Das neue Reichstagsgebäude in Berlin wurde am 19. April 1999 eröffnet.
Foto: ARTUR KOTOWSKI

Schließsysteme

Mitwachsende Schließanlage im Deutschen Bundestag

Bereits vor 20 Jahren war Im Bundestag eine Schließanlage von CES im Einsatz. Damals noch rein mechanisch betrieben, ist sie inzwischen groß geworden.

Am 19. April 1999 fand die symbolische Schlüsselübergabe für das alte – und gleichzeitig neue – Reichstagsgebäude statt. Im September des gleichen Jahres war der Umzug von Bonn nach Berlin vollzogen und das historische Gebäude diente fortan als Sitz des Deutschen Bundestages.

Der CES-Sicherheitsfachpartner Weckbacher hatte bei der europaweiten Ausschreibung für die Generalhauptschlüsselanlage den Zuschlag für die Planung, Lieferung und Montage erhalten. Die komplexe Schließanlage wurde in enger Zusammenarbeit mit CES von Anfang an so geplant und gerechnet, dass sie mitwachsen konnte.

Nach den Entwürfen des Architekten Sir Norman Foster war das 1894 errichtete Reichstagsgebäude grundlegend umgestaltet worden. Der Sitz der Volksvertretung lässt sich heute über vier Eingangsbereiche betreten und hat drei Obergeschosse, ein Zwischengeschoss und eine signifikante gläserne Dachwölbung. Der Plenarsaal befindet sich im Zentrum des Baus und gibt den Blick frei bis hinauf zur Glaskuppel. Verfügungsräume für die Bundeskanzlerin und den Bundespräsidenten, Fraktionssitzungssäle, Räume für den Bundestagspräsidenten und seine Mitarbeiter, Informationsräume für Besucher und Presse und eine Vielzahl an Dienstleistungsräumen müssen geschlossen beziehungsweise geöffnet werden.

Mechanik und Elektronik wachsen zusammen

Die GHS-Schließanlage bestand zunächst aus rund 10.000 Zylindern und mehr als 50.000 zugeordneten Schlüsseln. Mittlerweile ist die Anlage auf über 25.000 Zylinder und 125.000 Schlüssel angewachsen. Weitere, dem Deutschen Bundestag zugehörige Gebäude, wie das Paul-Löbe-Haus, das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus und das Jakob-Kaiser-Haus, sind im Laufe der Jahre hinzugekommen. Die ursprünglich rein mechanische Schließanlage hat sich durch die Integration von elektronischen Schließgeräten zu einer mechatronischen Schließlösung entwickelt.

Da bei der weitsichtigen Planung der GHS-Schließanlage zukünftige Erweiterungen bereits berücksichtigt wurden, ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Auch zukünftig – insbesondere nach Wahlen – werden sich Zutrittsberechtigungen ändern, Schlüssel ihre Besitzer wechseln und weitere elektronische Schließkomponenten integriert, ohne dass es zu Sicherheitslücken kommt: eine Schließanlage, die wächst und wächst und wächst.