Fachartikel aus PROTECTOR 9/2017, S. 51

Warnsystem „Katwarn“ International vernetzter Betrieb gestartet

In Gefahrensituationen erhalten seit Anfang Juli 2017 betroffene Menschen in Österreich offizielle Warnungen direkt auf das Smartphone oder als Benachrichtigung via SMS- und E-Mail von den zuständigen Behörden. Dafür bietet Österreich die eigene App „Katwarn“ kostenlos in den App-Stores an.

Bild: Bundesministerium für Inneres BM.I
Das System mit derzeit etwa drei Millionen Nutzern wurde im Auftrag der öffentlichen Versicherer vom Berliner Fraunhofer- Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) entwickelt. (Bild: Bundesministerium für Inneres BM.I)

Ganz egal, wo sich Betroffene aufhalten: sie brauchen nur eine App zu installieren, um Warnungen aus beiden Ländern – Deutschland und Österreich – zu empfangen. Damit ist Katwarn das erste international vernetzte Warnsystem. Die App bietet den Menschen über Lautsprecheransagen, Sirenen und Rundfunk hinaus Informationen, die lebenswichtig sein können. „Ob zu Hause, unterwegs oder bei der Arbeit – die App bringt behördliche Warnungen direkt und kostenlos auf das Mobiltelefon“, so der österreichische Innenminister Sobotka beim Pressegespräch. „Die Infrastruktur ermöglicht dabei auch die Einbeziehung öffentlicher Kommunikationsplattformen wie etwa die elektronischen Informationstafeln öffentlicher Verkehrsmittel.“

Etwa drei Millionen Nutzer

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Das Warnsystem leitet in Gefahrensituationen offizielle Warnungen und Handlungsempfehlungen an die Mobiltelefone der betroffenen Menschen. Es wurde 2011 erstmals in Deutschland in Betrieb genommen und steht seitdem technisch deutschlandweit zur Verfügung. Anders als in Österreich ist die App in Deutschland jedoch nur regional auf Ebene von Kommunen und Bundesländern im Einsatz und wird für den Katastrophenschutz nicht vom Bund genutzt. Das System mit derzeit etwa drei Millionen Nutzern wurde im Auftrag der öffentlichen Versicherer vom Berliner Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (Fokus) entwickelt, einem der führenden Forschungsinstitute für die digitale Vernetzung. Prof. Dr. Manfred Hauswirth, Leiter von Fraunhofer Fokus: „Der heutige internationale Katwarn-Start ist für uns Auftakt, die Bevölkerungs- und Krisenkommunikation auch in weiteren europäischen Ländern zu vernetzen und zu verbessern.“