Fachartikel aus PROTECTOR 5/2017, S. 14

Feuertrutz Auf Erfolgskurs

Die Brandschutzmesse Feuertrutz konnte erneut einen Zuwachs bei Ausstellern und Besuchern verzeichnen. Zu den wichtigen Schwerpunkten zählten neben Informationen zu Richtlinien und Bauordnungen die Themen Industrie 4.0, Brandschutz bei Großprojekten und der Mensch als Faktor seiner Arbeits- und Umwelt.

Bild: Lehmann
Über 7.000 Fachbesucher kamen zur Feuertrutz 2017 nach Nürnberg. (Bild: Lehmann)

Insgesamt kamen über 7.000 Fachbesucher zusammen, um sich bei 275 Ausstellern aus 14 Ländern über bauliche, anlagentechnische und organisatorische Brandschutzlösungen zu informieren. Auch der parallel stattfindende Brandschutzkongress verzeichnete mit 1.300 Teilnehmern gegenüber dem Vorjahr (1.150) einen deutlichen Zuwachs. Drei erstmalig gehaltene Kompaktseminare boten darüber hinaus 220 Teilnehmern die Möglichkeit, sich eingehend mit den Themen „Brandschutz im Ausbau“, „Brandschutz in Bayern“ Änderungen im Bayerischen Brandschutz“ und „Brandschutzdirekt Löschtechnik“ zu befassen. Wie üblich organisierten sich die gut besuchten Vorträge in parallel laufende Kongresszüge mit unterschiedlichen thematischen Ausrichtungen.

Den Beginn machten Vorträge rund um die Frage, warum es mittlerweile schwer geworden zu sein scheint, Großprojekte in Deutschland korrekt und termingerecht umzusetzen. Harald Niemöller von Hhpberlin widmete etwa seinen Vortrag einer Ursache für Verzögerungen bei Projekten, nämlich den Brandschutzmängeln, die sich weit häufiger in der Umsetzung denn in der Planung ergeben. Eine Möglichkeit, hier gegen zu steuern, sind zusätzliche Maßnahmen zur Qualitätssicherung, die die Bauleitung vor Ort unterstützt. Somit könnten viele Mängel rechtzeitig erkannt und behoben werden. Beim Schwerpunkt organisatorischer Brandschutz wurde der Fokus unter anderem auch auf die rechtliche Problematik des Brandschutzbeauftragten gelegt. Denn diese nehmen in ihren Betrieben ein hohes Maß an Verantwortung wahr, ohne möglicherweise die genauen Konsequenzen mit der Übernahme der Funktion zu kennen. Es gibt keine gesetzliche Regelung oder Definition des Brandschutzbeauftragten. Daher ist es umso wichtiger, wie Dr. Michael Neupert berichtete, dass seine Aufgaben klar beschrieben sind und Verantwortlichkeiten präzise delegiert werden. Nur so lässt sich sicherstellen, dass der Beauftrage später frei von zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen bleibt, sollte es zum Schadensfall kommen.

Faktor Mensch

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Der Mensch als zentralen Faktor bei der Bewertung von brandschutztechnischen Maßnahmen stellte Dr. Sebastian Festag, GfS, Hekatron, heraus. Menschliches Verhalten spielt bei Bränden fast immer eine Rolle. Wie ein Mensch im Brand- oder Gefahrenfall reagiert, hat unmittelbare Auswirkung auf Abläufe, Wirkzusammenhänge und die Bewältigung von Ereignissen. Menschen dürfen dabei nicht nur als Risikofaktoren gesehen werden, sondern sie können genauso auch positiv wirken. Häufig sind gestellte Rahmenbedingungen nicht auf die Bedürfnisse des Menschen abgestimmt, was letztendlich zu Sicherheitsproblemen führen kann. Ein konkretes Beispiel für den Mensch und seine Reaktion im Ernstfall lieferte etwa Dr. Laura Künzer von Team HF. Anhand eines Brandes am U-Bahnhof in Berlin im Jahr 2000 zeigte sie, wie angesichts mangelnder Informationen die Menschen sich nur sehr zögerlich in Sicherheit brachten. Ob und wie schnell Menschen einen Bereich evakuieren, hängt nicht zuletzt von der persönlichen Motivation (Neugier versus Gefahr) und den verfügbaren Informationen, etwa zu Rettungswegen, ab. Hieraus lassen sich für Brände mit starker Rauchentwicklung verschiedene Schlussfolgerungen und Handlungsanweisungen ziehen, wie Menschen im Ernstfall gezielt anzusprechen und damit zu einer raschen Entscheidung zu bewegen sind. Die Fachmesse bot den Besuchern darüber hinaus die Möglichkeit, sich individuell zu Lösungen speziell im Beriech Brandschutz umfassend zu informieren. Zahlreiche Aussteller präsentieren ihre Produkte wie spezielle Baustoffe, Bauelemente und Produkte der technischen Gebäudeausrüstung, sowie Flucht- und Rettungsysteme. HL

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