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Giesecke & Devrient

Zur Zukunft des Bezahlens

Bargeld, Währungsumstellung, Sicherheitsmerkmale – Banknoten sind täglich in aller Hände, trotz des Einzugs des digitalen Bezahlens. Giesecke & Devrient (G&D) hatte deshalb am 27. Juli 2015 zum Blick hinter die Kulissen beim Medientag Banknote in die Papierfabrik Louisenthal und ihre Münchner Zentrale eingeladen.

Gleich zur Begrüßung machte Dr. Walter Schlebusch, Vorsitzender der Geschäftsführung von G&D, deutlich, dass Bezahlvorgänge vor allem auf Vertrauen basieren: „Für uns es natürlich ein interessantes Thema, wie sich Bezahlvorgänge in den nächsten zehn Jahren entwickeln werden. Bargeldloses Bezahlen ist schnell und modern, aber die Frage der Sicherheit wird dabei eine wesentliche Rolle spielen. Und Banknoten sind nicht als Produkt, sondern als ein System zu verstehen, in das unsere Kunden vertrauen können.“

Zuverlässiges Zahlungsmittel

Diese Einschätzung bekräftigte auch Ralf Wintergerst, Mitglied der Geschäftsführung und verantwortlich für den Geschäftsbereich Banknote: „Vertrauen ist der wichtigste Faktor beim Bezahlen.“ Sonst hätte auch die Umstellung von Metallmünzen, die noch einen realen Gegenwert besaßen, auf Geldscheine aus Papier, deren Gegenwert durch Unterschriften – übrigens auch heute noch auf Geldscheinen üblich – verbürgt war, nicht erfolgen können. Trotz zunehmender virtueller Transaktionen und bargeldlosem, mobilem Bezahlen wächst die Menge des sich im Umlauf befindlichen Bargeldes an. „53 Prozent aller Bezahlvorgänge in Deutschland werden derzeit noch mit Bargeld abgewickelt, in Rumänien sind es sogar über 80 Prozent“, sagte Wintergerst und benannte auch die Gründe dafür: „Bargeld ist sicher, immer verfügbar, überall einsetzbar und auch in Krisenzeiten ein zuverlässiges Zahlungsmittel.“

Wasserzeichen und Intaglio

Dabei beginnt das Vertrauen in den Geldschein mit dem Vertrauen in den Menschen: „Zuerst schaut man, ob die Person, die einem die Banknote überreicht, vertrauenswürdig erscheint“, erläuterte der Geschäftsführer für Technologie und Innovation in Louisenthal, Dr. Alfred Kraxenberger. „Falls hier Zweifel aufkommen, werden nach dem Motto 'Sehen, fühlen, kippen' die eingebetteten Sicherheitsmerkmale des Geldscheins überprüft. Dazu zählen Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, Folien, Fenster, Tiefdruck (Intaglio) und optische Effekte.“

Im Handel kommt eine Überprüfung mit UV-Licht hinzu, Cash-Center und die Zentralbank können noch weitere, geheime Codierungen auslesen. Pro Jahr fließen diese Sicherheitsmerkmale je nach Anforderung in rund 160 Milliarden Banknoten ein. „Geld ist eine Art Visitenkarte des Landes“, fasst Dr. Kraxenberger zusammen.

Und dass Visitenkarten auch ansprechend gestaltet werden wollen, ist für Marc Mittelstädt eine Selbstverständlichkeit. Der Banknotendesigner gab einen Einblick in die Entwicklung des Designs, das ästhetische Ansprüche auf vorgegebenem Raum mit den Sicherheitsmerkmalen kombiniert – und dabei auch noch technisch von der Druckmaschine umsetzbar sein muss.

Verkehrsfähigkeit prüfen

Die Qualität der Banknoten muss auch nach den Inverkehrbringen gesichert sein. „Die Lebensdauer eines Fünf-Euo-Scheins beträgt weniger als ein Jahr“, gab Florian Reithmeier, Leiter der Division Currency Management Solutions, zu bedenken. Rund 460 Milliarden Banknoten, die derzeit im Umlauf sind, müssen regelmäßig von den Cash Centern oder Bargeld-Dienstleistern auf Löcher, Risse, Verfärbungen, Knicke, Notizen hin überprüft werden. Daneben werden die Banknoten sortiert und Fälschungen erkannt und aussortiert. Unterstützt werden sie dabei auch von vollautomatischen Banknotenbearbeitungs- und -inspektionssystemen, die einen Durchsatz von bis zu 160.000 Banknoten pro Stunde erreichen. Die Zentralbank zerstört die nicht mehr verkehrsfähigen Geldscheine und bestellt neue, die dann wieder in den Bargeldkreislauf eingebracht werden.

Der ehemalige Direktor Banknote bei der Europäischen Zentralbank, Antti Heionen, der zugleich Vorsitzender der Banknote Ethics Initiative ist, schilderte in seinem Gastvortrag die Anforderungen von Zentralbanken an Währungssysteme und den Geldkreislauf. Seiner Erfahrung nach fördern Krisen wie der die Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers, aber auch unklare politische Verhältnisse wie in der Ukraine oder der drohende Grexit Griechenlands den Umlauf von Bargeld. Im Falle von Naturkatastrophen, Überschwemmungen, Erdbeben oder bei Bankstreiks könnten Geldautomaten schnell nicht mehr funktionieren. „Sobald Menschen das Gefühl haben, es könnte zu einer Krise kommen, fühlen sie sich sicherer, wenn sie Bargeld zu Hause im Bücherregal liegen haben“, erklärte Heionen, und ergänzte: „Bargeld ist ein Teil der nationalen Infrastruktur.“

Britta Kalscheuer

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Giesecke & Devrient

Lösungen zum Banknotendesign

Giesecke & Devrient (G&D), präsentierte auf der Currency Conference, die vom 11. bis 13. Mai 2015 in Vancouver stattfand, das gesamte Lösungs- und Produktportfolio des Unternehmens rund um die Banknote, mit einem besonderen Schwerpunkt auf Banknotendesign sowie Sicherheits- und Automatisierungslösungen.

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Effizienzgewinn im Bargeldkreislauf

Günstig für's Geld

Die im Umlauf befindliche Bargeldmenge steigt stetig, auch die Nutzung von Geldautomaten nimmt zu. Damit verbunden ist ein aufwändiges und kostspieliges System zur Bereitstellung, Prüfung, Verarbeitung und letztlich Vernichtung von Banknoten. Durch Automatisierung und Standardisierung lässt sich hier ein bedeutender Effizienzgewinn erzielen, der Banken und Bankkunden zugute kommt.

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Giesecke & Devrient

Mit Magnite prüft das Handy Banknoten

Magnite heißt das neue interaktive Sicherheitsmerkmal für Banknoten von Giesecke & Devrient (G&D). Die Funktion beruht auf der Wechselwirkung spezieller Farbpigmente mit einem einfachen Magnetfeld, wie es zum Beispiel ein Handy-Lautsprecher bietet.

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Bezahlmethoden im Einzelhandel

Mobilisierte Währung

Ein Kernanliegen des Einzelhandels ist die Kundenzufriedenheit – diese erstreckt sich vom attraktiven Warenangebot über die freundlichen Mitarbeiter bis hin zur effizienten Zahlungsabwicklung. Gerade bei letzterem Punkt zeichnet sich eine einschneidende Entwicklung ab: Neben Bargeld und Kartenzahlung wird künftig das praktische „Mobile Payment“ an Bedeutung gewinnen.

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