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Bei einem Kennzeichenerkennungssystem sollten intuitive Bedienung, einfache Konfiguration sowie umfangreiche Exportfunktionen Standard sein.

Kennzeichenerkennung

Was Nummern im Schilde führen

Systeme zur Kennzeichenerkennung können in einer Vielzahl von Anwendungen für Sicherheit und Effizienz sorgen. Damit eine Anlage jedoch stabil und im Sinne des Anwenders funktioniert, müssen wichtige Kriterien erfüllt sein.

Entscheidend für den erfolgreichen Einsatz einer Technologie ist bereits die grundlegende Herangehensweise. Hier gibt es – unabhängig von der konkreten Thematik – unterschiedliche Methoden, sich einem neuen Feld zu nähern:

  • Die Wikipedia-Methode: In Wikipedia findet man für so gut wie jede Technik eine grundsätzliche Erklärung, wie etwas funktioniert. Diese Methode ist als Einstieg zu empfehlen – für Ingenieure und diejenigen, die etwas errichten wollen.
  • Die Marketing-Methode: Hierbei setzt man auf Informationen aus der Werbung. Unternehmensanzeigen preisen ein Produkt an und zeigen, wo es sich von anderen unterscheidet. Diese Methode funktioniert gut für bereits etablierte Produkte, wie etwa Autos, Waschmaschinen, Telefone und dergleichen.
  • Die Pragmatiker-Methode: Diese Herangehensweise greift die Sicht des Nutzers auf, der sich beim Anblick eines neuen Produkts oder einer neuen Technologie nicht fragt „Was ist das?”, sondern gleich wissen will „Was kann ich damit machen?“ Hier steht ganz praktisch die Funktion im Mittelpunkt.

Die „Basics“ müssen stimmen

Als erstes muss man sich also fragen: Was lässt sich mit Kennzeichenerkennung erreichen und wie einfach oder schwer ist es, die gewünschten Funktionen umzusetzen? Die grundlegenden Funktionen, um die es geht, sind Automatisierung und Statistik.

Bringt man Nummernschilderkennung mit Automatisierung und Statistik zusammen, kann man beispielsweise eine sehr effektive Parkhaussteuerung etablieren, bei der sich die Schranke automatisch öffnet, sobald berechtigte Personen vorfahren. Für einen stabilen Betrieb müssen hierbei – wie immer – die „Basics“ stimmen: Neben einer guten Ausleuchtung der Nummernschilder ist vor allem eine geeignete Kameraperspektive wichtig. Idealerweise sollte sie über Scheinwerferhöhe und mit so wenig Winkel wie möglich am Rand platziert werden. Bei Schnee oder Dunkelheit kann Infrarot helfen. Wichtig ist auch: Das System, das man für die Kennzeichenerkennung einsetzen will, sollte flexibel und kameraunabhängig sein, damit man die passende Kamera selbst auswählen und bei Bedarf tauschen kann.

Knackpunkt Administration

Logischerweise geht es bei einem solchen System schnell um einige Hundert Nutzer, deren Daten effizient verwaltet werden wollen. Hierbei lautet die ganz triviale Frage: Wer hält alles auf dem neuesten Stand? Und auf welche Weise ist dies möglich? Zunächst muss man ein solches System auf „Arbeitsstatus“ bringen: Hierfür braucht man Importfunktionen, die beispielsweise auch Excel-Listen lesen können. Auch ein Datenexport ist wichtig.

Dies ist in der Regel eine leichte Übung, aber bei der Art und Weise, wie Daten administriert werden, kann es schon kniffliger werden. Manche Hersteller verwenden eigene Konfigurationsprogramme, andere arbeiten mit recht unkomfortablen Listen, die in das System eingelesen werden müssen. Andere wiederum bieten hierfür moderne Web-Interfaces an. Damit kann man frei auswählen, von wo aus man auf das System zugreift. Auch vom Smartphone aus ist dies möglich.

Bleibt die Frage nach dem Personenkreis, der ein System verwaltet – in den seltensten Fällen wird es nur von einer Person bedient. Außerdem muss das nicht immer ein Administrator mit IT-Kenntnissen sein – weshalb der Schwierigkeitsgrad nicht zu hoch werden sollte.

Weiterführende Funktionalität

Damit ein System in der Praxis rund läuft und einen spürbaren Mehrwert bringt, sollte es mit geeigneten Features aufwarten. Eine essenzielle Funktion ist die Möglichkeit, einzelne Nutzer in Gruppen zu sortieren und ihnen verschiedene Zugriffsrechte zu geben. So ist es möglich, dass die Sekretärin, der lokale Administrator oder das Personal an einer Pforte das System maßgeschneidert bedienen und notwendige Änderungen vornehmen können – Selbstverwaltung lautet das Stichwort.

Als Entscheider sollte man daher nach selbstverwaltenden Systemen suchen, die noch dazu ein Web-Interface als Bedienoberfläche anbieten. Hier kommt ein weiterer wesentlicher Punkt ins Spiel: Die Zufriedenheit des Kunden. Sie richtet sich maßgeblich danach, wie leicht man die Anlage bedienen kann. Nachlässigkeiten und faule Kompromisse können sich hier bitter rächen.

Flexibel und vernetzt

Ebenfalls ausschlaggebend können die Statistik- und Auswertungsoptionen sein. Geht es etwa um einen Parkplatz, den sich mehrere Mieter oder Unternehmen teilen, kommt man schnell zur Frage: Wie viele Parkplätze hat wer wann genutzt und wie viele wurden bezahlt? Voraussetzung dafür ist, dass man sehr genau erfassen kann, wie viele Parkplätze wirklich benutzt werden. Eine leistungsfähige Nummernschilderkennung mit selbstverwaltetem System und angeschlossenem Reporting kann hierbei helfen und im Endeffekt viel Geld sparen. Vorzuziehen sind Systeme, die flexibel ausgelegt sind und bei denen sich eine Report-Funktion später auch nachrüsten lässt.

Nummernschilderkennung hat ebenso Schnittmengen mit dem Videomanagementsystem. Diese betreffen vor allem die Verwaltung der Kameras, beinhalten aber auch die Möglichkeit, nach Bildern und Clips zu suchen. Es gibt Nummernschilderkennungen auf dem Markt, die nur mir einer bestimmten Kamera funktionieren. Und es gibt welche, die zentral in einem System laufen, das entweder im Videomanagement integriert oder ihm angegliedert ist. Hierdurch erhält man die nötige Flexibilität bei Kameras – und eine große Auswahl an Funktionen „drumherum“ ist auch gewährleistet.

Beherzigt man all diese Kriterien und geht aufgeschlossen an die Umsetzung seines Kennzeichenerkennungsprojekts heran, wird sich die gewonnene Effizienz und Sicherheit sehr schnell bezahlt machen.

Klaus Seibold, Managing Director D-A-CH & EE bei Mirasys

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W. Arnold

Automatische Nummernschilderkennung für Zufahrtskontrolle

Die W. Arnold GmbH bietet ein Kennzeichenerkennungssystem an, das sich durch einfache Installation und Bedienung auszeichnet.

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Hikvision

Integrierte Lösung zur Kennzeichenerkennung

Hikvision stellt seine direkt in die Kamera integrierte Kennzeichenerkennungslösung vor. Da der Analysealgorithmus für die Kennzeichenerkennung direkt in die Kameras integriert ist, ist keine zusätzliche Software notwendig.

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Kennzeichenerkennung als Management-Tool

Präzise erkennen

Deutschlands Autofahrer stehen rund 36 Stunden pro Jahr im Stau. Auf den Nahverkehr entfallen dabei rund 40 Prozent der CO²-Emissionen und 70 Prozent des sonstigen Schadstoffausstoßes. Kennzeichenerkennungssysteme liefern den Schlüssel für effizientes Mobilitätsmanagement in verkehrsintensiven Zeiten und Zonen.

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Samsung Techwin

Automatische Kennzeichenerkennung mit Arteco

Als Hersteller von Videoereignisverwaltungssoftware (Video Event Management Software) hat Arteco eine Anwendung zur automatischen Kennzeichenerkennung (ALPR – Automatic License Plate Recognition) entwickelt, die auf allen WisenetIII-Kameras mit Open Platform von Samsung Techwin geladen werden kann.