Fachartikel aus PROTECTOR Special Videoüberwachung 2017, S. 45

Videobildanalyse im Krankenhaus Tatort Notaufnahme

Übergriffe durch Patienten, Bewohner und deren Angehörige gehören inzwischen zum Arbeitsalltag für viele Beschäftigte im Gesundheitswesen. Um die Klinikmitarbeiter zu schützen, Diebstähle zu verhindern und den Zugriff auf Medikamentenschränke zu sichern, bietet sich eine Videobildanalyse an.

Bild: Securiton
In der Notaufnahme dient die intelligente Videobildanalyse (Privacy Protection) dem Schutz der Privatsphäre mittels automatisierter Verpixelung. (Bild: Securiton)

Immer häufiger eskaliert die Gewalt in deutschen Klinken: Brennpunkte sind Notaufnahmen, Psychiatrien und Intensivstationen. Alarmierend: Laut einer Querschnittstudie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) haben in Krankenhäusern, ambulanten und stationären Einrichtungen der Altenpflege sowie der Behindertenhilfe mehr als 56 Prozent der Mitarbeiter bereits verbale Gewalt und 78 Prozent körperliche Gewalt erlebt. Prävention ist nicht nur die gesetzliche Pflicht des Arbeitgebers, sondern auch ein ökonomischer Faktor. Denn Übergriffe führen zu Arbeitsausfällen – sei es in direkter Folge oder als posttraumatische Belastungsstörung.

Strategien zur Intervention

Interventionsstrategien zur Reduzierung der Folgen von Gewalt müssen breit angelegt werden: Technische Maßnahmen sind geeignete Notruf- und Alarmierungssysteme mit akustischen Signalen zur Abschreckung und Videoüberwachung. Der Schutz der Mitarbeiter steht im Mittelpunkt eines jeden Sicherheitskonzepts: „Kameras in Notaufnahmen wirken schon präventiv abschreckend“, erklärt Videosicherheitsexperte Benjamin Wolf von Securiton. „Sie helfen aber auch dabei, Gefahren frühzeitig zu erkennen und im Nachhinein Vorfälle zu dokumentieren.“ Mit Notruftastern und zusätzlichen mobilen Funksendern kann das Personal Hilferufe absetzen. Ein optisches und akustisches Signal soll Kollegen und Anwesende auf die Situation aufmerksam machen und den Aggressor von weiteren Taten abhalten.

Videoüberwachung bei Alarm

Im Falle eines Notrufs übernimmt ein Videoüberwachungssystem wie der IPS Videomanager: Die Kameras lokalisieren automatisiert den Alarmort und stellen die Bilder in Echtzeit dem Sicherheitspersonal zur Prüfung zur Verfügung. Das Videosicherheitssystem lässt sich modular erweitern. Das Eindringen in bestimmte Bereiche wie etwa in ein Medikamentenlager kann mit Videobildanalyse- Modulen (IPS Indoor Detection) überwacht werden. Es erkennt die Objektgröße, ermittelt die Objektbewegung und unterscheidet die Perspektiven. „Die Software identifiziert Gefahrensituationen wie Übertritte in eine Tabuzone. Mit solch intelligenten Videobildanalysen werden im Ernstfall wertvolle Sekunden gespart. Der Mensch kann schneller nach einem zuvor definierten Schema Interventionsmaßnahmen einleiten“, erläutert Wolf. Videoanalysen sind in der Lage, Einbrüche und Überfälle automatisiert zu erkennen und somit zum Schutz vor Diebstahl oder auch zur Vermeidung von Unfällen erheblich beizutragen. Videoüberwachung bewährt sich auch im Außenbereich: Betriebshof, Notaufnahme und Hubschrauberlandeplatz werden so effektiv gesichert.

Sichere Daten für die Polizei

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Kameraaufnahmen können im Ringmodus gelöscht oder auch gespeichert werden, damit sie der Polizei nach Zwischenfällen für Ermittlungen zur Verfügung stehen. Ein Baustein zum Datenschutz ist dabei die automatische Verpixelung von Personen, Privacy Protection genannt. „Eine unverschlüsselte Darstellung müssen erst mehrere Personen mit einer kombinierten Passworteingabe genehmigen“, so Wolf.

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