziente Suche ermöglicht. Darüber sitzt natürlich noch ein Managementsystem, in dem alle Systeme aus der Haustechnik, Brandmeldeanlage, Einbruchmeldeanlage und natürlich Videoüberwachung zusammengeführt werden. Das wird es auch im Weiteren noch geben müssen, weil dieses Wissen über Abläufe und die Verwaltung von Alarmen in einem reinen Videomanagementsystem nicht einzubringen ist.“ Für dieses Zusammenwachsen der Gewerke sind einheitliche Schnittstellen von herausragender Bedeutung, wie Klaus Ludwig von der Testfactory findet: „Letztlich würde hier eine Standardisierung helfen, um Mindestanforderungen formulieren zu können. Warum konzentriert man sich nicht auf eine handvoll Kooperationspartner, bei denen man ein Zusammenspiel garantieren kann? Dann hätten es Errichter und Anwender wesentlich leichter.“ Das ist natürlich schneller gefordert als umgesetzt, wie auch Markus Schiefer weiß: „Standardisierung ist insofern eine Herausforderung, da die Kamerahersteller immer mehr Intelligenz und Bildanalysefunktionen in die Kamera integrieren und mit den Bilddaten auch Metadaten mitgeschickt werden. Wir als Software-Hersteller wollen diese Daten natürlich weiter verarbeiten, um sie für den Kunden nutzbar zu machen. Ein Fokus auf die wichtigsten Hersteller ist daher notwendig, um den Kunden ein ausgereiftes Produkt anbieten zu können.“

Friedliche Koexistenz

Diese Entwicklung betrifft die komplexen Anwendungen natürlich viel stärker als die kleinen und einfachen Lösungen. Daher wird es auch noch länger auf eine Koexistenz von mitgelieferter und separat zu erwerbender Software hinauslaufen. Michael Meissner von Heitel Digital Video ist überzeugt: „Produktbegleitende Software wird es auch in Zukunft von vielen Herstellern kostenlos geben; die ist in der Mischkalkulation der Hardware enthalten. Reine Videomanagementlösungen, die Funktionen beispielsweise einer Kreuzschiene übernehmen, Multibilddarstellungen managen und herstellerübergreifend sind, müssen etwas kosten. Da ist eine Menge Knowhow und Ingenieursleistung enthalten, die vom Kunden bezahlt werden muss. Die Marktteilnehmer müssen lernen, mit Schulungen, telefonischem Support, mit After-Sales-Service und auch Software-Pflegeverträgen Umsatz zu generieren. Da können wir einiges aus der IT-Welt lernen. Dies im Videomarkt umzusetzen, ist ein langer – nicht ganz einfacher – aber notwendiger Prozess.“

Autoren: Michael Gückel, Hagen Zumpe

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