Foto: MS-AG

Übertragungstechnik in Leitstellen

Zentral gesteuert

Die Überwachung der Gebäudetechnik ist eine komplexe Aufgabe: Verschiedene technische Gewerke müssen parallel überwacht und gesteuert werden. Wenn all diese Einrichtungen dabei noch mit unterschiedlichen Systemen arbeiten, ist eine transparente Regelung kaum mehr möglich. Abhilfe schafft hier ein zentrales System.

Marburg an der Lahn ist für seine mittelalterlichen Bauten, das 800 Jahre alte Schloss und die renommierte Universität berühmt. Der Schutz der alten Gemäuer und der neuen städtischen Gebäude war allerdings bis vor kurzem eher antiquiert: Das Brandmeldesystem stammte aus dem Jahr 1920. Aufgrund wiederholter Erweiterungen war das System über die Jahre unübersichtlich geworden. Auch die Kosten waren durch die Vielzahl der Telefonanschlüsse unverhältnismäßig hoch. Es kam vor, dass innerhalb eines einzigen Gebäudes bis zu 15 Telefonanschlüsse für die Überwachung von technischen Anlagen vorgehalten wurden.

Ausgereifte Lösung gesucht

Um dies zu ändern und den Brandschutz effizienter, funktionaler und kostengünstiger zu gestalten, wurde beschlossen, das alte System im Rahmen eines flexiblen Alarmierungskonzeptes zentral handhabbar zu machen – die Planung und Konzeption übernahm dabei die Eltplan Elektro-Planungs- und Ingenieurgesellschaft.

Zur Schaltung der vorhandenen 77 Brandmeldeanlagen der städtischen Gebäude über einen neuen, einheitlichen Übertragungsweg auf die Leitstelle der Feuerwehr bedurfte es einer ausgereiften Lösung. Die wichtigste Anforderung bestand darin, dass die Überwachung der Systemtechnik zentral von einem Arbeitsplatz aus möglich ist. Als Grundlage für den Auswahlprozess diente ein Pflichtenheft, das alle Anforderungen für die Überwachung einer Vielzahl von technischen Systemen enthielt.

Die Produkte der MS Mikroprozessor-Systeme AG stellten sich für den Anwendungsfall schließlich als optimale Lösung heraus. Das Unternehmen überzeugte dabei durch umfangreiches Erfahrungswissen aus vergleichbaren Projekten und nicht zuletzt durch die Vielfältigkeit der möglichen Alarmierungsstrategien für unterschiedliche Anwendungen.

Komplexe Technik für stringente Abläufe

Eingeführt wurden eine MSD 4000 als Alarm-Empfangszentrale, um die eigene Feuerwehrleitstelle für den Empfang von Alarmen und Meldungen aufzurüsten, und die Serie MSD beziehungsweise MSF 4010 als multifunktionale Übertragungsgeräte. Der Empfangscomputer kennt alle gängigen Meldungsformate und empfängt über alle Übertragungswege, zudem werden alle Komponenten ständig überwacht. Die Übertragungsgeräte können für ISDN, Mobilfunk-Netze, Netzwerk und Internet genutzt werden – in Marburg entschied man sich aufgrund der technischen Voraussetzungen für eine Übertragung über ISDN, kombiniert mit einem GSM-Modul als Ersatzweg. Die Geräte unterstützen ungefähr 50 Alarmierungsformate für Anforderungen wie Übertragung an Notruf- und Serviceleitstellen, SMS-Versand oder Sprachnachrichten an Telefone. Schnittstellen gibt es unter anderem zu einer eigenen grafischen Visualisierungssoftware, zu Brandmelde- und Personenrufanlagen und zur Gebäudeleittechnik.

Damit erfüllen die Systeme alle Anforderungen und sind sehr gut erweiterbar. Seit Inbetriebnahme laufen alle Komponenten fehlerfrei, und die Mitarbeiter loben insbesondere die einfache Bedienbarkeit. Auch der Anwender ist mit der Lösung sehr zufrieden, da es sich um eine kostengünstige und sehr vielfältige Produktidee handelt, alle Geräte der neuesten Normierung entsprechen und zudem VdS zertifiziert sind. Der Brandschutz in Marburg befindet sich damit auf dem modernsten Stand. Doch das Projekt geht weiter. In diesem Jahr wird der Aufzugsnotruf in allen städtischen Gebäuden auf eine IP basierende Mobilfunklösung umgerüstet; außerdem sollen Defibrillatoren überwacht und freigeschaltet werden. Und auch für die Folgeprojekte werden die Systeme der MS-AG genutzt werden.

Manfred Spiller, Vorstand MS Mikroprozessor-Systeme AG

Foto: MS-AG/ Alarmempfangsstelle

Lösungen für Aufzugsteuerung

Technischer Wandel der Fernmeldenetze

Die Fernmeldenetze werden einem grundsätzlichen Strukturwandel unterzogen – diese Erkenntnis setzt sich nun auch in der Aufzugsbranche durch. Bereits 2010 wurde die Umstellung aller Telekommunikationswege auf ein IP (Internet Protokoll)-basierendes Protokoll angekündigt und soll spätestens 2018 vollzogen sein.

Foto: Kalscheuer

BHE-Fachkongress Brandschutz 2017

Brandaktuelle Themen

Wie gewohnt bis auf den letzten Platz gefüllt waren die Vortragsräume beim BHE-Fachkongress Brandschutz am 7. und 8. März 2017 in Fulda. Natürlich nutzten die teilnehmenden Facherrichter, Brandschutzbeauftragten und Anwender den sechsten BHE-Fachkongress Brandschutz wieder zum Netzwerken und Diskutieren.

Übertragungstechnik

All-IP bringt neue Gefahren

Eine Alarmübertragungseinrichtung (ÜE) übernimmt die Weiterleitung bei Alarm- und Störmeldungen von Einbruch- und Brandmeldeanlagen (GMA) hin zu Alarm-Empfangs-Stellen (AES). Früher wurden dazu leitungsvermittelnde Netze wie ISDN, analog oder GSM verwendet. Bedingt durch die Migration ins sogenannte All-IP – also alles wird IP – werden heute paketvermittelnde Netze wie IP oder Funk (2G/3G/4G) genutzt.

Foto: Tyco Integrated Fire & Security

Tyco Planertage 2016

Vom Türmer zur IP-Übertragung

Am 10. März 2016 machten die diesjährigen Tyco Planertage Station im Haus der Bayrischen Wirtschaft in München. Auf der Agenda standen neben der Abkündigung von ISDN als Kommunikationsweg auch Sicherheitslösungen für Pflegeeinrichtungen und den Schutz von Rechenzentren.