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Zeitenwende in der Sicherheitstechnik?

Corona ist noch nicht vorbei und der Ukrainekrieg wohl immer noch am Anfang. Steht auch die Sicherheitstechnik vor einer Zeitenwende?

Es herrscht wieder richtig Betrieb in der Sicherheitstechnikbranche. Im Mai 2022 befanden sich viele Hersteller, darunter Hikvision und Milestone auf Raodshows. Genetec und Assa Abloy organisierten Kundenevents, und innerhalb einer Woche hielten der VFS und der BHE Kongresse ab. Im Juni folgen mit der Sicherheitsexpo, der Feuertutz der Digitalbau und der fensterbau Frontale zahlreiche Branchenmessen, und so geht es weiter, bis in den Spätsommer hinein mit der Security Essen und der Light + Building. Wäre die Zahl an Veranstaltungen ein Krisenindikator, dann wäre Corona definitiv endgültig Geschichte, und es gäbe auch keine Unsicherheiten aufgrund des Ukraine-Krieges, unterbrochener Lieferketten und des Chipmangels mehr.

In der Realität ist aber leider keines dieser Probleme gelöst, im Gegenteil: Die Fronten im Krieg der Ukraine gegen Russland verhärten sich immer mehr, die Lieferketten werden immer fragiler und der Chipmangel immer latenter. Dennoch, und das ist das Paradoxe an der derzeitigen Situation, nehmen nicht nur in der Sicherheitstechnik, kehrt in der Wirtschaft allgemein die Zuversicht in die Zukunft zurück.  So entwirft etwa das Ifo-Institut in seiner aktuellen Konjunkturprognose ein Best- und ein Worst-Case-Szenario, und geht im ersten Fall von einer lediglich vorübergehenden Zunahme der Rohstoffpreise, Lieferengpässe und Unsicherheiten aus. Im schlimmsten Fall verschärf sich die Situation zunächst noch, bevor aber bereits ab der Jahresmitte 2022 eine allmähliche Entspannung einsetze. Auf welcher Grundlage diese positiven beziehungsweise milden Prognosen zustande kommen, sagt das Institut nicht, doch viele Analysten kommen zu ähnlichen Einschätzungen.

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Zeitenwende? Resilienter Krisen- und Katastrophenschutz in der Sicherheitsbranche

Ist also alles halb so schlimm? Kann man sich auf die Wirtschafts-Experten verlassen, und lösen sich die Probleme bald alle in Luft auf? Zweifel sind angebracht, und es gibt durchaus auch mahnende Stimmen, die eindringlich davor warnen, einfach so weiter zu machen wie bisher. Diese verschafften sich unter anderem auf dem VFS-Kongress Mitte Mai in Kassel Gehör. Dort sprach unter anderem der Präsident des Technischen Hilfswerkes (THW), Gerd Friedsam, und verdeutlichte anschaulich, wie die Einsatzzahlen des Dienstes in den letzten eineinhalb Jahren in die Höhe geschossen sind. Rückte das THW im Jahr 2020 demnach noch zu knapp über 2 Mio. Einsätzen aus, war dies im vergangenen Jahr schon 3,7 Mio. Mal der Fall. Der Starkregeneinsatz 2021 und die Flutkatstrophe im Ahrtal waren laut Friedsam der größte Einsatz der THW-Geschichte. Hinzu kamen in diesem Jahr die Folgen des Ukraine-Krieges, etwa die Errichtung von Notunterkünften oder die Organisation von Hilfskonvois.

Vor diesem Hintergrund appellierten auf dem VFS-Kongress nicht nur der THW-Präsident, sondern unter anderem auch VFS-Geschäftsführer Dr. Clemens Gause sowie der Regierungspräsident von Kassel, Mark Weinmeister, eindringlich davor, die Augen zu verschließen und forderten ein Umdenken im Krisen- und Katastrophenschutz (Bericht auf den Seiten 12 und 13 in der Juni-Ausgabe von PROTECTOR). Die Zeitendwende, die Bundeskanzler Olaf Scholz im Zusammenhang mit den politischen Folgen des Ukrainekriegs angekündigte, hat jetzt auch in der Sicherheitsbranche begonnen.

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