Walter Elsner, Geschäftsführer von PCS Systemtechnik, betont, dass sein Unternehmen gut vorbereitet ist, Sicherheit ein Grundbedürfnis ist und, dass die Branche die Coronakrise vergleichsweise gut überstehen wird.
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Interviews

Coronakrise: „Sicherheit wird immer wichtig sein“

Wie erleben Hersteller von Sicherheitstechnik die Coronakrise? Walter Elsner, Geschäftsführer von PCS Systemtechnik, berichtet aus seinem Unternehmen.

Im Interview mit PROTECTOR und Sicherheit.info betont Walter Elsner von PCS Systemtechnik, dass sein Unternehmen gut vorbereitet ist, Sicherheit ein Grundbedürfnis ist, und dass die Branche die Coronakrise vergleichsweise gut überstehen wird.

PROTECTOR: Spürt PCS bereits die Auswirkungen der Coronakrise? Und wenn ja, wie äußern sich diese in Bezug auf die Auftragslage?

Walter Elsner: Die Beschaffung der Bauteile für die Produktion unserer Terminalsysteme ist schwieriger geworden. Derzeit profitieren wir von unseren guten Kontakten zu Lieferanten und einer sehr guten Planung für die benötigten Bauteile. Wir haben unseren Lagerbestand in den letzten Wochen bereits vorsorglich erhöht und glauben so unsere Lieferfähigkeit weiter gewährleisten zu können, auch wenn die Krise sich noch etwas hinziehen würde.

Die PCS hat ein sehr gutes erstes Quartal gehabt, so dass auf einen guten Auftragsbestand zurückgegriffen werden kann. Allerdings rechnen wir jetzt mit einem starken Rückgang des Auftragseinganges. Hier stellt sich dann die Aufgabe, die vorhandenen Projekte mit unseren Kunden umzusetzen. Da einige unserer Kunden bereits viele Mitarbeiter in Kurzarbeit oder Homeoffice haben, ist das kein Selbstläufer. Dies wird allerdings nach Beendigung der Krise aus unserer Sicht dazu führen, dass Kunden dann geleichzeitig ihre Projekte bearbeiten wollen oder neue Projekte gestartet werden, da für die Unternehmen die Sicherheit weiter eine wichtige Rolle spielen wird.

Einer unserer wesentlichen Alleinstellungsmerkmale ist die Nähe zu unseren Partnern und Kunden. Die schnelle Reaktion bei auftretenden Problemen ist in unserer Branche überlebenswichtig. Sicherheit bedeutet schnelle Hilfestellung. Deshalb haben wir auch als erstes unsere Hotline funktionsfähig organisiert. Die Herausforderung ist, das Unternehmen so aufzustellen, dass nach der Krise alle Bereiche sofort funktionsfähig sind und der normale Betrieb schnellstmöglich wieder aufgenommen werden kann.

Welche konkreten Maßnahmen halten Sie in der gegenwärtigen Situation für angemessen und erfolgsversprechend?

Nicht in Panik zu verfallen, sondern mit den Kunden und Mitarbeitern reden, wie wir es tun. Wir haben innerhalb von vier Tagen auf Homeoffice umgestellt. Inzwischen arbeiten 70 Prozent unserer Mitarbeiter von zuhause aus und es klappt bisher sehr gut. Für die Kommunikation zum Kunden sind der Telefonbetrieb und unsere Hotline lückenlos gewährleistet. Die Telefonschaltungen sind so eingerichtet, dass dies auch von zuhause problemlos möglich ist. Für tägliche Absprachen wurden Videokonferenzräume eingerichtet. So ist die Kommunikation auch in Krisenzeiten möglich. Sie sehen, der Mittelstand macht sich die neuen digitalen Möglichkeiten in der Kommunikation zu Kunden und Mitarbeitern zunutze.

Sicherheit, Zeiterfassung und Zutrittskontrolle sind auch in wirtschaftlich schweren Zeiten wichtig

Auch in Unternehmen der Sicherheitsbranche ist Kurzarbeit momentan ein Thema. Wie sieht die Situation bei PCS aus?

Momentan arbeiten alle Mitarbeiter noch ohne Arbeitszeitverkürzungen in der Firma und im Homeoffice. Wir haben eine sehr gute Eigenkapitalquote und genügend liquide Mittel, die jetzt uns und unseren Kunden die Sicherheit geben, die Krise gut zu überstehen. Wir hoffen aber auch, dass diese schwere Situation sich nicht über viele Monate hinzieht. Das kurzfristige Einbrechen des Geschäfts überbrücken wir mit unserem Auftragsbestand. Allerdings gehen wir davon aus, dass sich die Spuren dieser Krise noch bis Ende dieses Jahres zeigen werden. Wir sind aber ziemlich sicher, dass unternehmensweite Sicherheit, Zeiterfassung und Zutrittskontrolle sowie Gebäudesicherheit auch in wirtschaftlich schwereren Zeiten den Unternehmen wichtig sein werden. Das wird unserem Business zugutekommen.

Sehen Sie in einer Krisensituation wie dieser vielleicht auch Chancen?

Wie schon ausgeführt, nutzen wir die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung und arbeiten zu 70 Prozent im Homeoffice. Für die im Moment sehr reduzierte soziale Kommunikation der Mitarbeiter untereinander wurde ebenfalls ein Konferenzraum eingerichtet, in dem sich die Mitarbeiter virtuell treffen und miteinander reden können – quasi eine virtuelle Kaffeeküche. So wird das Zusammenrücken in der Krise unterstützt. Wir denken, dass die Motivation der Mitarbeiter und das Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen besonders gestärkt wird, wenn wir miteinander diese Krise überwinden.

Ruhe bewahren in der Coronakrise und digitale Möglichkeiten nutzen

Was raten Sie ihren Marktbegleitern in der Branche?

Unser Rat ist es, auch in dieser schwierigen Situation Ruhe zu bewahren und den Kunden und Mitarbeitern ein besonnener Gesprächspartner zu bleiben. Besonders wichtig ist es auch in diesen Zeiten Sicherheit zu geben, ist doch jedes Unternehmen einzigartig und anders strukturiert. Deshalb können wir nur raten, besonnen zu bleiben, das „Wir Gefühl“ zu stärken und positiv nach vorne zu schauen.

„Social Distancing“ ist im Moment eines der bestimmenden gesellschaftlichen Gebote. Wie beurteilen Sie persönlich die einschneidenden Maßnahmen der letzten Wochen?

Wir erfahren in dieser Situation, dass die Digitalisierung neue Möglichkeiten der Interaktion bietet, die das Fehlen des direkten persönlichen Austausches teilweise ersetzt. Sie zeigt uns auch, dass die reduzierte Mobilität einen positiven Einfluss auf die Umwelt halt. Vielleicht ist das der richtige Denkansatz für die Zukunft: nicht zurück zur alten Mentalität, sondern eine neue gut überlegte Mischung aus direktem persönlichen Austausch und der weiteren Nutzung der digitalen Möglichkeiten.

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