Die Migration analoger Bestandssysteme zu IP ist immer noch hochaktuell.
Foto: Videor E. Hartig

Videosysteme

Bestandssysteme von Analog auf IP umstellen

Die Migration analoger Bestandssysteme zu IP ist immer noch hochaktuell. Eneo bietet für die digitale Transformation eine neue Technologie.

Im vergangenen Jahr hat Eneo mit „Epoc“ eine neue Technologie für die digitale Transformation analoger Videosicherheitssysteme ins Portfolio aufgenommen, denn nach wie vor ist die Migration analoger Bestandssysteme zu IP hochaktuell. Heute sind Videosicherheitssysteme, die neu installiert werden, selbstverständlich zu einhundert Prozent digital. Doch immer noch gibt es sehr viele Bestandssysteme aus dem CCTV-Zeitalter, die nicht selten sehr ausgedehnt und weitverzweigt sind, wie etwa größere Gewerbeimmobilien und Industrieanlagen.

Dies betrifft auch Gebäudekomplexe im Einzel- und Fachhandel und im besonderen Maße die vielen Stationen des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs. Hier sind in der Regel Hunderte, wenn nicht Tausende von Kabelmetern und viele Kameras verbaut. Eine Umrüstung dieser Systeme auf netzwerkbasierte Videoüberwachung, die sich wegen des Plus an Sicherheit durch moderne Videoanalyse dringend empfiehlt, ist zeitintensiv und teuer. Schließlich erfordert sie eine Komplettsanierung der Bestandsverkabelung. Aus Gründen des Investitionsschutzes scheuen viele Betreiber verständlicherweise vor diesem Schritt zurück.

Ökonomische sinnvolle Lösung für den Umstieg von Analog auf IP

Vor diesem Hintergrund wird verständlich, weshalb immer noch und immer neue Technologien entwickelt werden, die ein Upgrade analoger Systeme ermöglichen. Ohne die Kabelinfrastruktur antasten zu müssen, versteht sich. HD-SDI-, EX-SDI- und HD-TVI zum Beispiel. Allerdings ermöglichen diese Technologien nur ein Upgrade in puncto Auflösung.

Weiter geht die Epoc-Technologie, die Eneo seit vergangenem Jahr anbietet. „Epoc“ steht für „Ethernet and Power Over Coax“. Mithilfe dieser Technologie können Koax- und Zweidrahtstrecken in ein modernes Kommunikationsnetzwerk inklusive Spannungsversorgung umfunktioniert werden, da wie bei „Power over Ethernet“ die Übertragung der digitalen Daten und die Spannungsversorgung über ein einziges Kabel erfolgt.

So ermöglicht diese Übertragungstechnologie Anwendern, alle Vorteile der IP-Technologie zu nutzen, von den hohen Auflösungen bis zu den intelligenten Videoanalysefunktionen. Gleichzeitig verbindet „Epoc“ die Robustheit der analogen Infrastruktur mit dem vollen Potenzial digitaler Videosicherheitstechnik. Das macht ökonomisch und ökologisch Sinn, weil es Investitionen schützt und Ressourcen schont. Und obendrein ist die Technologie sehr errichterfreundlich, weil die Umrüstung des Bestandssystems ohne großen Aufwand, per Plug and Play erfolgt. Die alten CCTV-Kameras werden einfach ausrangiert und durch Epoc-Geräte ersetzt.

IP-Migration von Bestandssystemen per Plug and Play

Das Prinzip der neuen Technologie ist denkbar einfach. Eine IP-Kamera wird mit einem „Epoc“-Konverter an das Koaxkabel angeschlossen, ein zweiter Konverter stellt die Verbindung zwischen der analogen Strecke und dem IP-Netzwerk her, das heißt an dieser Schnittstelle wird das Kamerasignal wieder auf IP umgesetzt und per Netzwerk-Switch an einen NVR oder PC-Client weitergeleitet. Alternativ kann aber auch eine IP-Kamera mit integriertem Konverter aus der Epoc-Produktlinie von Eneo verwendet werden. Hier ist dann bloß noch der zweite Konverter erforderlich, der die Kommunikation zwischen dem Koax-basierten Netzwerk und dem IP-Netzwerk ermöglicht. Insofern kann man tatsächlich von einer digitalen Transformation des Bestandssystems sprechen.

Skalierbar, verschlüsselt und ausfallsicher

Die Epoc-basierte Kommunikation zwischen den Netzwerkgeräten wird auf der gesamten Strecke automatisch verschlüsselt. Die Verschlüsselung erfolgt auf Basis des Advanced Encryption Standard, kurz AES. Die Geräte chiffrieren die Signale mit AES-128, einem komplexen kryptographischen Schlüssel mit einer Länge von 128 Bit. Es handelt sich also um eine sehr zuverlässige Verschlüsselungsmethode.

Doch auf der neuen Technologie basierenden Videosicherheitslösungen sind nicht nur sehr hackersicher, sondern dank der verschiedenen Schaltungsoptionen auch sehr stabil. In einer Ringschaltung zum Beispiel ist der Betrieb aller Komponenten auch dann weiter gewährleistet, wenn der Koaxring an irgendeiner Stelle unterbrochen wird. Zudem lassen sich Epoc-Netzwerke problemlos erweitern, und zwar auch um andere IP-Geräte als nur Kameras. All diese Eigenschaften machen die neue Technologie von Eneo zu einer attraktiven Lösung für die Betreiber von in die Jahre gekommenen Videoüberwachungssystemen. Bietet sie doch die Möglichkeit eines sehr kostengünstigen Umstiegs auf IP.

Foto: eneo/Videor

Multisignalprodukte

Von analog zu hybrid

HD-TVI, CVI und AHD haben sich im Videosicherheitsmarkt etabliert. Gleiches gilt für die digitalen Signalformate HD-SDI und EX-SDI. Ihr großer gemeinsamer Vorteil besteht unter anderem darin, mit den hohen Videoauflösungen von IP mithalten zu können und zugleich die Weiterverwendung der bestehenden Koaxialverkabelung zu erlauben.

PROTECTOR Ausgabe 04/2020

Heftarchiv

Ausgabe 04/2020

All-in-one-Sicherheitskonzepte vereinen Zutrittskontrollsysteme und erweitern die Nutzerfreundlichkeit durch Einbindung vielfältiger Gebäudefunktionen und Serviceapplikationen.

Foto: Luna HD

Luna HD

Zwei Technologien unter einem Namen

Am Messestand von Luna HD werden die Besucher anhand verschiedener Themenbereiche durch die neuen Produktwelten geführt. An vier Präsentationstürmen demonstriert das Unternehmen seine technischen Neuheiten.

Foto: Arecont

Höchste Leistung dank Megapixel-Video

Grenzen neu definiert

Viele Faktoren beschleunigen den Wechsel der Videoüberwachungs-Branche hin zu IP-basierten Systemen. Dazu gehören die einfache Integration, die Flexibilität in der Zusammenarbeit mit anderen Systemen und die Möglichkeit, Videos auf Unternehmensebene zur Verfügung zu stellen.