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Messe Essen

Security als internationaler Marktplatz

Im September findet die 20. Ausgabe der Security in Essen statt. PROTECTOR sprach mit Klaus Reich, Geschäftsbereichsleiter Messen und Ausstellungen der Messe Essen, über das Jubiläum, den ausgefallenen Termin im September, über die Internationalität und welche Rolle die Messe für die Sicherheitsindustrie in Krisenzeiten spielen kann.

PROTECTOR: Herr Reich, eine organisatorische Frage vorweg: Warum findet die Security in diesem Jahr bereits im September statt, zwei Wochen vor ihrem in den vergangenen Jahren angestammten Termin?

Klaus Reich: Wir haben schon seit einigen Jahren nach einem Zeitfenster außerhalb der Herbstferien in NRW gesucht. Das hat sich jetzt ergeben. September ist ein klassischer Messemonat. Wir hoffen, mit diesem neuen Termin den einen oder anderen Sicherheitsexperten zusätzlich als regelmäßigen Security-Besucher gewinnen zu können.

In der PROTECTOR-Ausgabe März aus dem Jahr 1976 schrieb der damalige Verleger Walter M. Graf in einem Artikel über die Messelandschaft „Mit Essen ist ... künftig stärker zu rechnen“, in der Nachbetrachtung zur Security 1980 in der PROTECTOR-Ausgabe 4/1980 wurde der Messe der endgültige Durchbruch bescheinigt, mit damals gut 400 Ausstellern und rund 15.000 Besuchern. Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an die damalige Zeit zurückdenken?

Ganz spontan kommen einige persönliche Erinnerungen: Den ersten Kontakt zur Security hatte ich vor fast vierzig Jahren als Werbereferent bei Siemens in Essen. Siemens hat die Bedeutung des Messethemas schnell erkannt und ist bereits seit 1976 als Aussteller dabei. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich drei Jahre später zur Messe Essen wechseln und zwölf Jahre später für die Security zuständig sein würde. Mir fallen auch die Namen einer Reihe wichtiger Leute ein, die - ob bei der Messe Essen, bei Ministerien und Behörden oder auch bei den Medien - die Veranstaltung mit geprägt und ein tragfähiges Fundament für eine erfolgreiche Weiterentwicklung geschaffen haben. Von dieser großartigen Pionierarbeit und dem damaligen Networking profitiert die Veranstaltung auch heute noch. Auch wenn die Akteure inzwischen andere sind.

Unter Ihrer Leitung hat sich die Security in den folgenden Jahren noch deutlich weiterentwickelt. Wie unterscheidet sich das heutige Ausstellungsangebot vom damaligen?

Von 1990 auf 1992 ist es gelungen, die Besucherzahlen um 25 Prozent zu steigern. Danach ging es weiter kontinuierlich bergauf. Auch die Qualität der Besucher hat zugenommen. Mehr als zehn Prozent der Besucher investieren jährlich über eine Million Euro in die Sicherheit ihres Unternehmens oder ihrer Organisation. Daraus ergibt sich ein gewaltiges Nachfragepotential. Das spüren die Aussteller und das ist beispielsweise ein Grund, warum sich der Bereich Brandschutz in den vergangenen Jahren so positiv entwickelt hat. Ebenso ist die Internationalität gestiegen. Ebenfalls ein wichtiges Kriterium für den Erfolg der Security Essen.

Wie hat sich die Branche in diesem Zeitraum verändert?

Veränderungen gab es auf der Anbieter- wie auf der Anwenderseite. Während früher der Werkschutz und der Brandschutz zwei getrennte, oft unabhängig voneinander arbeitende Unternehmensbereiche waren, wuchsen die Aufgaben im Laufe der Zeit immer mehr zusammen. Früher standen Einzelgeräte der Sicherheitstechnik im Vordergrund, heute sind zunehmend Systemlösungen gefragt. Für die Sicherheitsindustrie, die Anbieter, nahm mit der Einführung internationaler Normen der internationale Wettbewerb zu. Kreativ und innovativ war die Branche allerdings schon immer. Das lässt sich an vielen Neuentwicklungen belegen, die der Fachwelt erstmalig auf der Security vorgestellt wurden und sicherlich auch in Zukunft vorgestellt werden.

Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Faktoren, warum sich die Security so eindrucksvoll durchgesetzt hat?

Der Standort - hier in den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr - ist ideal. Im unmittelbaren Umkreis gibt es eine außergewöhnlich große Anzahl von Unternehmen und Produktionsbetrieben. Hier werden Werte in einem Umfang geschaffen, der jedem Vergleich Stand hält. Werte, die geschützt werden müssen. Eine riesige Nachfrage in Sachen Sicherheit liegt damit quasi „vor unserer Haustüre“. Zudem liegt die Messe Essen verkehrsgünstig an Bundesautobahnen und ist innerhalb von 25 Minuten vom Flughafen Düsseldorf zu erreichen. Das schätzen unsere internationalen Besucher.

Apropos, ein wichtiges Kriterium für den Erfolg war schon immer die Internationalität der Messe. Wie international wird die Security 2012 sein?

Mit rund 45 Prozent bleibt der Anteil der ausländischen Aussteller konstant. Bisher haben sich Firmen aus 36 Nationen angemeldet. Bis zur Messe kommt durch Nachmeldungen erfahrungsgemäß das eine oder andere Land dazu. Um den hohen Anteil an internationalen Besuchern zu halten, haben wir unsere weltweiten Marketingaktivitäten insbesondere im Bereich der neuen Medien weiter verstärkt. Wir freuen uns auch über die Teilnahme der EU-Kommission, die verschiedene Veranstaltungen durchführt, welche sich an ein internationales Publikum wenden.

Wir haben den Eindruck, dass gerade Firmen, die im deutschen Markt Fuß fassen wollen, die Security stärker nutzen, um sich zu präsentieren. Können Sie das bestätigen?

Security Essen ist ein internationaler Marktplatz. Es gibt viele Aussteller, die mit ihren Produkten, Dienstleistungen und Systemlösungen auf Drittländer zielen. Auf der anderen Seite ist der deutsche Markt – als größte Volkswirtschaft in Europa - auf jeden Fall interessant für ausländische Anbieter. Das gilt nicht nur für die Sicherheitsbranche.

Die politische und finanzielle Krise im Euroraum ist in aller Munde. Welche Auswirkungen haben Sie im Vorfeld der Messe gespürt?

Wir müssen damit rechnen, dass etwas weniger Aussteller aus Südeuropa nach Essen kommen werden. Die Präsentationen aus Italien und Spanien werden geringfügig kleiner ausfallen. Aussteller aus Griechenland sind auch zu stabilen Zeiten - und auch bei anderen Messethemen - immer nur in Einzelfällen vertreten.

Welche Impulse kann die Security im derzeit eher unsteten wirtschaftlichen Umfeld setzen?

Das Networking auf der Messe, die zeitliche Konzentration der Berichterstattungen in den Medien, der Informationsaustausch, die Anbahnung von Geschäftsbeziehungen und das Vorbereiten von Investitionsentscheidungen spielen eine eminent wichtige Rolle für die Branche. Unabhängig von der jeweiligen konjunkturellen Lage sind es jeweils rund 25 Prozent der Security-Besucher, die die Messe nutzen, um direkt zu ordern. Insgesamt schätzen wir - gestützt auf Aussteller- und Besucherumfragen - dass die wirtschaftlichen Impulse weit über die Dauer der Veranstaltung hinausgehen und im hohen dreistelligen Millionenbereich liegen werden.

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