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Dr. Alexander W. Lenhardt, CEO der Icognize GmbH, spricht über Biometrie, Innovation und Marktentwicklung im Bereich Zutrittskontrolle und die Bedeutung des Prädikats Made in Germany.

Interviews

Innovation als Triebfeder der Zutrittstechnik

Der CEO der Icognize GmbH, Dr. Lenhardt im Interview über Biometrie und Innovation im Bereich Zutrittskontrolle und das Prädikat „Made in Germany“.

Im Interview mit Sicherheit.info spricht der der CEO der Icognize GmbH, Dr. Lenhardt über Biometrie und Innovation im Bereich Zutrittskontrolle, das Prädikat „Made in Germany“ und Innovation als Triebfeder der Zutrittstechnik.

Herr Dr. Lenhardt, Ihr Unternehmen hat kürzlich neue Investoren für sich begeistert und ein Funding in Millionenhöhe erhalten. Wie wird dieses Geld eingesetzt? Zur Entwicklung neuer Innovationen im Bereich Biometrie?

Dr. Lenhardt: Innovation ist und war schon immer unsere Kompetenz und so soll es auch in der Zukunft bleiben. Letztlich ist es auch der einzige Weg sich immer wieder gegen Marktbegleiter durchzusetzen, auch als kleiner Mittelständler. Entsprechend soll ein großer Teil der frischen Gelder in neue Vorhaben fließen. Zusätzlich sollen bereits laufende Projekte beschleunigt werden. Biometrie spielt hier natürlich die bedeutendste Rolle, allerdings nicht alleinig. Ein kleinerer Teil wird in den strukturellen Aufbau wandern, um mit neuen Mitarbeitern und verbesserten Prozessen optimal für das geplante Wachstum gewappnet zu sein. Leider muss auch ein kleiner Teil der erhaltenen finanziellen Ressourcen in den Aufbau von Lagerbestand investiert werden, die aktuelle Situation an beinahe allen Märkten erfordert dies.

In einer Pressemitteilung bezeichnen sie die biometrische Authentifizierung mittels Venenmustererkennung als das aktuell „heißeste Eisen“. Warum ist das so?

Dr. Lenhardt: Die Venenbiometrie, speziell die Handvenenbiometrie, kommt heute der Biometrie, wie man sie gerne hätte, am nächsten. Sie arbeitet sehr sicher, zuverlässig und intuitiv. Eine gute Performance, auch bei größeren Datenbeständen, ist gewährleistet. Gerade aktuell spielt die Kontaktlosigkeit und die damit verbundene Hygiene selbstverständlich auch eine große Rolle. Schließlich ist die Nutzerakzeptanz dank der Hand als Merkmalsträger im Gegensatz zu anderen, hochsicheren Verfahren wie z.B. Iriserkennung, sehr hoch. Dies alles in Kombination ergibt ein sehr gutes Gesamtpaket und sorgt für immer mehr Projekte mit dieser Technologie.

Biometrie als Teil der Zutrittssysteme und Sicherheitsarchitektur

Die Biometrie ist aber nur ein Teilbereich der Sicherheitsarchitektur in Systemen. Welche Rolle spielen Technologiepartnerschaften und Zusammenarbeit mit anderen Herstellern für Sie?

Dr. Lenhardt: Die Kooperation mit anderen Firmen aus dem Bereich Sicherheitstechnik, aber auch aus anderen Bereichen wie etwa Schleusenbau, Videoüberwachung  et cetera, ist natürlich auch für uns unabdingbar und auch sehr befruchtend. Wir haben uns als kleines Unternehmen ja schon immer auf einen sehr kleinen Teil des Gesamtgewerks konzentriert und mussten deshalb auch schon immer in fremde Infrastruktur integrieren. Da ist die Zusammenarbeit mit den Partnern innerhalb eines Projektes unabdingbar. Wir mussten uns dies als zunächst unbekannte Größe in unserem Umfeld aber sehr hart erarbeiten, anfänglich wurden wir in diesem sehr konservativen Umfeld nicht wahr- und ernstgenommen. Inzwischen sind wir aber in beinahe alle marktbekannten Systeme integriert und werden zudem auch immer häufiger für Consultingaufgaben in diesem Bereich gebucht, wir sind wohl akzeptiert. Auf der Technologieseite kooperieren wir dagegen sehr viel mit Universitäten, die können mit unserer Innovationsgeschwindigkeit sehr viel besser schritthalten als es Partner aus der Industrie könnten. Hier haben wir in den letzten Jahren immer mehr Netzwerk aufgebaut und hoffen dies auch zukünftig noch stark zu vergrößern. Gerade im Hinblick auf die neuen Möglichkeiten durch das frische Investment.

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Foto: Icognize
Die Innovation Venenbiometrie, speziell die Handvenenbiometrie, kommt heute der Biometrie, wie man sie gerne hätte, am nächsten, ist Dr. Lenhardt überzeugt.

Sie schauen gerne über den Tellerrand der reinen Zutrittskontrolle und klassischen Biometrieanwendungen hinaus. So hat Ihr Unternehmen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt im Projekt „BioBiDA – Biometrics and Big Data“ geforscht. Worum ging es da genau?

Dr. Lenhardt: Hier ging es im Wesentlichen um die Beschleunigung des Vergleichs von biometrischen Merkmalen innerhalb von sehr großen Datenbanken. Der Ansatz ist dabei zunächst unabhängig von der Art der verwendeten Biometrie, das Verfahren funktioniert also genauso für Gesichts- und Fingerabdruckbiometrie wie für die Handvenen. Das Verfahren ist dadurch sehr interessant für Anwendungen im Bereich Grenzkontrolle oder ähnlichem. Aber auch die klassische Zugangskontrolle profitiert davon enorm, so kann dadurch beispielsweise die Nutzererfahrung durch höhere Erkennungsleistung deutlich verbessert werden. Selbst wenn man mit Datenbeständen in Konzernniveau hantieren muss.

Made in Germany verspricht als Prädikat Sicherheit und Innovationsfreude

Sie setzen auf das Das Prädikat „Made in Germany“. Welche Bedeutung gewinnt das in Zeiten der täglichen Cyberangriffe?

Dr. Lenhardt: Für uns ist dieses Label enorm wichtig und gilt in unserem Umfeld, welches eben sehr konservativ ist, nach wie vor als Exzellenzbescheinigung. Weiter haben wir zahlreiche Kunden, bei denen das Fehlen dieses Merkmals direkt zum Ausschluss der Lösung führt. Es geht hier im Wesentlichen um Vertrauen! Für mich persönlich ist es ein Merkmal, welches wir mit Stolz tragen und auch kommunizieren. Deutschland ist nach wie vor ein tolles Umfeld für innovative Menschen und Unternehmen und wir haben immer noch ein sehr gutes Bildungssystem. Aber wir müssen aufpassen, das dies auch in der Zukunft so bleibt. Die Schlagzahl ist heute weltweit so hoch, dass man sich kein Verschnaufen und keine Fehler erlauben kann, in keinem Bereich.

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