Fachartikel aus PROTECTOR Special Videoüberwachung 2013, S. 30 bis 35

Voraussetzungen in Sachen Systemdesign Alles im richtigen Rahmen

Wenn es an die Ausgestaltung von Videoanlagen geht, spielen neben technischen Funktionen auch Rahmenbedingungen und Aspekte wie Sicherheit, Integration und Zukunftsfähigkeit eine wesentliche Rolle. Hinzu kommen Überlegungen zu Migrationskonzepten und Kosten.

Bild: MG
Teilnehmer am zweiten Tag des PROTECTOR Forums Videoüberwachung: Albert Unterberger, Carsten Eckstein, Roland Bauer, Dr. Magnus Ekerot, Frank Marcus Schille, Gregor Schnitzler, Franz-Josef Eberle, Katharina Geutebrück, Thomas Kleesch, Markus Groben, Uwe Kühlewind, Stephan Beckmann, René Kiefer sowie Moderator Hagen Zumpe. (Bild: MG)

Erfolgreiches Systemdesign muss alle diese genannten Faktoren berück-sichtigen, damit der Anwender ein sicheres und funktionsfähiges Videosystem erhält, welches überdies nicht sein Budget sprengt. Wie sich dies – auch angesichts zentraler und dezentraler Lösungen – bewerkstelligen lässt, und welche Konzepte sich hierfür anbieten, diskutierten die Experten während des PROTECTOR Forums Videoüberwachung.

Moderator Hagen Zumpe öffnete die Diskussion schon zu Beginn in alle Richtungen: „Was heißt es für den Kunden, wenn er sich für einen bestimmten Lösungsansatz entscheidet? Spielt hier die Frage nach zentralem und dezentralen Design eine große Rolle oder sind unabhängig davon andere Faktoren entscheidend? Wie ist der Eindruck aus der Praxis: Worauf wird viel und worauf noch zu wenig Wert gelegt?“

Markus Groben von der Groben Ingenieure GmbH empfiehlt, diese Fragen immer individuell zu betrachten: „Man muss es stets projektbezogen sehen und eine vernünftige Grundlagenermittlung durchführen. Das Ergebnis sind Lastenhefte und spezifische Vereinbarungen – auch hinsichtlich Sicherheit und Integration. Davon unabhängig kann es in einigen Fällen sicher Sinn ergeben, eine zentrale oder dezentrale Lösung vorzuziehen, aber der Aspekt, der immer im Raum steht, ist: Wie soll das System gemanagt werden? Und das ist auch von der Organisationsstruktur und den Rahmenbedingungen des Unternehmens abhängig.“

Knackpunkt Sicherheit

Bei der gründlichen Analyse für Videosysteme weit im Vordergrund stehen sollte der Aspekt der Sicherheit. Hier gibt es, je nachdem für welche Systemarchitektur man sich entscheidet, Unterschiede und verschieden hohe Hürden, die es zu nehmen gilt. Carsten Eckstein von der Seetec AG ist überzeugt: „Eine zentrale Lösung ist meist einfacher zu sichern als eine dezentrale – vor allem was die Aufzeichnung betrifft. Ein zentraler Server wird häufig in einer geschützten IT-Umgebung wie einem Rechenzentrum oder Serverraum stehen. Hier lassen sich die Aufnahmen wesentlich leichter sichern, als wenn man sie von 50 verteilten Kameras einsammeln muss – alleine schon wegen der verfügbaren Bandbreite. Wenn man sich große Anlagen ansieht, merkt man, dass die ihre IT im Griff haben.“

Statement

„Aus meiner Sicht sprechen wir nicht unbedingt von dem einen Server, sondern in der Regel von vielen Servern, die redundant ausgeführt sind. So kann man beispielsweise mit vier regulären – und auch kleineren – Servern arbeiten und einen fünften bereit halten, der bei Bedarf einspringt. So hat man ein verteiltes Risiko, weil nie alle Kameras ausfallen und der Notfall-Server sehr schnell übernehmen kann.“
Stephan Beckmann, Product Marketing Manager EMEA, American Dynamics, Tyco Security Products EMEA

Dem mag Dr. Magnus Ekerot von Mobotix nicht zustimmen: „Ich sehe die Gefahren genau anders herum. Wenn man nur auf einen zentralen Server setzt, geht man volles Risiko. Fällt nämlich dieser Server aus, sind die Aufzeichnungen aller Kameras weg, wohingegen bei dezentraler Verteilung, vielleicht eine Kamera ausfällt, aber alle anderen arbeiten unabhängig weiter.“ Hier sieht Stephan Beckmann von Tyco Security Products den Ausweg in einer angemessenen Redundanz: „Aus meiner Sicht sprechen wir nicht unbedingt von dem einen Server, sondern in der Regel von vielen Servern, die redundant ausgeführt sind. So kann man beispielsweise mit vier regulären – und auch kleineren – Servern arbeiten und einen fünften bereit halten, der bei Bedarf einspringt. So hat man ein verteiltes Risiko, weil nie alle Kameras ausfallen und der Notfall-Server sehr schnell übernehmen kann.“

In Sachen Betriebssicherheit bringt Albert Unterberger von Securiton/IPS ein weiteres Beispiel: „Ich möchte das anhand der Videoanalyse skizzieren: Wenn man Videoanalyse auf Servern betreibt, braucht man entsprechend hohe Rechenleistung. Plant man seriös, laufen die Server mit maximal 70 Prozent Auslastung. Je größer die Systeme werden, desto mehr Server werden benötigt und umso mehr Hitze wird erzeugt. Das sind Aspekte, die bekommt man mit professioneller Technik durchaus in den Griff, aber leider wird nicht überall entsprechend geplant.“

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