News vom 11/16/2018

Kötter Konferenz zur Zukunft der Unternehmenssicherheit

Am 13. Novmeber 2018 fand die 5. „State of Security – Die Sicherheitskonferenz am Brandenburger Tor“ statt. Rund 70 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Behörden diskutierten neue Herausforderungen für die Unternehmenssicherheit im Zuge des fortschreitenden Wettstreits um die „besten Köpfe“.

Bei der von Kötter Security und German Business Protection (GBP) in Kooperation mit der Allianz SE veranstalteten Sicherheitskonferenz, war der stetig wachsende Druck für Wirtschaft und öffentliche Hand in Sachen Personalrekrutierung das beherrschende Thema. Mit über 1,2 Millionen unbesetzten Stellen verzeichnete die Arbeitsmarkt-Statistik jüngst einen neuen Rekordwert. Dieser entspricht einer Zunahme von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Personalmanagement und Unternehmensschutz müssen zusammenarbeiten

Bild: Kötter / Marc Darchinger
Moderiertes Gespräch von Fritz Rudolf Körper (2.v.l.) mit Thomas Ernst (r.), Christopf Schäfer (2.v.r.) und Friedrich P. Kötter (l.) zum Thema "Regulatorischer Handlungsbedarf in der Sicherheitswirtschaft". (Bild: Kötter / Marc Darchinger )

Speziell die Be- setzung qualifizierter Stellen gestaltet sich immer schwieriger: Bei technischen Berufen, IT- und Logistik-Spezialisten, Fachkräften im Gesundheitswesen und anderen „Engpass-Berufen“ beträgt diese mittlerweile häufig zwischen 150 und 200 Tagen, also rund ein halbes Jahr. „Dies zeigt die Dramatik, in der sich Deutschland befindet. Wir sprech- en nicht mehr von einem Fachkräfte-, sondern einem Arbeitskräfte- mangel“, sagte Friedrich P. Kötter, Verwaltungsrat der Kötter Security Gruppe.

Mit Negativfolgen nicht allein für Produktion, Verwaltung etc. und damit die Wachstumschancen. „Zunehmend gerät auch die Sicherheit in Gefahr, weil der drastische Rekrutierungsdruck ungewollt Tür und Tor öffnet für Spionage, Produktpiraterie oder andere Formen der Wirt- schaftskriminalität. Personalmanagement und Unternehmensschutz müssen daher Hand in Hand gehen“, unterstrich der Vizepräsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

Die Dringlichkeit dieser Forderung verdeutlichten auch die bei der Veranstaltung im Allianz Forum angeführten Negativerfahrungen innerhalb der deutschen Wirtschaft. So machten betroffene Unter- nehmen, um besonders attraktiv für Bewerber zu wirken, u. a. ungewollt sensibelste Informationen zu Investitionen oder Ausschreibungen transparent. Und zahlten dafür einen hohen Preis, da sich der vermeintliche Top-Bewerber als Spion eines Konkurrenten entpuppte. Gleichzeitig werden „frisierte“ Bewerbungsunterlagen ebenfalls immer stärker zum Gefahrenherd.

Dabei sind Unternehmen diesen Entwicklungen aber nicht schutzlos ausgeliefert. „Prävention ist auch hier das A und O“, erklärte GBP-Geschäftsführer Dirk H. Bürhaus. Im Fokus steht die regelmäßige Schulung von Recruiting-Verantwortlichen, welche Informationen sie zur positiven Positionierung der Arbeit-gebermarke bekannt geben dürfen, genauso wie Workshops, durch sie „Bewerbungsschwindlern“ gezielt auf die Spur kommen. Darüber hinaus unterstützen Background-Checks (Pre-Employment Screening) speziell bei der Besetzung von sensiblen Fach- und Führungspositionen Fake-Bewerbungen frühzeitig zu entlarven.

Investitionen in Weiterbildung und Qualifizierung

Anette Kramme, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, machte in ihrer Rede deutlich, dass auch das Personalmanagement sich durch die Digitalisierung und den damit einhergehenden Flexibilitätsansprüchen der Beschäftigten verändern wird. Zudem verschärft sich die Fachkräfteknappheit in einigen Berufen und Regionen aufgrund des demografischen Wandels. Investitionen in Weiterbildung und Qualifizierung sowie den Erhalt der Beschäf-tigungsfähigkeit werden zum Dreh- und Angelpunkt der Fachkräfte- strategie. Je erfolgreicher Unter-nehmen ihre Mitarbeiter weiterbilden und damit an das Unternehmen binden, desto weniger drin-gend stellt sich das Problem der Personalgewinnung.

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Welche Herausforderungen in der Personalrekrutierung sich daraus ergeben und worin Chancen der zunehmenden Digitalisierung im Perso- nalmanagement bestehen, stand im Fokus der anschließ- enden, von Christine Kipke (Geschäftsführerin Exploqii/Know Be 4) moderierten Diskussionsrunde mit Hans-Christian Marxen (ehemaliger Personalchef BASF Asien), Hermann Kühne (Leiter Unternehmenssicherheit der Berliner Wasserbetriebe) und Dr. Ronny Schimmer (Geschäftsführerin Personal bei der DB Sicherheit GmbH). Gleiches gilt für den „Zwischenruf“ von Alex Weishaupt (Head of Cyber Security Practice, EMEA Professional Search bei Korn Ferry) und den Initialvortrag „Kampf um die Talente“ von Digitalisierungs-Expertin Yvonne Hofstetter.

Neuer Rechtsrahmen für die Sicherheitswirtschaft

Begleitet wurde die Veranstaltung durch die Frage nach der Rolle der privaten Sicherheitswirtschaft. Dabei unterstrichen Stefan Kaller, Abteilungsleiter im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, sowie Torsten Akmann, Staatssekretär für Inneres bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport des Landes Berlin, in ihren Statements die wichtige Bedeutung der privaten Dienstleister und ihrer rund.

260.000 Beschäftigten speziell für den Wirtschaftsschutz. Im Zuge der von Staatssekretär a. D. Fritz Rudolf Körper moderierten Diskussion zum „Regulatorischen Hand-lungsbedarf in der Sicherheitswirtschaft“ betonte Thomas Ernst vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Bedeutung und die Entwicklungsmöglichkeiten des Bewacherregisters. Friedrich P. Kötter unterstrich die Notwendigkeit umfassender gesetzlicher Reformen für die Sicherheitswirtschaft.

Mit Blick auf dieses auch von der Bundesregierung für die laufende Legislatur-periode angepeilte Ziel erklärte Friedrich P. Kötter: „Ein bundeseinheitliches Sicherheitsgesetz wäre das beste Instrument, um branchenübergreifend hohe Standards bei Qualität und Ausbildung zu gewährleisten.“

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