Foto: Dallmeier

Multifocal-Sensoren für Gewerbe und Industrie

In neuen Dimensionen

Mit der patentierten Multifocal-Sensortechnologie Panomera hat Dallmeier der Videosicherheitsbranche neue Möglichkeiten eröffnet. Nun gibt es die Kameratechnologie auch als Modell für Gewerbe- und Industrieanwendungen. Roland Meier, Head of Panomera bei Dallmeier, erläutert die Vorteile dieser Technologie.

Ob Flughäfen, Stadien oder Stadtüberwachung: Panomera ist mittlerweile in zahlreichen Projekten weltweit im Einsatz. Nun bringt der Erfinder dieser Kameratechnologie ein neues Modell auf den Markt, das für Gewerbe und Industrie optimiert ist – und damit laut Dallmeier der perfekte Ersatz für PTZ-Kameras sei.

PROTECTOR: Könnten Sie das Prinzip der Multifocal-Sensortechnik kurz erklären?

Roland Meier: Panomera verwendet, im Gegensatz zu Singlesensor-Kameras, mehrere Objektive mit unterschiedlichen Brennweiten. Dadurch können große Flächen und Strecken von nur einem Standort aus überwacht werden – und das in Echtzeit bei gleichbleibender Bildauflösung, hoher Dynamik und durchgängiger Tiefenschärfe.

Wieso erreicht Panomera eine bessere Auflösung?

Durch mehrere Objektive mit unterschiedlichen Brennweiten können sowohl Objekte im Nahbereich als auch weiter entfernte Objekte mit der gleichen Auflösung dargestellt werden. Die Erklärung dazu ist einfach: Stellen Sie sich eine Kamera mit einem Objektiv vor, das den Nahbereich gut abdeckt. Je weiter Sie sich von der Kamera entfernen, desto geringer wird die Auflösung, Sie können also keine Details mehr erkennen.

Mit Panomera ist das anders: Bevor die Auflösung unter einen bestimmten Wert fällt, kommt das nächste Objektiv zum Einsatz, das die ideale Brennweite für den nächsten Entfernungsbereich hat. So stellen wir sicher, dass beispielsweise auch auf 180 Metern noch Personen erkannt werden können, weil wir selbst auf diese Entfernung noch eine Auflösung von mindestens 125 Pixel pro Meter erreichen.

Durch den Panomera-Effekt verfügt die Kamera so über eine effektive Auflösung von bis zu 40 Megapixel. Gleichzeitig erreichen wir durch mehrere Sensoren auch mehrere Schärfentiefen, so dass wir letztendlich eine durchgängige Tiefenschärfe über die gesamte Szene erhalten. Eine Singlesensor-Kamera hingegen hat nur einen einzigen und somit viel kleineren Tiefenschärfebereich.

Könnte diese Auflösung nicht auch durch PTZ-Kameras erreicht werden, indem man auf den relevanten Bereich zoomt?

PTZ-Kameras haben einen entscheidenden Nachteil: Sobald Sie auf einen bestimmten Bereich schwenken oder zoomen, wird auch nur dieser Bereich aufgezeichnet – Sie verlieren also das Übersichtsbild. Sollte zum gleichen Zeitpunkt an anderer Stelle etwas passieren, kann dies im Nachhinein nicht mehr dokumentiert werden.

Das Überwachungssystem ist also immer nur so gut wie der Benutzer, der es bedient – weil der Operator im Grunde schon vor einem Vorfall zufällig genau auf den später relevanten Bereich zoomen müsste. Panomera hingegen zeichnet permanent das Gesamtbild mit höchster Auflösung auf. Das heißt, der komplette Sichtbereich der Kamera wird permanent aufgezeichnet, egal worauf sich der Bediener live gerade konzentriert, und es gibt auch keine zeitlichen Lücken. Sämtliche PTZ-Funktionen wie Schwenken oder Zoomen sind dadurch auch in der Vergangenheit, also in den Aufzeichnungen möglich – sogar schon dann, wenn das System live noch weitere Bilder aufzeichnet.

Darüber hinaus weisen Multifocal-Sensorsysteme im Gegensatz zu PTZ-Kameras keine mechanischen Bauteile auf, es gibt also keinen Verschleiß, was die Lebenszeit deutlich erhöht. Und noch einen weiteren Vorteil gibt es: Während bei PTZ-Kameras jeweils nur ein Bediener die Kontrolle über die Kamera hat, können sich bei Panomera dank der Multi-User-Fähigkeit beliebig viele Nutzer mit der Kamera verbinden, ihre ganz individuellen Ansichten wählen und gleichzeitig unabhängig voneinander das Bildmaterial auswerten.

Sie sagten, dass Panomera patentiert ist. Die Steuerung der Kamera erfolgt dann sicherlich auch nur über proprietäre Software?

Nein, Panomera entspricht dem Onvif-Standard und kann auch in gängige Managementsysteme eingebunden werden. Auch die Anbindung mobiler Clients ist übrigens problemlos möglich. So können Einzelbilder oder Sequenzen beispielsweise auch auf Tablets oder Smartphones übertragen werden.

Wie sieht es mit der Lichtempfindlichkeit aus?

Die neuen Modelle weisen eine hohe Lichtempfindlichkeit auf und liefern deshalb auch bei Low-Light-Bedingungen hochwertiges Bildmaterial. Außerdem gibt es Modelle, die IR-tauglich sind.

Wieso weisen Multifocal-Sensorsysteme eine bessere Dynamik auf?

Bei Singlesensor-Kameras wird die Belichtungsdynamik auf den gesamten Bildbereich angewendet. Starke Hell-Dunkel-Kontraste in der Szene führen deshalb oft zu einem Qualitätsverlust, weil zu helle Bereiche überstrahlt beziehungsweise zu dunkle Bereiche nicht ausreichend belichtet werden und in diesen Bereichen keine Details erkennbar sind.

Bei Multifocal-Sensorsystemen hingegen erfolgt die Belichtung für jeden Sensor getrennt – deshalb wird eine wesentlich höhere effektive Dynamik erreicht. So sind auch dunkle Bereiche gut sichtbar.

Und wie hoch ist die Bildrate?

Panomera liefert hohe Bildraten, je nach Modell von bis zu 30 Bilder pro Sekunde. Dadurch können auch Bewegungen, die in Sekundenbruchteilen stattfinden, eindeutig dokumentiert und nachvollzogen werden. Das ist insbesondere bei der Strafverfolgung von großer Bedeutung, da genau erkennbar ist, wer was getan hat, beispielsweise bei einer Schlägerei. Wenn hingegen nur zwei oder drei Bilder pro Sekunde aufgezeichnet werden, kann oftmals nicht mit hinreichender Sicherheit nachvollzogen werden, wer beispielsweise den ersten Schlag ausgeführt hat.

Übrigens sind die Aufzeichnungen der Panomera durch die LGC Forensics Zertifizierung auch als Beweis vor Gericht zugelassen.

Bei so hoher Auflösung und so hohen Bildraten wird bestimmt eine hohe Bandbreite benötigt, oder?

Im Gegenteil, Panomera ist extrem bandbreitenschonend: Enorm hohe Datenraten werden bei nur geringer Netzwerkauslastung übertragen. Darüber hinaus kann durch die Multicast-Fähigkeit das Bildmaterial von mehreren Anwendern gleichzeitig eingesehen werden, ohne dass dabei die Daten mehrmals über das Netzwerk verschickt werden müssen.

Dadurch verringert sich die benötigte Bandbreite erheblich.

Roland Meier, Head of Panomera bei Dallmeier.

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