Foto: Andreas Wiese, Düsseldorf International

Intelligente Leitstellen-Software

Wenn Sekunden zählen

Ob internationale Flughäfen oder Industriestandorte – je nach Einsatzort variieren die Szenarien wie Rettung, Störfall oder Katastrophen- und Brandschutz. Disponenten der verantwortlichen Leitstellen von Rettungsdiensten, Feuerwehren, Katastrophenschutz oder Werksfeuerwehren müssen daher den erforderlichen Bedarf von Einsatzkräften und -mitteln jeweils situationsbezogen steuern, verwalten und dokumentieren.

Intelligente Leitstellensoftware dient heute mehr denn je auch dem Schutz von kritischen Infrastrukturen. Markantes Beispiel ist hier der Flughafen Düsseldorf International. Unterschiedliche Aufgaben wie Brandbekämpfung, Evakuierungen im Notfall, medizinische Versorgungen von Passagieren oder Besuchern, steckengebliebene Aufzüge im Airport-Gebäude müssen schnell und sicher geregelt werden. Hinzu kommen die präzise Verwaltung und Dokumentation von Einsätzen. Vor dem Hintergrund sind kurze Kommunikationswege zwischen Disponenten der Sicherheitszentrale – der Flughafenleitstelle – und den Rettungskräften vor Ort entscheidend. Insbesondere auch in der Flugzeugbrandbekämpfung: So bleiben den Rettungskräften im Ernstfall nur 180 Sekunden, um mit ihren Löschfahrzeugen am Flugzeug zu sein.

In der Sicherheitszentrale des Flughafens laufen sämtliche Informationen aus drei Einsatzbereichen Feuerwehr, Service- und Störungsstelle sowie Security-Leitstelle zusammen. Auf dem Einsatz- und Gefahrenmanagementsystem „Celios“ behält der Disponent die eingehenden Informationen zentral auf einer Bedieneroberfläche am Überwachungsmonitor im Blick. Alarmierung, Disposition, Maßnahmen, Dokumentation und Tagesgeschäft werden zentral bearbeitet, ohne das System zu wechseln.

Das Softwaresystem basiert auf einer offenen Systemplattform, wodurch sich die Lösung jederzeit um weitere Komponenten ergänzen und mit externen Systemen und Leitstellen vernetzen lässt. Auch die Anbindungen an das Digitalfunksystem Tetra und an das BOS-Funksystem der Berufsfeuerwehr (BOS – Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) sind gewährleistet. Weitere Softwarelösungen der mobilen Datenerfassung und Dateninformation unterstützen die Rettungskräfte vor Ort und sorgen mit Blick auf administrative Aufgaben für lückenlose Sicherheit bei der Dokumentation und Abrechnung der Einsätze.

Intelligent Zeit sparen

Auch im kommunalen Bereich zeigt sich, wie wichtig zuverlässige softwaregestützte Leitstellentechnik im Ernstfall ist. Im Dezember letzten Jahres brannte die Konstanzer Altstadt. Neben der örtlichen Feuerwehr wurden weitere Rettungsdienste alarmiert. Dabei unterstützte die Leitstellensoftware als wichtiges Hilfsmittel den Einsatz. Über die Software bezieht der Leitstellendisponent der Feuerwehr Konstanz die wesentlichen Informationen für seine Einsatzabwicklung aus den Systemfunktionen Einsatzbearbeitungsmaske, Fahrzeugtableau und geografisches Informationssystem.

Das System ist so ausgelegt, dass für alle denkbaren Unglücksfälle bestimmte Einsatzstichwörter und Strategien hinterlegt werden. Im Falle des Großbrandes in Konstanz gab der Disponent nach Alarmeingang einsatzrelevante Stichworte in eine Bedienermaske ein. Per Knopfdruck öffneten sich in einem speziellen Meldungsfenster automatisch vorbelegte Einsatzmittelketten inklusive Teilnehmerdaten. Er erhielt sekundenschnell Vorschläge zu den nötigen Einsatzmitteln wie Löschzüge, externe BOS-Hilfskräften, Behörden sowie zu deren Alarmierungswegen – und zudem einen Katalog für alle notwendigen Maßnahmen.

Wichtige Daten zu Einsatzzeiten und beteiligten Hilfseinheiten für spätere Rechnungs- und Protokollerstellungen lassen sich zudem einfach dokumentieren und in Statistiken – auch im Sinne eines verbesserten Qualitätsmanagements – erheben.

Ingo Hofmann ist Manager bei CKS Systeme GmbH & Co. KG

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