Editorial

Wer, wie, was?

Berlin führt zum 1. Januar 2017 als letztes Bundesland die Rauchwarnmelderpflicht ein. Damit sind die lebensrettenden Melder dann flächendeckend in ganz Deutschland vorgeschrieben. Also endlich klare Verhältnisse?

Weit gefehlt, denn dass die Verpflichtung zur Installation nun überall gilt, bedeutet keineswegs, dass sie in allen Bundesländern einheitlich geregelt wäre. Vielmehr gibt es teilweise stark voneinander abweichende Vorschriften. Während die Pflicht in einigen Ländern für Neu- und Bestandsgebäude gilt, betrifft sie in anderen Ländern lediglich Neubauten. Während es in manchen Teilen Deutschlands genügt, ein Zimmer pro Wohnung mit einem Melder auszustatten, wird in anderen Gebieten die Anbringung in mehreren Zimmern verlangt.

Und während bei Mietwohnungen in den meisten Bundesländern die Vermieter für den Einbau, aber die „unmittelbaren Besitzer“, also die Mieter, dafür zuständig sind, was im Paragraphendeutsch die „Sicherstellung der Betriebsbereitschaft“ heißt, sind in anderen Bundeländern für beides die Vermieter verantwortlich – und in wieder anderen die Mieter. Da kann man schon mal durcheinanderkommen, wer jetzt eigentlich genau was tun soll. Föderalismus hat in einigen politischen Bereichen sicher seine Vorteile, beim Thema Rauchwarnmelderpflicht fällt es aber eher schwer, einen Sinn darin zu erkennen, Ausgestaltung und Umsetzung zur Ländersache gemacht zu haben. Der lebensrettende Nutzen von Rauchwarnmeldern ist längst erwiesen. So zeigen Statistiken, dass die Zahl der Todesfälle durch Wohnungsbrände in all jenen Bundesländern gesunken ist, in denen eine Rauchwarnmelderpflicht seit längerem eingeführt wurde.

Noch deutlicher zeigt sich der positive Effekt in den USA, wo die einzelnen Bundesstaaten bereits in den 70er Jahren die Installationspflicht eigeführt haben. Nach einer Langzeitstudie halbierte sich dort seitdem die Zahl der Todesopfer durch Haus- und Wohnungsbrände. Es gäbe also genug Gründe, eine bundesweite, einheitliche Regelung zur Rauchwarnmelderpflicht einzuführen. Auch gesetzlich vorgeschriebene Qualitätsstandards, auf die nicht nur viele Hersteller zu Recht seit langem drängen, etwa zu einer garantierten Mindestlaufzeit für Batterien, würden helfen, den Nutzen von Rauchwarnmeldern weiter zu erhöhen. So könnte aus Nutzersicht auch endlich ausgeschlossen werden, dass die kleinen Lebensretter kurz nach ihrer Anbringung mitten in der Nacht zu kleinen piependen Quälgeistern werden, die penetrant nach einem Batteriewechsel verlangen und die um ihre Nachtruhe Beraubten dazu veranlassen, sie gleich wieder von der Decke zu holen und sie bis auf weiteres in die Ecke zu werfen.

Andreas Albrecht

Foto: Hekatron/Patrick Seeger

Umsetzung der Rauchwarnmelderpflicht

Wenn Sicherheit zur Pflicht wird

In den meisten Bundesländern sind Rauchwarnmelder für Privatwohnungen mittlerweile Pflicht. Je nach Art des Objekts bietet sich dabei eine Absicherung mit Stand-Alone-Meldern oder auch mit funkvernetzten Rauchwarnmeldern an. Aber nur ein hochwertiger Melder kann im Ernstfall Leben retten.

Foto: Hekatron

Rauchwarnmelderpflicht

Flächendeckend auf Qualität setzen

In den meisten Bundesländern sind Rauchwarnmelder mittlerweile Pflicht, in einigen von ihnen laufen die Übergangsfristen für die Nachrüstung von Bestandbauten allerdings erst in den nächsten Jahren ab. Hersteller, Fachhandel und mit der Installation und Wartung befasste Facherrichter haben viel zu tun, um der damit verbundenen Nachfrage nachzukommen.

Foto: Abus Security-Center

Rauchwarnmelder

Rheinland-Pfalz führt Installationspflicht ein

Rheinland-Pfalz ist das erste Bundesland, das den Einsatz von Rauchwarnmeldern für den privaten Wohnbereich sowohl für Neu-, als auch für Bestandsbauten verpflichtend vorschreibt. Seit 12. Juli 2012 müssen die lebensrettenden Helfer dort in Fluren sowie in Schlaf- und Kinderzimmern installiert sein.

Rauchwarnmelder können die Sicherheit in privaten Haushalten bedeutend erhöhen.
Foto: Bvbf

Verbände

Rauchwarnmelder in allen Wohnungen vorgeschrieben

Spätestens bis Silvester müssen in allen Häusern und Wohnungen in Berlin und Brandenburg Rauchwarnmelder installiert sein.