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ASW

Volle Fahrt voraus

Die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) e.V. hat sich die Neuausrichtung des Verbandes auf die Fahnen geschrieben. PROTECTOR befragte Volker Wagner, Vorstandsvorsitzender der ASW, zum aktuellen Stand des Reformprozesses und den mittel- bis langfristigen Zielen.

PROTECTOR: Herr Wagner, Sie haben gerade eine Mitglieder-versammlung hinter sich. Sind Sie arg „gerupft“ worden?

Volker Wagner: Wo denken Sie hin – ich freue mich, dass ich als Vorsitzender mittlerweile eine gewisse Routine aufbauen konnte. Es war bereits meine dritte Mitgliederversammlung als Vorstandsvorsitzender, und ich fühle mich nicht „gerupft“.

Natürlich waren die vergangenen zwölf Monate eine Achterbahn der Gefühle – mal ging es steil aufwärts und dann mal wieder zwei Schritte zurück. Aber wir haben Kurs gehalten und setzen unsere Reform um.

Bevor wir zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Reform kommen: Wie sieht es denn mit dem dringlichsten Thema, der Finanzierung, aus?

In der Tat war die finanzielle Sanierung die dringlichste Sache im ersten Jahr meiner Amtszeit. Um hier eine Lösung zu schaffen, haben wir eine dritte Säule der Finanzierung eingeführt.

Neben den etablierten Instrumenten wie Mitgliedsbeiträge und Einnahmen aus Veranstaltungen haben wir ein Sponsoring aufgebaut und bereits zwei zur ASW hervorragend passende Partner gefunden. Es handelt sich dabei um die Firmen Deloitte & Touche GmbH und Power – Personen Objekt Werkschutz GmbH.

Wie wurde das von Ihren Mitgliedern aufgenommen? Gab es dazu nur positive oder aber auch kritische Stimmen?

Wir haben das Thema Sponsoring in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Frühjahr dieses Jahres bereits intensiv miteinander diskutiert und die Vor- und Nachteile gemeinsam mit unseren Mitgliedern bewertet.

Wichtig ist, dass wir nach der notwendigen kritischen Diskussion eine geschlossene Entscheidung für das „Instrument“ Sponsoring in der Mitgliederversammlung getroffen haben und die Mitgliedsverbände dahinter stehen.

Mit diesem Finanzpuffer im Rücken können Sie jetzt auch das Thema Geschäftsführer intensiv angehen. Oder irre ich mich?

Nein, Sie haben recht, genau das ist jetzt der nächste Schritt. Wir haben schon einige Bewerbungen erhalten, und ich befinde mich aktuell in Vorgesprächen mit den Bewerbern.

Kommen wir jetzt zu den vier Schwerpunkten, die Sie im vergangenen Jahr gesetzt hatten. Sind die noch aktuell?

Selbstverständlich halten wir im Rahmen unserer Reform an unseren vier strategischen Zielen fest. Gestatten Sie mir, dass ich sie an dieser Stelle noch einmal nenne, weil sie uns so wichtig sind:

  • Sicherheit der Wirtschaft im globalen Wettbewerb
  • Sicherheit als Standortvorteil für Deutschland
  • Sicherheit für nachhaltiges Wachstum
  • Sicherheit als Handlungsrahmen

Jetzt geht es darum, diese Ziele ganz konkret mit Leben zu erfüllen und in die Umsetzung zu bringen. Hierzu haben wir in unserer Mitgliederversammlung ein Kompetenz-Center-Modell beschlossen.

Was verstehen Sie unter „Kompetenz-Center-Modell“?

Die Einzigartigkeit der ASW und ihrer Mitgliedsverbände ist die vorhandene Sicherheitskompetenz in der Mitgliederstruktur. Dies erfüllen wir zum einen mit der Flächenorganisation und zum anderen mit den Fachverbänden.

Genau diese Kompetenz der gesamten deutschen Wirtschaft – vom Großkonzern bis zum mittelständischen Unternehmen – zur Verfügung zu stellen, haben wir uns zur Aufgabe gemacht. Das Kompetenz-Center-Modell besteht aus neun Elementen.

Lassen Sie mich am Beispiel eines dieser Elemente unsere Vorgehensweise erläutern: Als Sicherheitsexperten sprechen wir gerne davon, dass wir vor die Lage kommen müssen, um präventiv Risiken zu vermeiden. Dazu haben wir uns vorgenommen, ein Lagezentrum aufzubauen, das als intelligente „Alarmanlage“ für die deutsche Wirtschaft sicherheitsrelevante Informationen ergänzend zu den Meldungen der Sicherheitsbehörden zur Verfügung stellt.

Auf welche Resonanz sind Sie damit bei Ihren Mitgliedern gestoßen?

Auch dies haben wir intensiv auf unserer Mitgliederversammlung diskutiert – mit einem positiven Ergebnis. Die nächsten Schritte auf dem Weg zum Kompetenz-Center-Modell sind nun folgende: Unsere Mitglieder benennen für die einzelnen Kompetenzfelder ihre Experten, und im Herbst gehen wir gemeinsam mit den Vorsitzenden und Geschäftsführern unserer Mitgliedsverbände in eine Klausurtagung, um den Umsetzungsplan auszuarbeiten.

Dabei wird festgelegt, wer federführend welches Thema übernimmt, wer wo mitarbeitet und wie der genaue Zeit- und Meilensteinplan aussieht. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir haben so viel Kompetenz in unseren Reihen. Davon profitieren wir alle, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und befruchten.

Ein weiterer Fokus lag ja auf der Suche nach neuen Mitgliedsverbänden. Was ist daraus geworden?

Dieses Thema lag bisher nicht ganz im Scheinwerferlicht unseres Wirkens. Wir haben zwar seit Jahresbeginn den VfS Verband für Sicherheitstechnik e.V. als neues Mitglied gewonnen. Zudem sind wir mit weiteren Interessenten im Gespräch.

Aber wir müssen auch konstatieren, dass wir bislang noch nicht so erfolgreich waren. Dies ist uns bewusst, und wir werden hart daran arbeiten, den Mehrwert der ASW für die Verbände herauszustellen.

Leider sind im vergangenen Jahr ja auch Verbände ausgetreten. Was sagen Sie zu den parallelen Aktivitäten des BDI?

Wir müssen die Entscheidung des BDI respektieren, gleichwohl haben wir nach dem Austritt das Tischtuch nicht zerschnitten und planen auf partnerschaftlicher Basis eine gemeinsame Veranstaltung zum Wirtschaftsschutz in der zweiten Jahreshälfte.

Wie sieht schließlich die Unterstützung durch die Politik aus? Ist man sich der Dringlichkeit der Bündelung aller „Sicherheitskräfte“ bewusst?

Auch in den zurückliegenden schwierigen zwölf Monaten für die ASW haben wir immer eine hervorragende Unterstützung durch die staatlichen Vertreter und durch die Sicherheitsbehörden erhalten. Konkrete Unterstützung gab es beispielsweise auf unserer außerordentlichen Mitgliederversammlung durch Vertreter des Innenministeriums.

Die Bündelung haben wir über die „Allianz für Wirtschaftsschutz“ etabliert, da hier die ASW gemeinsam mit BDI, DIHK und BDSW an einem Tisch sitzt.

Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft: Wird die ASW künftig vielleicht internationaler werden oder bleibt sie auf die deutschen Themen konzentriert? Welche weiteren Ziele haben Sie sich gesteckt?

Wir werden auf jeden Fall unser Kompetenz-Center-Modell umsetzen und weiterentwickeln. Natürlich muss sich die ASW aber auch im Hinblick auf die Globalisierung der Wirtschaft international ausrichten. Dabei gehen wir aber schrittweise voran, denn auch für die ASW gilt, was für jedes global agierende Unternehmen gilt: Basis ist ein stabiles Fundament im Heimatmarkt, und darauf aufbauend kann man erfolgreich sein Geschäft international tätigen. ASL

Volker Wagner, Leiter Group Business Security der Deutschen Telekom AG und Vorstandsvorsitzender der ASW e.V.

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Außerordentliche Mitgliederversammlung der ASW

Volle Unterstützung für den Vorstand

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) am 08. März in Berlin bestätigten die anwesenden Vertreter der Mitgliedsverbände eindeutig den seit fast einem Jahr vom Vorstand eingeschlagenen Reformkurs.

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Neuausrichtung der ASW

Fit für die Zukunft

Vor einem Jahr hat die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) e.V. ihr Konzept reformiert. Über den aktuellen Stand der Neukonzeptionierung sprach W&S mit Volker Wagner, Leiter Group Business Security der Deutschen Telekom, und seit März 2012 Vorstandsvorsitzender der ASW.

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Fortschreitender Reformprozess der ASW

Alle Ampeln auf Grün

Die Arbeitsgemeinschaft für Sicherheit der Wirtschaft (ASW) e.V. hat nach einer längeren Vakanz seit Anfang des Jahres einen neuen Geschäftsführer. PROTECTOR sprach mit Jan Wolter über seine ersten Erfahrungen in der Sicherheitsbranche und die Neuausrichtung des Verbandes.

Der Kaminabend des ASW Bundesverbands fand regen Anklang.
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Sicherheitskonzepte

ASW Bundesverband stellt sich den Herausforderungen

PROTECTOR befragte Dr. Christian Endreß, Geschäftsführer des ASW Bundesverbandes, zu den Herausforderungen, die an den Wirtschaftsschutz gestellt werden.