Markus Stangl stellte die Intercom-Plattform „Symphony“ zur Erhöhung der Gebäudesicherheit vor.
Foto: Schneider Intercom

Gefahrenmeldetechnik

Wie eine Intercom-Plattform die Gebäudesicherheit erhöht

Commend und Schneider Intercom haben eine cloudbasierte Intercom-Plattform für Gebäudesicherheit entwickelt, die sämtliche Sicherheits-Gewerke integrieren kann.

Zur Feier ihrer 40-jährigen Kooperation stellten die beiden Kommunikations- und Sicherheitsunternehmen Commend und Schneider Intercom Ende Oktober 2019 in Düsseldorf mit „Symphony“ die weltweit erste cloudbasierte Intercom-Security-Plattform für erhöhte Gebäudesicherheit vor.

Zukunft der Sicherheitstechnik: Erste Intercom-Plattform setzt Maßstäbe

Markus Stangl, Business Model Innovation der Commend International GmbH, der entscheidend an der Entwicklung von „Symphony“ beteiligt war, kündigte vor etwa 100 geladenen Partnern der beiden Unternehmen die Plattform als „Antwort auf die Sicherheitstechnik der Zukunft“ an.

Am Beispiel einer imaginären, audiovisuellen Notfallsituation war zuvor eindrucksvoll demonstriert worden, wie schnell sich einerseits ein Stromausfall zu einer Brandkatastrophe entwickeln kann. Andererseits machte das Beispiel deutlich, welche entscheidenden Vorteile es hat, wenn dabei die Kommunikation sowie die Koordination der verschiedenen Sicherheits-Gewerke von der Meldung an die Leitstelle, über das Ausrücken der Einsatzkräfte bis zur Brandbekämpfung vor Ort, über eine zentrale Plattform erfolgen.

IT-Sicherheit und Datenschutz haben bei „Symphony“ höchste Priorität

Markus Stangl betonte vor diesem Hintergrund die langjährige Erfahrung von Schneider-Intercom und Commend auf ihren Gebieten. „Wir konzentrieren uns seit über 40 Jahren auf Sicherheit in Zusammenhang mit Kommunikation. Und wir wollen mit ‚Symphony‘ das mächtigste Safety-Instrument der Welt bauen“.

Um dieses Vorhaben umzusetzen, sei man sich einig gewesen, dass dabei „kein Weg an der Cloud vorbei“ führe, so Stangl. „Wir mussten die technischen Herausforderungen mit den Anforderungen des Marktes in Einklang bringen, da bleib nur die Plattform.“ Entschieden habe man sich für die Cloud von Microsoft, die sich in der Sicherheitstechnik-Branche unter anderem beim Einsatz in Rechenzentren mit einer Ausfallsicherheit von 99,98 Prozent bereits bewiesen habe.

Die IT-Sicherheit sei bei der Entwicklung von „Symphony“ von Beginn ein entscheidender Faktor gewesen, betonte Markus Stangl. Die Plattform folgt deshalb dem Prinzip „Privacy and Security by Design” (PSBD), was die Gewährleistung der Privatsphäre von Personen sowie neuster IT-Sicherheitsstandards garantieren soll, auch im Hinblick auf die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

Das Augenmerk der Commend-Ingenieure lag dabei besonders auf der maximalen Abhörsicherheit zum Schutz der Nutzer-Privatsphäre und dem Schutz vor Diebstahl, Manipulation und Ausspionieren der Daten. Cloud-Services mit speziellen Sicherheitseigenschaften sorgen zusätzlich für den fortlaufenden Schutz der Systeme. Dazu gehört unter anderem ein permanentes Schwachstellen-Screening, um unübliche Aktivitäten im System aufzuzeigen. Auf diese Weise können mögliche Bedrohungen frühzeitig erkannt und Kundendaten geschützt werden.

Intercom-Plattform eignet sich für Einsatz in großen Gebäudekomplexen

Die Plattform-Lösung konzentriert sich im ersten von mehreren Entwicklungsschritten auf Tür- und Torlösungen für Wohnungsgesellschaften, Immobilienverwerter und Betreiber von Gebäudekomplexen. Dank innovativer Cloud-Services können mit „Symphony“ auch komplexe Lösungen in anspruchsvollen Systemarchitekturen sicher und einfach gemanagt werden. Beispielsweise durch automatische Erkennung von Geräten im Netzwerk, zentrale Konfiguration und Verwaltung sowie sichere Einbindung mobiler Endgeräte.

Über den ersten „Symphony“-Cloud-Service bieten Commend und Schneider Intercom ihren Gewerbekunden ab sofort eine ganze Reihe von praxisorientierten Mehrwerten auf einer neuen technischen Basis: Das System ermöglicht nicht nur eine sichere und intuitive Bearbeitung aller Video-Türrufe in den Gebäude-Eingangsbereichen, sondern auch die Annahme von Sprechstellen-Rufen von jedem Ort der Welt – und das sowohl direkt am Smart Device oder an fest installierten Sprechstellen.

Keine Verkabelungen bei der Installation notwendig

Eingänge lassen sich dabei einfach und kundenorientiert in Gruppen und Zonen zusammenfassen. Anwender müssen dazu keinerlei Änderungen an der Hardware oder Verkabelung vornehmen. Zudem reicht ein Knopfdruck, um Rufziele und Ruflisten auf den Touchscreens am Eingang zu aktualisieren – das oftmals umständliche, manuelle Hantieren an den Türen gehört der Vergangenheit an.

Die genannten Funktionen machen „Symphony“ vor allem für Wohnungsgesellschaften attraktiv: aufwändiges Austauschen von Namensschildern bei Aus- und Umzügen entfällt. Kunden profitieren zudem von der maximalen Skalierbarkeit, vom Einzelobjekt bis hin zu multifunktionalen, global vernetzten Gebäudekomplexen.

Auch bei der Gebäudesicherheit gilt: Smart ist nicht gleich sicher

„Commend und Schneider Intercom setzen mit dem Launch von „Symphony“ einen historischen Meilenstein auf dem Weg zu einer zukunftsgerichteten, digitalen Form der Gebäudesicherheit“, sagte Commend-Geschäftsführer Martin Gross. Wer glaube, am Markt nur durch einen cloudbasierten Türruf ein Gebäude sicher machen zu können, habe die Herausforderungen der Zeit nicht erkannt.

Detlef Witte, Geschäftsführer von Schneider Intercom ergänzte: „Erst die Kombination von Cloud-Technologie mit unserem jahrzehntelangen Know-How in Gebäudelösungen bringt Sicherheitsverantwortlichen die Gewissheit, Menschen und Werte effektiv zu schützen und gleichzeitig einen effizienten, kostensparenden Alltagsbetrieb zu gewährleisten.“

Zukunft voller Möglichkeiten

Der in Düsseldorf vorgestellte Service für den Tür- und Torbereich ist der Auftakt für weitere Anwendungen, die derzeit in den Laboren von Commend entwickelt werden. Zukünftig sollen cloudbasierte Dienste von „Symphony“ in Sachen Sicherheit und Effizienz noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten bieten, insbesondere durch die intelligente Verknüpfung unterschiedlicher Subsysteme wie Videoüberwachung, Sensoren, Notrufsysteme, Zutrittskontrolle und Besuchermanagement.

Das hat enorme Vorteile, zum Beispiel wenn es darum geht, einen ausgelösten Alarm zu verifizieren und zwischen echtem Notfall und Falschmeldung zu unterscheiden. Oder wenn Besucherinformationen zur Orientierung im Gebäude bereitgestellt werden sollen, beispielsweise über fest eingerichtete Terminals oder mobile Endgeräte.

Mit der Cloud als „Hirn“ des Systems sorgt „Symphony“ für die reibungslose Orchestrierung technischer Assistenzsysteme zum Vorteil von Kunden, Angestellten und Besuchern, resümieren Scheider Intercom und Commend.