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Fake News bei der Polizei und im Unternehmensalltag – Realität in der digitalen Welt. Beim „echten“ Treffen des Erfa-Kreises der ASW-BW in der IHK in Mannheim spielten die Fragen nach dem Referat zur polizeilichen Krisenkommunikation eine ebenso große Rolle – aus der Praxis und für die Praxis. 
Foto: Alex Wolf
Fake News bei der Polizei und im Unternehmensalltag – Realität in der digitalen Welt. Beim „echten“ Treffen des Erfa-Kreises der ASW-BW in der IHK in Mannheim spielten die Fragen nach dem Referat zur polizeilichen Krisenkommunikation eine ebenso große Rolle – aus der Praxis und für die Praxis. 

Verbände

ASW-BW: Polizeiliche Krisenkommunikation in sozialen Netzwerken

Der Erfa-Kreis Rhein-Neckar & Pfalz traf sich bei der IHK Mannheim zum Thema „polizeiliche Krisenkommunikation in sozialen Netzwerken“.

Der Erfa-Kreis der ASW-BW widmete sich hochaktuellen Fragen wie der polizeilichen Krisenkommunikation in sozialen Netzwerken. Die Polizei postet in den Sozialen Medien? Polizeipräsidium Mannheim auf Facebook? Ja, so etwas gibt es tatsächlich in Mannheim – und die Redaktion ist sogar mit zwei Kolleginnen besetzt! Beim jüngsten Treffen am 28. Juni 2022 des IHK-Netzwerks „Sicherheit in der Wirtschaft“ in Präsenz nach Coronaabstinenz berichtete Anneliese Baas, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit vom Polizeipräsidium Mannheim, über die Aktivitäten auf Facebook und Twitter. Vorab: Auf Tiktok ist von der Polizei kein Kanal angelegt, denn da ist die Datenschutzgrundlage noch komplexer als bei den beiden anderen Medien.

Polizei berichtet über Krisenkommunikation in sozialen Netzwerken

Die Polizei Mannheim nutzt die Sozialen Kanäle insbesondere bei Berichten über öffentlichkeitswirksame Einsätze, Fahndungen oder Zeugenaufrufe, Begleitung besonderer Einsatzlagen, Präventionshinweise mit Warnungen, aber auch zur eigenen Imagepflege und Nachwuchswerbung und schließlich als Kontaktmöglichkeit für „jedermann“. Immerhin gibt es auf Facebook 50.000 Fans, auf Twitter 26.000 Follower, und die höchste Reichweite bislang bei einem Einzelbeitrag lag bei über zwei Millionen.

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Baas schilderte, wie es zu Fake News bei der Polizei kommt: Dabei spielt eine allgemeine, undefinierbare Besorgnis und der Willen, zu helfen, die Hauptrolle – etwa wenn vermeintlich vermisste Personen gepostet werden und sich bei Nachhaken alles als nur „allgemeine Befürchtung“ herausstellt. Auch Halbwahrheiten unter Auslassen von Zusammenhängen oder absichtliche Verleumdungen landen im digitalen Postkorb der Polizei Mannheim. Kritisch wird es, wenn (wie in echt geschehen) bewusst verschiedene Schauplätze von Amoktätern mit anderen Inhalten vermischt werden – bis hin zur gezielten Panikmache im Netz. Alles Szenarien mit echtem Geschehen, die die Polizeibloggerin aufzeigte und die so auch im Unternehmensalltag passieren könnten.

Was tun wenn …?

Wann muss ich reagieren? Wie reagieren? Und mit wem muss ich kommunizieren? Tipps für das richtige Agieren in der digitalen Welt gab es nach den praktischen Beispielen – und wie sich die Polizei auf die Fälle entsprechend verhalten hat. Bei vergangenen oder vermeintlichen Ereignissen gab Baas den Tipp, zu prüfen, welche Kreise die Nachricht bereits gezogen hat, in Medienberichten oder weiteren öffentlichen Social Media Beiträgen oder Weiterleitungen. Bei gerade aktuellen Postings empfahl sie, dass immer eine Reaktion zwingend erforderlich sei. Dabei gilt das „Prinzip der goldenen Stunde“: also das Reagieren innerhalb einer Stunde. Qualität mit sicheren Informationen gehe zwar vor Schnelligkeit, aber Geschwindigkeit steht immer vor Vollständigkeit. Ihr Tipp: Mindestens eine Reaktion zeigen, und sei es nur eine erste „Nullnachricht“, also eine Info, dass „man dran sei“. Und interne Absprachen sowie die Anbindung an die Leitungsebene seien immer wichtig.

ASW-BW-Mitglieder nutzen intensiv den Informationsaustausch

Die Referentin berichtete auch, dass es nicht gilt, den beharrlichen Verschwörungstheoretiker oder bewussten Verbreiter von Fehlinformationen zu bekehren, sondern die Vielzahl der passiven Mitleser und damit Verbreiter und Teiler abzuholen. Aus der praktischen Erfahrung wusste sie anschaulich zu schildern, dass dazu eine gute Vernetzung und extern mit anderen Behörden und „Stakeholdern“ anderer Unternehmen für eine schnelle Rückversicherung mehr als wertvoll ist. Wie wichtig das Thema auch im Unternehmensalltag ist, zeigte der anschließende Austausch mit den Sicherheitsvertretern der Mitgliedsunternehmen – die Fragerunde nahm fast kein Ende …

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Critical Event Management (CEM-)Lösungen helfen dabei, die Zusammenarbeit in einer Krise zwischen allen Beteiligten zu gewährleisten und Ausnahmesituationen mit einer effizienten Krisenkommunikation besser zu bewältigen.
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Foto: Pixelio.de/ Gerd Altmann

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