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Foto: VSWN
Wieland Mundt.

Kolumne W&S 3/2012

Piraten!

Lange nichts mehr gehört von der Piratenfront vor Somalia. Zwischenzeitlich hatten ihre politischen Namensvettern in Deutschland deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Nun droht die nächste Eskalation am Horn von Afrika: Die Mission Atalanta hat erstmalig die Piraten und ihre Infrastruktur auch an Land angegriffen.

Und gleichzeitig forciert der deutsche Gesetzgeber die Zulassung von deutschen Bewachungsunternehmen auf Seeschiffen. Geht das zusammen? Das Thema „Bekämpfung der Seepiraterie“ wurde seit seiner Wiederkehr schon von zahlreichen Akteuren gekapert. Auch international tätige Sicherheitsunternehmen haben auf diesem Markt längst angeheuert. In Deutschland dagegen fochten Bundespolizei und Marine ein Kompetenzduell aus, wobei – von außen betrachtet – die Marine mehr Anhänger zu haben schien, auch bei den Reedern und in der Sicherheitswirtschaft.

Mittlerweile hat sich der Wind gedreht, und prompt wurde auch ein neuer politischer Kurs gesetzt: Richtung „Zertifizierung privater Sicherheitsdienste“. Dieses Verfahren soll sicherstellen, dass zumindest auf deutschflaggigen Schiffen nur zuverlässige und ausreichend geschulte private Sicherheitskräfte eingesetzt werden. Ein gesetzlicher „Diskussionsentwurf“ liegt vor.

Zeit, klar Schiff zu machen! Wenn man private Sicherheit an Bord von Seeschiffen will, ist eine gesetzliche Normierung zwingend: Von der Eignung und Ausbildung des dabei eingesetzten Personals über die Unterstellung unter die Schiffsführung bis hin zu waffenrechtlichen Regelungen. Dabei sollte aber auch noch für einen anderen Gedanken Zeit bleiben: Welche Klientel locken wir mit solchen neuen Aufgaben eigentlich in die Sicherheitswirtschaft? Darauf `n Buddel Rum.

Wieland Mundt, stellvertretender Geschäftsführer VSWN e.V.