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Verbände 25. Januar 2023

Azubis in der Sicherheitswirtschaft – Erfolg der Exzellenzinitiative Hamburg

Die Exzellenzinitiative Hamburg wurde ins Leben gerufen, um die Situation für Azubis in der Sicherheitswirtschaft zu verbessern – mit ersten Erfolgen.

Die Exzellenzinitiative Hamburg wurde ins Leben gerufen, um die Situation für Azubis in der Sicherheitswirtschaft zu verbessern – jetzt stellen die Ergebnisse einer Umfrage zur Zufriedenheit vor.
Die Exzellenzinitiative Hamburg wurde ins Leben gerufen, um die Situation für Azubis in der Sicherheitswirtschaft zu verbessern – jetzt stellen die Ergebnisse einer Umfrage zur Zufriedenheit vor.

Ein Treffen der Exzellenzinitiative Hamburg mit Berufsschülern zeigt eine erfreuliche Entwicklung: Die Sicherheitswirtschaft wandelt sich - immer mehr Azubis sind mit ihrer Ausbildung zur Fachkraft/Servicekraft für Schutz und Sicherheit zufrieden. Dabei sind die Zahlen alarmierend: Trotz wirtschaftlicher Krise fehlt in der Sicherheitswirtschaft an allen Ecken und Enden Personal – vom hochqualifizierten Meister für Schutz- und Sicherheit, vom Sicherheitsmanager bis hin zur ausgebildeten Fachkraft sowie angelernten Arbeitskraft.

Exzellenzinitiative Hamburg will Qualität der Ausbildung verbessern

Den Personalmangel hatten schon vor sechs Jahren die Verbände BDSW und ASW Nord, die Handelskammer Hamburg, die Berufliche Schule gewerbliche Logistik und Sicherheit (BS 27) und die Gewerkschaft Verdi erkannt. Man war sich sicher: Ein Weg zur Fachkräftesicherung und junge Menschen für die Arbeit in der Sicherheitsbranche zu interessieren, ist eine exzellente Ausbildung mit besseren Rahmenbedingungen. Am letzten Donnerstag fand in der Hamburger Berufsschule BS 27, im Stadtteil Hamm, das jährliche Treffen der Initiative mit den Azubis aus dem ersten Lehrjahr statt. 100 Berufsschüler stellten die Ergebnisse einer internen Umfrage zu den Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in den Sicherheitsbetrieben vor und stellten sich Nachfragen der Sicherheitsexperten.

Die jungen Menschen sind zwar erst sechs Monate in der Ausbildung, aber die Ergebnisse dieser Umfrage sind sehr erfreulich: Deutliche Verbesserung der Arbeits- und Lernbedingungen, weniger Überstunden, Ausbildungsbetriebe halten Einsatzpläne ein, abwechslungsreiche Tätigkeit, Verbesserung der Kommunikation, Steigerung der schulischen Leistungen. Die Arbeit der Ombudsfrau der Exzellenzinitiative, Johanna Reidt, als Vermittlerin und Beschwerdemanagement zwischen den Betrieben und den Azubis, wirkt sich zunehmend positiv aus. Carsten Klauer von der Power GMBH und Vorstandsmitglied der ASW Nord sagt, dass es sich gezeigt habe, dass insbesondere gute Absolventen die Chance auf sehr attraktive Arbeitsplätze bis hin zu geförderten Studienplätzen „Sicherheitsmanagement“ bekommen. Man sei auf dem richtigen Weg, betont Jens Müller, Landesgruppenvorsitzender und Vizepräsident des BDSW. Die Entwicklung sei sehr erfreulich. Die Initiative wachse, weitere Sicherheitsunternehmen würden ihr beitreten.

Ausbildung in der Sicherheitswirtschaft: Nachholbedarf beim Objektschutz

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Andererseits wurden auch bestehende Defizite deutlich benannt: Im Objektschutz werden Azubis noch zu häufig allein eingesetzt, die Einweisung und Aufgabenzuweisung ist teilweise unzureichend. Einige Azubis arbeiten bisher nur an einem Objekt, Abwechslung ist hier geboten. Zusammen mit der Vertreterin der Gewerkschaft Verdi, Peggy Prescher, verkündete Müller, dass in diesem Jahr eine Arbeitsgruppe gegründet wird, um einen eigenständigen Tarifvertrag für Auszubildende in der Sicherheitswirtschaft zu entwickeln. Der Vertreter der ASW Nord, Klaus Kapinos, fragte nach, ob die Azubis schon mit Konfliktsituationen im Einsatz konfrontiert waren. Überraschend waren die Antworten: Ein Großteil der Berufsschüler erlebte schon Konfliktsituationen und hätte sich eine bessere Betreuung durch den Betrieb gewünscht. Die Initiative war sich einig: Hier besteht Handlungsbedarf sowohl in den Betrieben als auch in der Berufsschule.

Die ASWN hat zusammen mit der ASW West den Sicherheitspreis Ospa gewonnen. Hier alle Preisträger.
ASWN und ASW West gewinnen nationalen Sicherheitspreis Ospa
Die ASWN hat zusammen mit der ASW West den Sicherheitspreis Ospa für ihre Sicherheitspartnerschaft mit dem Logistikverband Tapa Emea gewonnen.

Die Moderatoren der Veranstaltung, Berit-Kristin Bothe (Abteilungsleiterin der Berufsschule) und Frank Schimmel (Vertreter des BDSW) waren sich im Fazit einig: Die Stimmung unter den Berufsschülern und die Ergebnisse der Ausbildung sind wesentlich besser als im Gründungsjahr der Initiative. Weitere Exkursionen in die Sicherheitswirtschaft werden geplant, und schon im Mai 2023 findet ein Treffen der Initiative mit den Azubis des dritten Ausbildungsjahr statt.

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