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Sicherheitskonzepte gegen Piraterie

Unter sicherer Flagge

Sicherheit ist ein fragiles Konzept, besonders für Mitarbeiter, die im politisch instabilen Ausland tätig sind. Es liegt in der Verantwortung der Unternehmen, Risiken im Vorfeld einzugrenzen und Sicherheitsmaßnahmen zu installieren, die im Ernstfall die Situation positiv lösen können.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich allein die Zahl der weltweiten Entführungsfälle vervierfacht. 2010 wurden weltweit ungefähr 4.000 international reisende Mitarbeiter Opfer einer Entführung, wobei die Dunkelziffer noch auf ein Vielfaches höher geschätzt wird. Auch innerhalb Deutschlands besteht eine Gefahr, Entführungsopfer zu werden, derer sich die wenigsten bewusst sind. Laut der polizeilichen Kriminalstatistik wurden im vergangenen Jahr 81 Fälle von erpresserischem Menschenraub registriert. Die Zahl der deutschlandweit gemeldeten Erpressungsfälle liegt sogar bei weit über 5.000.

Das Risiko am Horn von Afrika Opfer von Piraterie zu werden, ist durch die Medien einschlägig bekannt. Experten stellen eine kontinuierliche Spezialisierung der zur See fahrenden Entführer fest. An Land befindliche Stützpunkte der Piraten unterrichten die Mutterschiffe im Golf von Aden und dem Indischen Ozean über die Schiffsbewegungen der internationalen Handelsflotte. Die meist als Fischer getarnten Mutterschiffe positionieren sich dann auf See, um mit kleinen Schnellbooten die Frachtschifffahrt anzugreifen.

Finanziell absichern

Mit den Konzeptlösungen Global Protect und Global Sea Protect hat sich die Firma Hansekuranz Kontor GmbH zum Ziel gesetzt, Unternehmen auf diese Gefahren vorzubereiten und die finanziellen Folgen abzusichern. Zentraler Bestandteil der Konzepte stellt eine präventive Krisenberatung dar, welche im Vorfeld für die Implementierung lebensrettender Strukturen innerhalb der Unternehmen sorgt. Der Krisenmanager identifiziert und bewertet die Risiken des Unternehmens. Unter Einbeziehung der Branche sowie der Funktion der Mitarbeiter erstellt er dann eine Risiko- und Schwachstellenanalyse.

Vorbeugende Maßnahmen und wirksame Sicherheitsvorkehrungen können helfen, den Krisenfall zu vermeiden. Durch präventives Training werden Unternehmen und deren Mitarbeiter geschult, sich angemessen zu verhalten und potenzielle Risiken zu umgehen.

Sollte trotz getroffener Sicherheitsvorkehrungen ein Ernstfall eintreten, ist es wichtig, dass bereits präventiv Strukturen geschaffen wurden, welche helfen, eine solche Krise schnell und möglichst unbeschadet zu überstehen. Ein auf das Unternehmen zugeschnittener Krisenplan garantiert, dass alle Maßnahmen gezielt ablaufen. Der Mitarbeiter kann darauf vertrauen, dass ausgewiesene Experten verschiedener Fachgebiete ihre Kompetenzen für den positiven Ausgang des Krisenfalls bündeln.

Ein solches Ereignis ist natürlich auch mit enormen Kosten verbunden. Neben dem Lösegeld, das in der Regel nur einen kleinen Teil der Gesamtkosten eines Entführungsfalls ausmacht, werden auch Reisekosten, Lohnfortzahlungen der Opfer, Aufwendungen für Unterhändler, Dolmetscher, die psychologische Betreuung von Opfern und Angehörigen und vieles mehr übernommen.

Seit Mitte 2010 gibt es zusätzlich eine Konzeptlösung zur Absicherung traumatischer Ereignisse. Ein Unfall, ein Überfall, eine Massenpanik oder eine Naturkatastrophe – und plötzlich ist die Welt für den Betroffenen nicht mehr so, wie sie vorher war. Nun ist es möglich, betroffenen Mitarbeitern eine Akuthilfe zuzusichern, deren Ziel die Vermeidung von Langzeitfolgen ist. Zudem werden finanzielle Einbußen des Unternehmens aufgefangen und das Image in der Belegschaft und gegenüber der Öffentlichkeit gestärkt.

Raimund Langemeyer, Hansekuranz Kontor

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Kampf gegen Piraterie

Viele offene Fragen

Ab dem 1.8.2013 dürfen zum Schutz von Schiffen unter deutscher Flagge nur zugelassene Sicherheitsunternehmen tätig werden. Das Gesetz ist wegweisend. Die Zeit drängt, doch die Umsetzung steht noch aus.

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Abwehr von Piratenangriffen

Land in Sicht?

Seit Jahren werden deutsche Handelsschiffe in Krisenregionen der Weltmeere durch Piraten bedroht, besonders massiv vor den Küsten Somalias am Horn von Afrika - ein Einblick in die Gefährdungslage und die staatlichen Abwehrmaßnahmen.

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Fürsorgepflicht bei Auslandsaktivitäten

Ein Schadenersatzurteil mit Folgen

Ende November 2015 verurteilte ein Gericht in Oslo die norwegische Hilfsorganisation „Norwegian Refugee Council“ (NRC) in einem international aufsehenerregenden Prozess zu einer Zahlung von rund 500.000 Euro an einen früheren Mitarbeiter wegen grobfahrlässigem Verstoßes gegen die gesetzliche Fürsorgepflicht vor und nach dessen Entführung in Kenia.

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Cyber-Krisenmanagement bei Ransomware

Vorbereitet sein

Für betroffene Unternehmen von Ransomware-Attacken stellen sich nicht nur hinsichtlich der IT-Systeme viele Fragen, sondern auch zum übergeordneten Krisenmanagement.